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Roma in Ugarn bei der Feldarbeit

Säen und ernten in ungarischen Roma-Gemeinschaften

Juni 29, 2020

Die Roma bilden in Ungarn die grösste ethnische Minderheit. Sie werden oft benachteiligt und ausgegrenzt. Die Methodist/innen dort engagieren sich seit langem für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen – zum Beispiel durch ein Landwirtschaftsprogramm.

Die genaue Zahl der Roma in Ungarn lässt nicht beziffern. Manche Roma bzeiechnen sich nicht als solche – aus Angst vor sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung. Klar ist aber: Die Roma-Gemeinschaft in Ungarn bildet mit über 700 000 Angehörigen die grösste ethnische Minderheit des Landes. Die Methodist/innen in Ungarn stellen sich schon seit Jahrzehnten an die Seite der Roma. Heute konzentrieren sich ihre Aktivitäten hauptsächlich auf die Orte , Alsózsolca, Kisvaszar, Kürtöspuszta, Somogyfajsz und Tatabánya.

Selbstversorgung ermöglichen

Ein wichtiger Teil der Aktivitäten besteht darin, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten – zum Beispiel in Form eines Landwirtschaftsprogramms. Dieses hat zum Ziel, Familien und Gemeinschaften im Bewirtschaften von Hinterhofgärten anzuleiten.

An mehreren Orten des Landes wurden Obstbäume gepflanzt. Da und dort wachsen nun auch Weintrauben. Ausserdem wird viel Gemüse angebaut: Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, Paprika usw. Mit der heranwachsenden Ernte können sich die Roma-Familien zu einem erfreulichen Teil selber versorgen. Dies trifft auch zu, wo Geflügel-, Hasen- und Ziegenzucht den Obst- und Gemüseanbau ergänzen. Zumindest teilweise wird auch angestrebt, dass die Roma ein gewisses Einkommen erzielen können – zum Beispiel durch den Anbau und den Verkauf von Quitten.

Grossräumiger denken

Wurden bisher im Rahmen des Landwirtschaftsprogramms praktisch alle Arbeiten von Hand ausgeführt, gibt es nun auch erste Versuche, grossräumiger zu denken und Schritte zu einer maschinellen Landwirtschaft zu tun. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit einer ökumenischen Hilfsorganisation.

Noch in diesem Jahr soll in Kürtöspuszta ein Gewächshaus gebaut werden, um witterungsunabhängiger Gemüse anbauen zu können.

Langfristig helfen

Die Verantwortlichen des Landwirtschaftsprogramms sind überzeugt, dass das Wiederentdecken der Hinterhofgärten und eine Weiterentwicklung der gegenwärtigen Aktivitäten wichtige Schritte im Blick auf eine Selbstversorgung der beteiligten Roma in ländlichen Gegenden darstellen. Wo sich Erwachsene das notwendige Wissen aneignen und es dann an ihre Kinder weitergeben, entstehen gute Voraussetzungen, dass die heute geleistete Hilfe auch langfristig die Lebensbedingungen der Menschen segensreich zu prägen vermag.

Quelle: EMK in Ungarn / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs, Zürich (Schweiz)
Bild: zVg (EMK Ungarn) / Karte: OpenStreetMap

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