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Gespräche, Differenzen und ein schwieriger Weg

Juni 16, 2019

Die Delegierten aus der Schweiz, Frankreich und Nordafrika beschäftigten sich am Samstagnachmittag erneut mit der Frage, wie trotz unterschiedlicher Beurteilung der Homosexualität in den eigenen Reihen ein gemeinsamer weiterer Weg möglich sein könnte.

«Und de gsehn i de settig, die ghöre derzue, Und hei doch mit mir im Grund gno nüt z’tue» klang es den Delegierten am Samstagnachmittag in Wettingen entgegen. – Markus Kleiner und Dani Harzbecker sangen das Lied «Mir hei e Verein» vom Berner Chansonnier Mani Matter. Viele Themen der aktuellen Diskussion in den Reihen der Methodist/innen klangen darin an.

Einheit in der Vielfalt?

Pfarrerin Nicole Becher und Natascha Bertschinger führten auch durch die zweite Sequenz, in der sich die Delegierten der Jährlichen Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) am Samstagnachmittag mit den Beschlüssen der ausserordentlichen Generalkonferenz der weltweiten EMK Ende Februar und deren Konsequenzen auseinandersetzen. Über die Beschlüsse, mögliche Konsequenzen und offene Fragen waren in der Schweiz die Gemeindeverantwortlichen im April bereits orientiert worden. Die Delegierten hörten noch einmal einige Stimmen aus diesen Treffen, die fragten, welche Kirche die Methodist/innen sein wollen und wie ein «Miteinander» und nicht ein «Gegeneinander» unter ihnen gestärkt werden kann. Lässt sich eine solche Vielfalt im kirchlichen Alltag wirklich leben – oder würde das die Kirchgemeinden überfordern? In ersten Gruppengesprächen tauschten die Delegierten untereinander Erfahrungen aus, wie sie mit der Vielfalt in ihren Gemeinden umgehen, welche positiven Erfahrung sie gemacht haben oder wo sie Schwierigkeiten und Grenzen der Vielfalt sehen.

Erhellendes Stimmungsbild

Im Anschluss präsentierte Distriktsvorsteher Serge Frutiger wenige erste Ergebnisse des seit dem Vortag erhobenen Stimmungsbildes zu Fragen der menschlichen Sexualität, der Kirchenordnung und des an der Generalkonferenz teilweise verabschiedeten «Traditional Plan». Die Delegierten füllten je für sich persönlich eine Umfrage aus und dann gemeinsam mit anderen Delegierten aus ihrer Kirchgemeinde eine für die jeweilige Gemeinde. Präsentiert wurden die Ergebnisse entlang der Sprachgrenze: je eine Folie zeigte die Ergebnisse unter französisch sprechenden Delegierten aus der Westschweiz, aus Frankreich und Nordafrika; eine zeitgleich projizierte Folie zeigte die Ergebnisse in der Deutschschweiz. Dabei zeigten sich teils massive Unterschiede in den Beurteilungen. Die Umfrage war noch nicht ganz abgeschlossen. Die Ergebnisse werden noch ausführlicher ausgewertet und den Delegierten zur Verfügung gestellt werden.

Spurgruppe eingesetzt

Aufgrund der präsentierten Ergebnisse gingen die Delegierten noch einmal in eine Gesprächsrunde. Anschliessend wurden die Rückmeldungen und offene Fragen zum Thema Vielfalt in der EMK digital gesammelt und präsentiert. Symbolisch überreichte Natascha Bertschinger schliesslich den «Sack» mit den gesammelten Unterlagen einer neu vom Vorstand eingesetzten Spurgruppe, die den Delegierten vorgestellt wurde. Diese Spurgruppe wird sich in den kommenden Monaten Gedanken darüber macht, wie der weitere Weg der EMK in der Schweiz, Frankreich und Nordafrika aussehen könnte. Sie setzt sich zusammen aus deutsch- und französischsprachigen Pfarrpersonen und Laien und wird von Distriktsvorsteherin Claudia Haslebacher geleitet. Diese sagte zur Arbeit der Spurgruppe: «Es wird ein intensiver und schwieriger Weg werden für uns als Spurgruppe und Jährliche Konferenz. Mein Ziel ist es, mit der Spurgruppe zusammen einen Weg zu finden, wie wir mit der Vielfalt der Überzeugungen möglichst eine Kirche bleiben können.» Eine ähnliche Spurgruppe wurde bereits auf Ebene der Zentralkonferenz eingesetzt. Bischof Patrick Streiff bat die Delegierten darum, die Arbeit dieser Gruppen im Gebet zu begleiten.

Sarah Bach / S.F.
Beitragsbild: EMK Schweiz

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