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Ein Videobiuch macht die Geschichte von Carl Lutz zugänglich.

Carl Lutz: Ein Videobuch über den «Judenretter von Budapest»

31. März 2020

Am 30. März wäre Carl Lutz 125 Jahre alt geworden. Der Schweizer Diplomat rettete während des 2. Weltkriegs zehntausende Jüdinnen und Juden in Budapest vor dem Holocaust. Ein «Videobuch» erzählt die Geschichte dieses wenig bekannten Helden.

Der Methodist und als «Judenretter von Budapest» bekannt gewordene Carl Lutz war von 1942 bis 1945 als Schweizer Vize-Konsul in der ungarischen Hauptstadt tätig. Er stellte während dieser Zeit Schutzbriefe für ungarische Jüdinnen und Juden aus. Dabei verletzte er die geltenden Dienstvorschriften. Auf diese Weise rettete er über 60 000 Jüdinnen und Juden vor dem Holocaust.

Seine «Kompetenzüberschreitung» rettete vielen das Leben

In einem «Videobuch» wir nun in sechs Kapiteln das Leben von Carl Lutz nachgezeichnet. Aufgewachsen ist er im Appenzellischen Walzenhausen in einer zu Methodistenkirche gehörenden Familie. Die Verhältnisse waren ärmlich. Der junge Carl Lutz wandert in die USA aus. Zunächst beginnt er ein Theologie-Studium, entscheidet sich dann aber anders. Er wird Diplomat. Die erste Station auf diesem Weg ist Palästina. Danach kommt Carl Lutz als Vize-Konsul nach Budapest. Die von ihm dort verantwortete «Schutzbrief-Aktion», die er direkt mit Adolf Eichmann, dem Organisator des Holocaust, aushandeln musste, rettet über 60 000 Jüdinnen und Juden das Leben. Nach dem Krieg wurde Carl Lutz im Ausland für diesen mutigen Einsatz geehrt. In der Schweiz wurde seine Verhalten als «Kompetenzüberschreitung» gewertet. Zeitlebens wartete er vergebens auf eine offizielle Würdigung seiner Rettungsaktion.

Eine Einladung zu einer spannenden  Entdeckungsreise

Das «Videobuch» vereinigt Bilder, informative Texte, Videos, Interviews mit Zeitzeugen und Originalaufnahmen. Die Materialien laden ein, die Geschichte dieses aussergewöhnlichen Mannes zu entdecken. Zugleich bieten Grafiken und historische Dokumente die Möglichkeit, auch die zeitgeschichtlichen Hintergründe zu erkunden. Ausserdem ist die Dokumentation, die Daniel von Aarburg über Carl Lutz gedreht hat, in voller Länge im Videobuch anschaubar.

Am 30. März berichtete darüber hinaus die Hauptsendung der Tagesschau von SRF darüber, dass das «Glashaus» in Budapest, in dem viele der geretteten  Jüdinnen und Juden vorübergehend untergebracht waren, nun als Gedenkstätte bewahrt werden soll. Ein deutscher Investor und seine ungarische Frau haben das Haus erworben und wollen es aufwändig restaurieren.

S.F.
Beitragsbild: Screenshot carllutz.videobooks.com

Link zum Videobuch

Link zum Beitrag der Tagesschau

 

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