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Bischof Bruce R. Ough während der Generalkonferenz 2016

«Wir werden von einer Pandemie des Rassismus heimgesucht»

Juni 1, 2020

Nach dem Tod eines Afroamerikaners nach dessen Verhaftung durch vier weisse Polizeibeamte, findet der für das Gebiet zuständige methodistische Bischof Bruce R. Ough in einer Erklärung klare Worte gegen die «Rassimus-Pandemie» in den USA.

Am 25. Mai starb in Minneapolis (Minnesota, USA) der Afroamerikaner George Floyd nach einem brutalen Einsatz der Polizei. Im Video einer Passantin ist zu sehen, wie ein Polizeibeamter dem in Handschellen auf dem Boden liegenden Mann das Knie auf den Hals drückt. Dieser sagt mehrmals flehend, dass er keine Luft bekomme. Dennoch lässt der Beamte nicht ab. George Floyd stirbt später im Krankenhaus.

Allgegenwärtige Kultur des Rassismus

Der für die Region zuständige methodistische Bischof Bruce R. Ough verurteilte am 27. Mai in einer Erklärung das Geschehen. «Gegenwärtig gibt es mehr als eine Pandemie, die Minnesota und unser Land verwüstet» schreibt Bischof Ough. «Zusätzlich zum Kampf gegen COVID-19 werden wir von einer Pandemie des Rassismus, der Vorherrschaft der Weissen und der Gewalt von Weiss gegen Schwarz oder Braun heimgesucht.» George Floyd sei das jüngste Opfer einer allgegenwärtigen «Kultur des Rassismus».

In seiner Erklärung dankt der Bischof dem Bürgermeister und dem Polizeichef von Minneapolis. Sie hätten mit ihrer Entlassung der Polizeibeamten «entschlossen und schnell gehandelt». Auch begrüsst er die durch das FBI eingeleitete Untersuchung.

Entschlossen gegen Rassismus vorgehen

Die Methodist/innen fordert er zu einer klaren Abgrenzung gegen «alle Ausdrucksformen von Rassismus» auf. «Nun liegt es in unserer Verantwortung als Personen des Glaubens und insbesondere als Nachfolger Jesu in der methodistischen Tradition, uns mit dieser allgegenwärtigen Rassismus-Pandemie auseinanderzusetzen.« Es gelte, «diese Pandemie mit derselben Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit anzugehen, mit der wir uns mit COVID-19 befassen.»

Politische und persönliche Veränderung

Rassismus sei Sünde und stehe im Widerspruch zum Evangelium, betont der Bischof. Er ruft zur «Ausrottung des Rassismus» auf. «Wir wenden uns gegen Regierungschefs, die die Flammen der rassischen Spaltung zum politischen Vorteil schüren.» Jede/r einzelne könne und müsse eigene Einstellungen und Verhaltensweisen prüfen, denn «jeder Wandel beginnt mit verwandelten Herzen, die sich ständig der Gerechtigkeit und Liebe Gottes beugen.»

Ein «prophetisches Wort»

Der Bischofsrat der weltweiten Methodistenkirche «unterstützt und begrüsst» die Stellungnahme von Bischof Ough. Dieser habe «ein tiefgründiges und prophetisches Wort» gesprochen. Der Bischofsrat lade « alle Methodist/innen überall auf der Welt ein, sich mit der allgegenwärtigen Pandemie des Rassismus auseinanderzusetzen und anzuerkennen, dass Rassismus eine Sünde ist und im Widerspruch zum Evangelium steht», heisst es in der Mitteilung des Bischofsrats vom 30. Mai.

S.F./ Erklärung von Bischof Bruce R. Ough
Beitragsbild: Minnesota UMC

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Beitrag aktualisiert am 2. Juni: Der Absatz zum Bischofsrat wurde ergänzt.