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(Bild: zVg)

Vielsprachige kirchliche Arbeit in Tschechien

Mai 22, 2019

Die Jährliche Konferenz (Synode) der Methodist/innen in Tschechien und der Slowakei tagte vom 17. bis 19. Mai 2019 in Prag. Im Ordinationsgottesdienst am Sonntag konnte man neben Tschechisch und Slowakisch auch Englisch (Predigt des Bischofs) und Russisch (Lieder) hören.

Die Tagung stand unter dem Motto:  «Bittet den Herrn um Arbeiter für die Ernte» (Lukas 10,2). Und das Missionsfeld wird in Tschechien und der Slowakei immer internationaler. Die russisch- und die englischsprachige Gemeinde von Prag sind als eigenständige Kirchgemeindebezirke organisiert worden. Zudem gibt es in der Stadt Tachov, im Westen von Tschechien, eine grosse Gruppe von Bulgaren, meist türkischsprachige, muslimische Roma. Sie werden von der restlichen Bevölkerung gemieden. Fremdenfeindlichkeit ist sehr ausgeprägt. Doch die EMK-Gemeinde vor Ort gewährt einer christlichen Roma-Gemeinde Hausrecht für ihre Gottesdienste.

Weder in Tschechien noch in der Slowakei gibt es einen Überfluss an Pfarrpersonen, aber immer wieder hören Menschen den Ruf in den vollzeitlichen Dienst. Manche von ihnen kommen aus anderen Kirchen oder hatten überhaupt keinen prägenden kirchlichen Hintergrund, bevor sie Christen wurden. Die EMK hat zudem seit vielen Jahren ein gut entwickeltes Programm für Laienschulung, das auch manche Laien dazu ermutigt, Predigthelfer und -helferinnen zu werden oder gar den Weg in den vollzeitlichen Dienst einzuschlagen. Im Abschlussgottesdienst am Sonntag wurde Petr Vaďura zum Ältesten ordiniert. Seit vielen Jahren ist er auch in der Radioarbeit tätig und durch seine Interviews mit Persönlichkeiten weit über die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) hinaus bekannt.

Tschechien ist ein ausgeprägt säkularisiertes Land, währenddessen die Slowakei noch immer von der starken Präsenz der Römisch-katholischen Kirche geprägt ist. Die meisten Slowaken bezeichnen sich als Christen, praktizieren aber keine konkrete Christusnachfolge. In beiden Ländern wurden seit dem Beginn der kommunistischen Zeit die Pfarrerlöhne vom Staat bezahlt. In der Slowakei besteht diese Regelung weiterhin, und die EMK kann deshalb auch eine grössere Zahl von Laien anstellen. In Tschechien hingegen läuft diese Unterstützung langsam aus. Eine Übergangsregelung führt zu einer jährlichen Erhöhung der Beiträge der Gemeinden an die Pfarrerlöhne um rund 50%. Es ist erfreulich, dass die Gemeinden dies bisher fast überall leisten konnten. Die Sockelbeiträge des Staates werden währenddessen in Wohneigentum investiert, um langfristigen, stabilen Ertrag zu generieren und in Zukunft kleinere Gemeinden und missionarische Aufbauprojekte unterstützen zu können.

Da alle Tagungen der Jährlichen Konferenzen in Mittel- und Südeuropa im kommenden Jahr nach der im Mai stattfindenden Generalkonferenz durchgeführt werden sollen, wird die nächste Tagung der Jährlichen Konferenz Tschechien-Slowakei vom 19. bis 21. Juni 2020 in Prag stattfinden.

Quelle: Bischof Patrick Streiff, Zürich/Schweiz
Beitragsbild: zVg

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