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Brote und Fische – eine diakonische Antwort auf Covid-19

11. Juni 2020

In Argentinien kommen immer mehr Menschen in existentielle wirtschaftliche Not. Sie haben kein Geld mehr, um Essen zu kaufen. Die Methodistenkirche in Argentinien sieht die Bedürfnisse der Menschen. Doch sie ist eine kleine Kirche mit sehr begrenzten Möglichkeiten. Wie kann ihre Antwort auf diese grosse und wachsende Not aussehen?

Dank strikter Quarantäne konnten in Argentinien die Covid-19 Erkrankungen lange Zeit verhältnismässig tief gehalten werden. Doch für viele Menschen, die wegen des Ausgehverbotes nicht arbeiten dürfen, verschlimmert sich die Situation. Ein Grossteil von ihnen ist im informellen Sektor beschäftigt. Ohne Arbeit erhalten sie keinen Lohn und sind auf Suppenküchen und die Hilfe eines Staates angewiesen, der seit Monaten in einer Wirtschaftskrise ist.

Jede Gabe ist gefragt

Die Methodistenkirche in Argentinien hat rasch eine Antwort gefunden, wie Gemeinschaft trotz der strengen Bedingungen der Quarantäne gelebt werden kann. Auf der Homepage finden sich Hilfestellungen für die Gemeinden und Material für die Arbeit mit Kindern. In nationalen Videogottesdiensten tragen Menschen aus verschiedenen Gemeinden etwas bei: Eine junge Frau aus Rosario liest den Bibeltext. Ein älterer Mann aus Salta bringt mit seiner Gitarre die Liedbegleitung. Der Bischof predigt vom Wohnzimmersessel aus.

Wie begegnet die Kirche mit ihrer kleinen Kraft nun der grossen Not vieler Menschen? Wie kann jede und jeder das beitragen, was möglich ist? Welche Gaben sind überhaupt vorhanden? Die Kirche startete Mitte April einen Aufruf an alle Mitglieder ihrer Gemeinden. Bist du volljährig und gehörst zu keiner Risikogruppe? Bist du bereit in Quartieren, wo die Not am grössten ist, in der Suppenküche zu helfen, Nothilfepakete zu packen und zu verteilen oder seelsorgerliche Unterstützung zu bieten? Alle Gaben sind gefragt und sind ein Dienst der Liebe für den leidenden Nächsten. Die Basis für das Handeln der Kirche ist die Aufforderung von Jesus an seine Jünger, einer grossen Menge von Menschen zu essen zu geben. Die Einladung ist: Gebt, was ihr habt, ob Brote und Fische oder etwas Zeit und Geld und Zuwendung. Auch wenn ihr das Gefühl habt, es sei zu wenig.

Freiwillige verteilen Essen

Bis Ende Mai haben dank der Initiative „Brote und Fische“ rund 380 Familien in verschiedenen Städten Hilfspakete bekommen. Darin waren Lebensmittel und teilweise auch Hygiene-Produkte. Die Kirche hat sich für diese Aktion mit dem Beratungszentrum CREAS zusammengetan, das viel Erfahrung in Projektmanagement hat. Zur Nothilfe für Menschen, die in ihren Vierteln eng aufeinander leben, gehört auch die Sensibilisierung für Hygienemassnahmen. Ein weiteres Hilfsprojekt wurde gemeinsam mit anderen sozialen Organisationen und Glaubensgemeinschaften und der für den Grossraum Buenos Aires ausgearbeitet. Hier sollen rund eine Million Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt werden.

Seit Wochen dienen nun manche leeren Kirchen als Lagerorte für Lebensmittelpakete. Freiwillige aus den Gemeinden stellen täglich Pakete zusammen, bringen diese vorbei, hören zu und koordinieren die Einsätze. Jede und jeder trägt etwas dazu bei, dass Menschen in Notlagen jetzt das bekommen, was sie zum Leben nötig haben: etwas zu essen.

Connexio, das Netzwerk für Mission und Diakonie der Evangelisch-methodistischen Kirche unterstützt die Methodistenkirche in Argentinien mit Projektbeiträgen und mit einem Nothilfebeitrag.


Bitte als Spendenzweck «Nothilfe» angeben.

Nicole Gutknecht, Connexio
Bild: Natalia Ochoa

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