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Forum zu Rassismus: «Die Leute können sich entscheiden, auf der Seite der Zukunft zu stehen»

25. August 2020

Die Methodistenkirche in den USA hat im Rahmen ihrer Antirassismus-Kampagne eine weitere Podiumsveranstaltung durchgeführt. Zu Wort kamen Personen, die in der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre aktiv waren – und Parallelen zu heute zogen.

Die Methodist/innen sollten nicht länger abseits stehen, sondern sich direkt in die us-amerikanische Bewegung für Rassengleichheit einbringen, sagte Bischof Joel N. Martinez während der zweiten virtuellen Podiumsdiskussionen über Rassismus der Methodistenkirche in den USA. Martinez ist pensionierter methodistischer Bischof und engagiert sich für soziale Gerechtigkeit.

Fortsetzung der Bürgerrechtsbewegung

Die am 19. August auf der Website von United Methodist Communications und der Facebook-Seite der United MethodistChurch ausgestrahlte Sendung war Teil einer Reihe von Forumsveranstaltungen, die zur Diskussion über die Überwindung des Rassismus abgehalten wurden. Neben Martinez nahmen auch der pensionierte Pfarrer und methoditische Bürgerrechtsaktivist James Lawson, Sue Thrasher und Clara Ester teil. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die «Black Lives Matter»-Bewegung eine Fortsetzung der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre ist.

Gezielte Provokationen

James Lawson erzählte, er sei in den 1960er Jahren auf «professionelle Plünderer» und «Provokateure der Polizei» gestossen. Deren Aufgabe sei es gewesen, die Bürgerrechtsbewegung zu untergraben. Dieselben Kräfte seienseiner Einschätzung nach auch während der «Black Lives Matter»-Proteste im Spiel. «Es gab 2020 in über 700 Städten gewaltlose Demonstrationen», sagte Lawson. «Die Leute waren im Grossen und Ganzen sehr engagiert, aber ohne Gewalt mit dabei.» Die Gewalt während der jüngsten Proteste in Portland, Oregon, Seattle und anderen Städten sei das Produkt von Polizei und Bundesvollzugsbeamten gewesen, die «aktiv an provokativem Verhalten beteiligt waren».

Ungelöste Probleme

Auslöser für die Unruhen in den USA waren verschiedene Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern. Diese Vorfälle zeigten, wie wenig die Bürgerrechtskämpfe bislang verändert hätten, sagte Clara Ester. Sie setzt sich seit Jahren für soziale Gerechtigkeit und des Abbau von Rassismus. Ester war bei der Ermordung Martin Luther King jr. am 4. April 1968 in dessen unmittelbarer Nähe. «Die Probleme sind nicht gelöst», sagte Ester. «Das Gute daran ist, dass sich dieses Land jetzt um diese Bewegung herum gegen den Rassismus mobilisieren lässt. Dies ist der richtige Zeitpunkt für die Methodistenkirche, Teil der Bewegung zu werden und zu sagen: ‹Genug ist genug›.»

Möglichkeit zur Entscheidung

Sue Thrasher nannte die »Black Lives Matter»-Bewegung «eine wunderbare Gelegenheit» sowohl wegen des Eifers unter den Demonstrant/innen, als auch wegen des damit verbundenen Gegendrucks. «Wir haben eine Regierung … die tatsächlich die anderen Seite dieser Medaille legitimiert…, die gegen Rassengerechtigkeit ist», sagte sie. «Die Leute können sich also entscheiden, auf der Seite der Zukunft zu stehen. Wenn sie das tun, bedeutet das, daran zu arbeiten, etwas zu schaffen, das anders ist.»

Die Podiumsdiskussion wurde von Erin Hawkins moderiert. Sie leitet die «Kommission für Religion und Rasse» der Methodist/innen in den USA.

S.F. / Originalbeitrag: Jim Patterson, UM-News
Beitragsbild: UM-News

Videomitschnitt des Podiumsgesprächs

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Wie wird Veränderung möglich?

Das nächste Forum ist für Mittwoch, den 26. August geplant. Um 19.00 Uhr mitteleueropäischer Sommerzeit sprechen dann junge us-amerikanische Methodist/innen darüber, wie nach ihrer Meinung die Methodistenkirche mit gezieltem Handeln einen Wandel mit herbeiführen kann.