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Jungschar zuhause – und das geht!?

Mai 8, 2020

Was machen eigentlich die methodistischen Jungscharen während des Lockdown? Durch den Wald toben, gemeinsam Spiele spielen oder miteinander eine Andachten hören, ist zur Zeit nicht möglich. Und die «Fachperson Jungschar» – die hat jetzt wohl Ferien, oder?

Martin Graber (Biber) ist Ansprechperson bei Fragen und Unklarheiten aus den Jungscharen. Als «Fachperson Jungschar» ist er aber auch verantwortlich für Schulungen und Ausbildungen. Zum Vorstand des Vereins der JEMK gehört er zwar nicht. Dennoch wird er in der Regel als Gast auch zu dessen Sitzungen eingeladen. Was macht er eigentlich während des Lockdown? Ferien vielleicht?

Schulungen sind abgesagt

In der Tat hat Martin auch Ferien gemacht. Die waren freilich schon vorher geplant und sind nun einfach etwas anders gelaufen. Schulungen gibt es aktuell keine mehr. Bis Ende Juni sind die Kurse abgesagt. Das betrifft die Hälfte der «Tipp-Kurse» in diesem Jahr. An ihnen lernen die Teens Jungschar-Technik: Naturphänomene verstehen, kochen über einem Feuer, Seilkunde und anderes.

Abgesagt wurden auch die Vorwochenenden der Grundschulungen und einige andere Ausbildungsmodule. Und über Auffahrt hätte eigentlich der Abschluss der Gruppenleiterausbildungen stattfinden sollen. Für die angehenden Leiter/innen verschiebt sich jetzt der Abschluss um ein Jahr. – Was, Abschluss erst ein Jahr später? Weshalb? «Wir haben beschlossen, keine neuen und zusätzlichen Termine einzuplanen neben denen, die ohnehin schon geplant sind», sagt Martin.

Online war vorher schon

Was hat sich sonst noch in seiner Arbeit verändert? – «Mein Arbeitsort zum Beispiel: Ich arbeite nun ebenfalls im Homeoffice.» Gleich zu Beginn hätten sie im Sekretariat entschieden, den Arbeitsort ganz zu verlagern und sich so einzurichten, dass das länger so dauern kann. «Das hat von Anfang an auch gut funktioniert.» Für die Arbeit in den Gremien der Jungschar war der Einschnitt weniger markant. «Die Gremien der Jungschar haben schon seit einem Jahr auf Office365 umgestellt.» Die Online-Zusammenarbeit und auch Meetings mit Teams seien darum bereits schon praktiziert worden.

Vorstand sprach weitsichtige Empfehlung aus

Klar, das alles lässt sich organisieren. Aber die Ortsjungscharen? Wie funktioniert das? – Alle gemeinsamen Aktivitäten, die normalerweise zur Jungschar gehören, fallen aus. «Für die Jungscharen war das sehr heftig – auch darum, weil sie nicht schrittweise ihre Aktivitäten reduzieren konnten» weiss Martin. «Das ging einfach von 100 auf 0!» Vom Vorstand her wurde ausserdem gleich von Anfang an entschieden, das Programm bis nach Pfingsten auszusetzen. «Wir haben also die Leiter/innen aufgefordert, auch keine Pfingstlager mehr zu planen.» Dass der Vorstand so früh eine so drastische Reduktion vorgenommen hat, sei für manche Ortsjungscharen enttäuschend gewesen. «Doch wir wollten keine Salamitaktik, bei der wir die Jungscharen quasi im Standby-Modus gehalten hätten.» Andere seien hingegen froh gewesen um diesen klaren Entscheid.

Ideenpool für Jungscharen

Ja, aber nun, was machen denn die Ortsjungscharen? – «Auf unserer Webseite haben wir eine neue Rubrik JEMK@HOME aufgeschaltet», erzählt Martin. Dort werden Links und Ideen gesammelt. «Einige Jungscharen haben auf ihren Webseiten Ideen publiziert, was man machen kann, ohne sich zu treffen.» Challenges, die die Jungschärler/innen absolvieren und dann Fotos schicken, wurden aufgeschaltet. Es wurden OLs eingerichtet. Ein «Geländespiel für zuhause», ein «Jungschitelefon» oder ein «Morsequiz» sind einige der Ideen, die sich hier finden lassen. Die entsprechenden Webseiten sind auf der JEMK-Seite direkt verlinkt. «Ausserdem haben wir auch einige Ideen gesammelt, so dass man eine Art zentrales Archiv hat: Was kann man ‹Jungscharmässiges› machen? Wie kann man den Kontakt aufrecht erhalten, ohne sich zu treffen?» – Die Jungschar-Leiter/innen seien sehr kreativ. «Wir ermutigen sie auch: Die Kinder brauchen das jetzt. Sie müssen auch weiterhin etwas von der Jungschar hören.»

Richtig entschieden?

Es scheint so, als ob Vorstand, Fachperson, Administration und Ortsjungscharen einen guten Umgang mit der Situation gefunden haben, oder? – «Was mich am meisten beschäftigt», sagt Martin, «ist die Ungewissheit: Entscheiden wir das Richtige? Treffen wir die richtigen Massnahmen? Oder sind wir zu weit oder zu wenig weit gegangen?» Als nächstes stehe eine Entscheidung zu den Sommerlagern an: Werden die durchgeführt oder nicht? Falls ja, dann: wie? «Da erwarten die Jungscharen von uns eine klare Ansage.» Grundlage für den Entscheid seien natürlich die Vorgaben des Bundesrates. Dann entscheide der Vorstand, der von zwei Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich beraten wird.

Nachhaltig profitieren

Der Vorstand der JEMK hat während dieser Zeit die Sitzungskadenz erhöht: Die Vorstandsmitglieder besprechen sich alle zwei Wochen in einem Online-Meeting. Die Projekte und strategischen Aufgaben sind geblieben. Neu hinzugekommen sind die mit der Corona-Pandemie verbundenen Fragen und Entscheidungen.

Beim Vorstand, im Sekretariat und in den Ortsjungscharen gibt es nicht weniger Arbeit. Diese hat sich jedoch verändert. «Und vielleicht ist es ja so, dass sich das Bewusstsein, wie wertvoll es ist, in und mit der Natur unterwegs zu sein, durch diese Zeit wieder verstärkt», mein Martin. Dann könnten die Jungscharen schlussendlich von dieser Zeit nachhaltig profitieren.

S.F.
Beitragsbild: zVg jemk.ch

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JEMK@HOME

Die Jungschar der EMK hat auf ihrer Webseite eine neue Rubrik JEMK@HOME eingerichtet. Dort finden sich Ideen und Links zu weiteren Anregungen für die Jungschararbeit während des Lockdown.