Bezirk
de

Rote Zahlen und grosse Vorhaben

Juni 13, 2019

In Wettingen wurde den Delegierten aus der Schweiz am Donnerstag die konsolidierte Rechnung vorgelegt, die mit einem Defizit schloss. Ausserdem befanden die Delegierten über drei grosse Immobilienprojekte.

«Was interessiert die meisten Menschen an einer Jahresrechnung?», fragte Daniel Burkhalter, Bereichsleiter der Zentralverwaltung der Evangelisch-methodistischen Kirche, als er den Delegierten aus der Schweiz die Rechnung vorlegte. Seine Antwort: «Die Zahl, die am Ende steht und im besten Falle einen hohen Gewinn zeigt.» Rote Zahlen seien in einer Rechnung meist unangenehm, besonders dann, wenn sie eine solch beeindruckende Grösse von 749’000.- Franken erreichen. So lautet das Minus, das am Ende der konsolidierten Rechnung der EMK Schweiz steht. «Wo ist das Problem?»,  fragte er – angesichts eines Eigenkapital von 91 Millionen Franken und Liegenschaften im Wert von 143,5 Millionen Franken. Zudem hätten auch die liquiden Mittel etwas zugenommen, was deutlich mache, dass kein Geld abgeflossen ist.

Hinweis beachten

Dramatisch sei das Defizit also nicht, aber eine Warnfahne, die auf drei Dinge aufmerksam mache:
• Es gibt oft Sonderausgaben (bspw. Webseite etc.), die nicht planbar sind.
• Im Verlust sind auch Investitionen von 300’000.- Franken enthalten, die in ein Projektkonto einbezahlt wurden, um neue Formen und Innovation in der Kirche zu fördern.
• Die Spendeneingänge reduzierten sich auf Grund des Mitgliederrückgangs weiter, und die Methodist/innen in der Schweiz leben aktuell über ihren Verhältnissen.

Es gelte, so Burkhalter, die Warnfahne ernst zu nehmen, ohne vor Angst zu erstarren. Investitionen seien dank einer soliden finanziellen Basis möglich, auch wenn dies eine grosse rote Zahl bedeute. Das trugen auch die Delegierten der Tagung Teil Schweiz mit, indem sie die Rechnung einstimmig verabschiedeten.

Bauvorhaben

Zwei  Bauvorhaben sind von der Tagung Teil Schweiz mit wenigen Gegenstimmen verabschiedet worden. Einerseits wird in Basel (Neubad) die Kapelle zurückgebaut und ein neues Mehrfamilienhaus mit 17 Wohnungen entstehen. Gleichzeitig wird das bestehende Mehrfamilienhaus mit der Pfarrwohnung umgebaut und saniert. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 8,55 Millionen Franken. Das zweite Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen entsteht anstelle vom Pfarrhaus im Schuder in Flaach. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken. Bei beiden Projekten konnten die Bezirke von Gutschriften eines Teils des Landwerts profitieren, die sie nun in neue Gemeinderäumlichkeiten (Motraghalle Flaach) und andere Projekte investieren können.

Landverkauf

Als drittes Liegenschaftsgeschäft lag der Tagung Teil Schweiz der Verkauf des Grundstücks des Wesley-Hauses vor. Das Land gehört der EMK Schweiz, die darauf stehenden Gebäude der Stiftung Diakonat Bethesda, einem selbständigen, der EMK nahestehenden Werk. Nach intensiven Gesprächen zwischen den Verantwortlichen des Diakonats Bethesda und dem Vorstand der EMK beantragte der Vorstand an der Tagung in Wettingen den Verkauf des Lands an die Stiftung Diakonat Bethesda. Der verhandelte Preis von CHF 5,5 Millionen Franken sei angesichts des Baurechtsvertrags eine faire Lösung für beide Seiten, sagte Roland Affolter, Co-Präsident des Vorstands. Sollte das Land innerhalb der nächsten 20 Jahre weiter verkauft werden, würde die EMK mit 50% am Gewinn beteiligt. Der Antrag zum Verkauf wurde mit einzelnen Gegenstimmen angenommen.

Serge Frutiger / S.F.
Beitragsbild: EMK Schweiz

Weitere Newsmeldungen zur Jährlichen Konferenz