Bezirk
David N. Field, Koordinator der Methodist e-Academy, an der methodistischen Synode 2019

Methodist e-Academy: Methodistische Ausbildung für Europa

4. Juni 2020

Seit fast 12 Jahren bietet die «Methodist e-Academy» eine theologische Zusatzausbildung mit methodistischen Themen für Methodist/innen in Europa an. Der Koordinator des Programms beschreibt in einem Blog-Beitrag auf UM&Global die Erfolgsgeschichte, die sich abseits der breiten kirchlichen Öffentlichkeit entwickelt hat.

Die Methodist e-Academy wurde 2008 ins Leben gerufen. Sie sei die Antwort gewesen auf die besondere Situation der Methodistenkirchen in Europa, schreibt David N. Field, der Koordinator des Programms, in einem Blog-Beitrag. Diese seien durchweg Minderheitskirchen mit begrenzten Ressourcen. Daher war es nicht möglich, in allen Sprachregionen eigene methodistische theologisch Ausbildungseinrichtungen zu unterhalten. Die Methodist e-Academy bietet aus diesem Grund eine Zusatzausbildung für Personen an, die ihre theologische Ausbildung an anderen Bildungseinrichtungen in den jeweiligen Ländern absolvieren.

Themen methodistischer Theologie

Das Online-Programm der Methodist e-Academy legt den Schwerpunkt auf methodistischen Studien in den Bereichen Geschichte des Methodismus, methodistische Lehre und Ethik sowie methodistisches Kirchenverständnis (mit Schwerpunkt auf der Mission im heutigen Europa). Die Studierenden belegen ein Modul pro Semester. In der Mehrzahl der Fälle sind die Studierenden während dieser Zeit entweder vor oder nach der Ordination im pastoralen Dienst tätig. Jedes Modul wird mit einem zwei- bis dreitägigen Blockseminar mit Präsenzunterricht und einer umfangreicheren schriftlichen Arbeit zum jeweiligen Blockthema abgeschlossen.

Persönliche Beziehungen wachsen

In seinem Beitrag beschreibt David N. Field detailliert die Ziele der Ausbildung, ehe er auf «zwei unvorhergesehene Konsequenzen» zu sprechen kommt, die «zunehmend an Bedeutung gewonnen haben». Die Methodist e-Academy habe zum einen intensive Beziehungen zwischen Kirchenverantwortlichen aus verschiedenen Teilen Europas entstehen lassen. Diese beschränkten sich nicht allein auf das Studienprogramm. «Eine Online-Gemeinschaftsgruppe, Gemeindebesuche und Partnerschaften zwischen Gemeinden in verschiedenen Ländern» seien daraus erwachsen.

Methodistische Vielfalt entdecken

Ausserdem sei durch die Methodist e-Academy interkontextuelles Lernen stark gefördert worden. Die Studierenden seien miteinander durch die gemeinsame Zugehörigkeit zur methodistischen Tradition verbunden. Doch sie kamen und kommen aus sehr unterschiedlichen Lebenskontexten. Sie «kamen aus den reichsten und einigen der ärmsten Nationen Europas. Einige kamen aus stark säkularisierten, andere aus tief religiösen Gesellschaften, allerdings mit unterschiedlichen dominanten Religionen – römisch-katholisch, östlich-orthodox oder islamisch.» Im Miteinander entdeckten die Studierenden laut Field, wie diese sehr unterschiedlichen Lebenszusammenhänge auch «zu einem sehr unterschiedlichen Verständnis der methodistischen Tradition und ihrer Verkörperung führen».

An Bedeutung gewonnen

Bei der Methodist e-Academy habe die Corona-Pandemie «zu einer Intensivierung der Entwicklung hin zu einer theologischen Online-Ausbildung geführt», schreibt Field. Es sei durchaus möglich, dass sich die Online-Ausildung nach der Pandemie als integraler Bestandteil der theologischen Ausbildung und der pastoralen Bildung etabliert habe. Die Erfolgsgeschichte geht also weiter.

S.F. / Blog-Beitrag von David N. Field
Beitragsbild: EMK Schweiz / SF (David N. Field bei einem Vortrag auf der methodistischen Synode 2019)

weitere Newsmeldungen