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Connexio stärkt die indigene Bevölkerung in Chile

August 9, 2019

Der Tag der autochthonen Bevölkerungsgruppen der Welt am 09. August 2019 wird veranstaltet, um die Rechte der indigenen Bevölkerung zu fördern und zu schützen. Die Methodistische Kirche in Chile und Connexio stärken schon lange das indigene Volk der Mapuche mit Projekten zur Einkommensgenerierung und Bewahrung der indigenen Identität. Zunehmende Konflikte bringen neue Herausforderungen mit sich. Ein neues Friedensprojekt der Methodistenkirche in Temuco setzt hier an.

Araukanien war ein beliebtes Auswandererziel seit Jahrhunderten. Im 18. und 19. Jahrhundert waren die Siedler häufig protestantische Christen aus Deutschland und der Schweiz. Sie bauten Kirchen und evangelisierten die ansässige Bevölkerung. So entstand in der Region neben der offiziellen römisch-katholischen ein Gemisch aus verschiedensten christlichen Glaubensrichtungen. Beim Bau der Kirchen wurden die indigenen Volksgruppen, die dort lebten, meist nicht gefragt oder berücksichtigt. Heute ist das indigene Volk der Mapuche in der Minderheit. In Araukanien haben sie zwar knapp die Mehrheit, bekommen aber oft wenig oder gar keine Anerkennung. Viele wurden umgesiedelt, beispielsweise herrschte beim Bau des Flughafens Temuco in der Bevölkerung ein Klima der Angst, des Misstrauens und der gegenseitigen Vorurteile. Ein Dialog scheint kaum noch möglich. Die Fronten sind verhärtet zwischen Staat, Kirchen, Siedlern und der indigenen Bevölkerung. Seit einiger Zeit treten die Konflikte in Zerstörungen und Gewalt nach aussen.

Seit Projektbeginn Anfang 2019 sind schon einige vielversprechende Schritte geschehen. Eine Gruppe aus den Fachbereichen Psychologie, Kultur, Theologie, Recht, Soziologie und Medizin hat sich getroffen und will nun den Friedensprozess über die nächsten Jahre begleiten. Sie wollen Gefässe anbieten, in denen ein Dialog zwischen verfeindeten Parteien möglich ist – in Gesprächen, Foren, Radio- und Printmedien. Daneben nehmen sich die Psychologen derer an, die Opfer von Gewalt geworden sind. Weiterhin setzt sich die methodistische Kirche für die Stärkung der Mapuche ein: einerseits durch Schulungen, in denen sie über ihre Rechte und Pflichten als chilenische Staatsbürger aber auch über Land- und Wasserrechte unterrichtet werden, andererseits durch die Unterstützung der Mapuche-Frauen bei der Bewahrung ihrer Traditionen und ihres Handwerks.

David Brenner, der Connexio-Koordinator begleitet das Projekt.

RH