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https://youtu.be/ktvLMRW1Lig?t=602

Eröffnungsvorlesung über einen Unruhestifter

Oktober 9, 2019

Prof. Dr. Christiane Tietz von der Universität Zürich eröffnete mit ihrer Vorlesung «Ein Leben im Widerspruch – Theologie und Biographie bei Karl Barth» am 7. Oktober das Studienjahr 2019/20 an der Theologischen Hochschule Reutlingen, der Ausbildungsstätte der Methodist/innen im deutschsprachigen Raum. Ihr Vortrag gibt einen prägnanten Einblick in Leben und Werk des «evangelischen Kirchenvaters des 20. Jahrhunderts».

Christiane Tietz orientiert sich in ihrem Vortrag an der Lebensgeschichte Karl Barths und versteht es, diese mit Einblicken in das theologische Denken und Arbeiten dieses wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts zu verbinden, der «immer wieder am Anfang anfangen» wollte. Sein dialektisches Denken etwa verhindere, dass man sich gemütlich in einem Konzept einrichte. Die Unruhe, die es erzeugt, nötige zu einer fortwährenden gedanklichen Bewegung.

Für das Leben Karl Barths kennzeichnend sind die Widersprüche, in denen er sich bewegte: Er widersprach dem theologischen Mainstream der liberalen Theologie, übte Widerspruch in politischen und gesellschaftlichen Kontexten – während der Herrschaft der Nationalsozialisten aber auch in politischen Abstimmungen in der Schweiz. Und Widersprüche brachen auf in seinem privaten und persönlichen Leben, am tiefsten in jener «Notgemeinschaft zu Dritt», in der der Theologe mit seiner Frau und einer Geliebten lebte.

Die gesamte Vorlesung finde sich als Video im YouTube-Kanal der Theologischen Hochschule Reutlingen

S.F.
Beitragsbild: Screenshot Youtube