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DIe zahlreichen LIvestreams luden zum Churchzapping ein.

«Plötzlich wurde ich zum Churchzapper»

Juni 25, 2020

Ein Ruhestandspfarrer, ein typischer Vertreter der Corona-Risikogruppe, hat während des Lockdown eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Zuerst zögerlich. Dann mit wachsender Freude. – Von den neuen Möglichkeiten einer «digitalen Kirche».

Ich wünsche mir die Corona-Lockdown-Zeit nicht zurück, aber… Ja es hat ein «aber»: Nach anfänglichen, ganz normalen Vorgängen am Sonntagmorgen, den Gottesdienst der eigenen Gemeinde im Internet zu lesen, dann zu hören und mit der Verlängerung der Pandemie auch zu sehen, das war eine spannende Entwicklung. Von Woche zu Woche war ich gespannt, was da Neues kommt.

Der Pfarrer, der «fremdgeht»

Angestachelt durch die Website der Methodist/innen in der Schweiz begann ich dann auch zu schauen, was die Nachbarbezirke und die weitere Umgebung anbieten. Und plötzlich wurde ich am Sonntagmorgen zum Churchzapper. Was im persönlich besuchten Gottesdienst nicht möglich ist, bot sich direkt an: wechseln, umschalten, zurückspulen, noch ein Mal genauer hinhören, Einblendungen in aller Ruhe lesen…

Bekannte Gesichter und neue Talente

Bei aller fehlenden Gemeinschaft war das Entdecken dieser unterschiedlichen Gottesdienste eine aufbauende Bereicherung: die verschiedenen Pfarrkolleg/innen aus der Dienstgemeinschaft, alte Bekannte, Musiker/innen, Moderatoren/innen und Freunde zu sehen und zu hören, war eine Freude.

So geht ein grosses Lob und ein riesen Dank an all die kreativen Methodist/innen landauf, landab, die im Hinter- und im Vordergrund nicht nur einfach die gottesdienstlose Zeit überbrückten, sondern neu Wege, Möglichkeiten und Formen gesucht und gefunden haben. Diese werden sicher auch in Zukunft Eingang finden, wenn wir wieder die Gottesdienste in unseren Kirchen und Kapellen besuchen können. Man hört auch munkeln, dass es da und dort beim Abklären und Planen der möglichen Techniken und Gestaltungsformen, Entdeckung von verborgenen Talenten gab…

Vom Virus gepackt

Mein Favorit war der Livestream der Methodist/innen in Hombrechtikon. Das ist keine objektive Wertung, sondern hat mit einem andern Virus zu tun (zu dem mein Körper keine Antikörper entwickeln konnte): Ich bin vom Camp-4-&-five-Virus befallen. In den Gottesdiensten aus Hombrechtikon blitzte vieles von diese Treffen auf: die genialen Technik mit professioneller Wiedergabe, das einladende Bühnenbild – mit viel Liebe gestaltet – und dann das Ganze mit einer grossen Vielfalt an geistlichen Inhalten moderiert, begleitet und sehr kreativ gefüllt für die ganze Familie mit verschiedenen Einspielungen.

Peter Steiger
Beitragsbild: Peter Steiger

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Kirche und Welt 7-8/2020

Der Beitrag erscheint in der aktuellen Ausgabe von «Kirche und Welt».