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Mitarbeitende bereiten Essensportionen vor iM Hope House in Zürich

Fast 10 000 Essensportionen an Menschen in Not abgegeben

16. Juni 2020

Seit Ende März wurden im Take-Away für Personen am Rand der Gesellschaft in Zürich nahezu 10 000 Essenspakete verteilt. Bis zum 10. Juli wird das Angebot weiter betrieben. Ab Mitte August hoffen die Verantwortlichen, ihre regulären Angebote wieder eröffnen zu können.

Die Massnahmen des BAG in Zusammenhang mit der Eindämmung des Corona-Virus hatten Menschen am Rand der Gesellschaft besonders hart getroffen. Vier kirchliche Einrichtungen mit Sozialangeboten für diese Personen hatten darum Ende März beim Hope House in Zürich einen «Take-Away» eingerichtet.

Fast 10 000 Lebensmittelpakete abgegeben

In Spitzenzeiten verteilten die Mitarbeitenden bis zu 230 Essenspakete pro Tag. Aktuell sind es immer noch über 150. «Wir rechnen damit, dass wir am kommenden Freitag das 10 000ste Essenspacket abgeben können», sagt Gian-Duri Mögling. Er arbeitet bei Netz4, dem sozialdiakonischen Werk der Methodist/innen im Zürcher Stadtkreis 4, einem der kirchlichen Hilfswerke, die den «Take-Away» eingerichtet haben.

Nicht nur am Hope House wurden Lebensmittelpakete abgegeben. Täglich bringen die Mitarbeitenden auch 30 Papiertaschen mit Lebensmitteln von der Organisation «Schweizer Tafel» in verschiedene Notunterkünfte für Flüchtlinge.

Mehr als Essen

Seit Ende Mai gibt Gian-Duri Mögling allerdings selbst keine Essensportionen mehr ab. «Ich stehe draussen mit einer Leuchtweste, unter anderem um Gespräche führen zu können.» So könnten Personen auch einen Termin für ein Beratungsgespräch abmachen. Dieses finde dann meist am Nachmittag in den Räumlichkeiten des Netz4 statt.

Und wer bezahlt das alles? – «Der Take-Away als solcher, die Lebensmittel und die Infrastruktur, ist durch Beiträge der Glückskette und durch gezielte Spenden abgedeckt», sagt Gian-Duri Mögling. Nicht abgedeckt seien im Fall von Netz4 dagegen die Personalkosten. Da seien noch Beträge offen. «Wir sind für Spenden sehr dankbar.» Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Website des Hilfswerks.

«Treff54» wieder offen

Ende Mai bereits wieder gestartet ist der «Treff54», ein offener Treffpunkt für Menschen in sozial und allgemein schwierigen Lebenslagen. Hanna Habegger, die für die Arbeit verantwortlich ist, hatte ein Schutz-Konzept erstellt, damit das Projekt wieder starten konnte. Zwischen 10 und 20 Personen haben an den drei Anlässen jeweils teilgenommen. «Treff54» und der «Take-Away» werden bis zum 10. Juli angeboten. Für den «Treff54» ist dann Sommerpause bis Mitte August.

Neustart nach der Sommerpause

«Am 14. August werden wir im Netz4 mit dem ersten Imbiss54 wieder starten. Wir hoffen dann, das übliche Programm wieder fortführen zu können», sagt Gian-Duri Mögling. Ebenfalls nach der Sommerpause ab 14. August seien auch wieder Lebensmittelabgaben mit Lebensmitteln, die von der «Schweizer Tafel» zur Verfügung gestellt werden. Diese Abgabe wird weiterhin in Zusammenarbeit mit den Hilfsfwerken erfolgen, mit denen Netz4 auch für den Take-Away zusammengearbeitet hatte, mit der Heilsarmee und dem Chrischtehüsli.

S.F.
Beitragsbild: Frederik Bugglin / Netz4

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