Bezirk
de

Neue Struktur für US-Methodisten?

4. Dezember 2019

Bei der Tagung des Bischofsrats Anfang des Monats erklärten die Bischöfe der «Zentralkonferenzen», dass sie an der Generalkonferenz 2020 die Vorlage des Connectional Table, durch die eine neue Struktur für die Kirchen in den Vereinigten Staaten geschaffen werden soll, fördern und nachhaltig unterstützen werden. Die Umstrukturierung sieht vor, dass neu eine «Regionalkonferenz der Vereinigten Staaten» entsteht.

Der Connectional Table, ein international besetzter Runder Tisch der weltweiten United Methodist Church, legte dem Bischofsrat bei dessen Tagung Anfang November einen Entwurf für eine Neuorganisation der Kirche vor. Im Hintergrund steht, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Anteil der Kirchenmitglieder ausserhalb der USA, vor allem jener der Methodist/innen in Afrika, stetig zugenommen hat. In der Kirchenstruktur wurde dem bis anhin kaum Rechnung getragen. Vor allem die Tagungen der Generalkonferenz, dem höchsten legislativen Gremium der Kirche, waren stark durch us-amerikanische Themen dominiert, sowohl durch Verwaltungsfragen (Pensions- und Eigentumsfragen der amerikanischen Methodist/innen) wie auch durch Sachfragen der Kirchenentwicklung. Ein Grund dafür ist, dass der us-amerikanische Teil der Kirche derzeit keinen anderen Ort als die Generalkonferenz hat, um solche Fragen zu klären.

Mitgliederstruktur verändert sich

Der Vorschlag des Connecional Table sieht die Schaffung einer «Regionalkonferenz» in den USA vor, bei der Anliegen diskutiert und beschlossen werden können, die ausschliesslich die US-Kirche betreffen. Ausserdem würde das der Generalkonferenz mit Delegierten aus der ganzen Welt «die Möglichkeit geben, ihre Arbeit auf weltweite Anliegen zu konzentrieren und zu einem Forum zu werden, das die Kirche in der Mission Gottes vorwärts bringt», sagte Bischof Christian Alsted, der Vorsitzende des Connectional Table. Die Zusammensetzung der United Methodist Church habe sich in den letzten 20 Jahren erheblich verändert, sagte Alsted gegenüber UM News. Bald werde die Hälfte ihrer Mitglieder in Afrika zu finden sein. «Damit die Generalkonferenz zu einem sinnvollen Treffen der weltweiten Kirche wird, das der Gemeinde hilft, Gottes Mission zu verfolgen, muss sie neu gestaltet werden.»

Wichtige Unterstützung

Der Connectional Table begann seine Arbeit zu diesem Thema im Jahr 2005. Damals wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Bischofsrat eingerichtet. Dennoch stiess der Vorschlag bisher auf starke Widerstände. An der Generalkonferenz 2016 beispielsweise schafften es Petitionen zur Gründung einer entsprechenden Regionalkonferenz in den USA und andere vorgeschlagene neue regionale Strukturen nicht in den zuständigen Ausschuss der Generalkonferenz. Dass sich nun die Bischöfe der Zentralkonferenzen, also die Bischöfe, die für ein Bischofsgebiet ausserhalb der USA verantwortlich sind, für diesen Vorschlag einsetzen, ist ein wichtiges Signal für diesen Vorstoss. Bischof Harald Rückert aus Deutschland, der dem Bischofsrat die gemeinsame Erklärung der Bischöfe aus den Zentralkonferenzen vorlas, sagte: «Die Bischöfe der Zentralkonferenz werden den Vorschlag einer amerikanischen Regionalkonferenz fördern und nachhaltig unterstützen».

S.F.
Quellen: UMNews / UMC
Beitragsbild: Sam Hodges / UM News

Connectional Table

Der Connectional Table ist international besetzter Runder Tisch auf Ebene der weltweiten United Methodist Church, der die inhaltliche Arbeit der allgemeinen Kirchenbehörden und die Finanzen zusammenbringt.

Weitere Newsmeldungen