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Pinwand vor der EMK Burgdorf

Unterwegs haltmachen und danken

Mai 11, 2020

Eigentlich brauchen die Methodist/innen in Burgdorf ihren Markstand zum Beispiel beim Gemeindebasar. Während der Corona-Zeit nutzen sie ihn jedoch in besonderer Weise: als «Dankstelle» für Passant/innen.

«Dafür bin ich trotz Corona dankbar….» steht auf dem grünen Plakat. Stifte und Zettel liegen auf einem Tisch bereit. Und eine Pinwand steht darauf. Dort können die Zettel angeheftet werden. Vier Methodistinnen aus Burgdorf hatten die Idee, den Marktstand der Methodistengemeinde während der Zeit des Lockdown umzufunktionieren. Nun steht er auf dem Kirchenvorplatz an einem Ort, an dem immer wieder Passant/innen auf dem Weg zur Innenstadt vorbei kommen. Neben den Zetteln stehen auch Kerzen bereit. Die können die Leute anzünden, wenn sie dankbar oder traurig sind – oder für etwas beten möchten.

Platz machen für die Dankbarkeit

Das Angebot wird genutzt. Die vier Frauen hatten zuerst selbst einige Zettel angeheftet. «So quasi als ‹Eisbrecher› für alle Passanten», sagt Tabea Hess, eine der Initiantinnen. Doch inzwischen seien zahlreiche Voten dazu gekommen. «Ich habe die Zettel von uns bereits entfernt, damit es wieder Platz hat für neue Beiträge», erzählt Tabea.

Jemand hat auf einen Zettel geschrieben: «Ich bin dankbar für die Zeit mit meinen Kindern.» Andere sind dankbar für alle, die zur Bewältigung der Krise mithelfen. Jemand ist froh, noch gesund zu sein. Und eine Person reagiert auf das grüne Plakat mit einer Frage: «Trotz Corona dankbar oder gerade wegen Corona?»

Die Kirche zu den Menschen bringen

Wie manch andere waren die Verantwortlichen der Gemeinde zuerst etwas frustriert darüber, dass während des Lockdown keine Angebote für die Leute in Burgdorf gemacht werden durften. Die Kirche wollten sie regelmässig offen halten, falls einzelne Personen das Bedürfnis hätten zu beten. «Da hatte jemand die Idee, eine Art Post-it-Wand aufzustellen», erinnert sich Tabea. Doch erfahrungsgemäss sei es für Aussenstehende immer ein grosser Schritt, einfach so in eine fremde Kirche zu gehen. «Also haben wir uns gedacht, wir bringen die Kirche etwas näher zu den Menschen. So kann jeder Passant ungeniert stehen bleiben, lesen oder auch schreiben.»

Antwort auf die spezielle Situation

Wie lange der Stand noch steht und was «nach Corona» mit der Idee wird, kann Tabea jetzt noch nicht sagen. Konkrete Fortsetzungspläne gebe es noch nicht. «Für uns ist es aber immer wichtig, nahe bei den Menschen zu sein und zu zeigen, das wir da sind. Zudem möchten wir so weit wie möglich sehr alltagsbezogene und unaufdringliche Angebote bieten, die nicht so abgehoben und fromm daher kommen.» Wie die methodistische Gemeinde, die Anlässe und ihr Engagement von aussen wahrgenommen werde, sei eine Frage, die die Verantwortlichen schon länger bewege. Der Marktstand war eine an die spezielle Situation angepasste Antwort auf diese Frage. Andere werden folgen.

Marktstand vor der EMK Burgdorf

Marktstand vor der EMK Burgdorf Bild: zVg, Tabea Hess

Dankbar für alle, die mithelfen

Dankbar für alle, die mithelfen. Bild: zVg, Tabea Hess

S.F.
Beitragsbild: zVg / Tabea Hess

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