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Andrea Schwarz unterstützt Sumaia

Dank Schulassistenz gehört Sumaia selbstverständlich dazu

September 9, 2020

Im österreichischen Bundesland Oberösterreich erhalten Kinder mit Behinderung in der Schule Unterstützung durch Schulassisten/innen. Im Auftrag des zur Methodistenkirche in Österreich gehörenden Diakonie Zentrums Spattstrasse in Linz sind 540 Schulassisten/innen an 340 Schulen im Einsatz. Andrea Schwarz ist eine von ihnen.

Andrea Schwarz betreut fünf Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung an der Volksschule Ottensheim. Mit ihrer Unterstützung ist es möglich, dass diese Kinder hier einfach dazugehören und lernen können wie alle anderen auch.

Unterstützung für Sumaia

Es ist ruhig in der 2a. Die Kinder arbeiten konzentriert an den Aufgaben in ihren Heften. Die Klassenlehrerin Elke Forst hat gerade aus einem Buch vorgelesen. Die Schulassistentin Andrea Schwarz reagiert aufmerksam auf die Signale ihrer fünf Schützlinge. Eine von ihnen ist die 8-jährige Sumaia. Sie erledigt ihre Aufgaben in ihrem Heft. Die Schulbank der zarten Schülerin ist höher als die anderen Schulbänke in der Klasse. So kann sie, in ihrem Rollstuhl sitzend, gut arbeiten. Sumaia lebt mit Tetraplegie, einer Form der Querschnittlähmung, bei der sowohl Arme als auch Beine betroffen sind. Sumaia braucht Hilfe und hebt suchend den Blick. Schon kommt Andrea Schwarz zu ihr. Die beiden verständigen sich leise. Nach ihrer Erklärung lächelt die Assistentin ihrer Schülerin ermutigend und nickend zu.

Selbstverständlich mit dabei

Wenige Minuten später läutet die Glocke zur Pause. Eine Klassenkameradin schiebt Sumaia im Rollstuhl summend aus der Klasse zum Pausenbereich vor der Tür. Dort plaudern die Mädchen vergnügt und angeregt. Hier gehört Sumaia einfach dazu. Dass sie mit ihrer Behinderung lebt, ist für sie ebenso selbstverständlich wie für ihre Klassenkamerad/innen. Andrea Schwarz ist aufmerksam in der Nähe der Integrationskinder und unterstützend da, wo die Behinderung sie daran hindern würde, mitzumachen.

Die Klassenlehrerin Elke Forst und die Sonderpädagogin Judith Kreiner sind sich einig: «Andrea Schwarz ist unsere Perle. In der Klasse ist sie eine grosse Unterstützung. Sie nimmt wahr, welches Kind gerade Unterstützung braucht und was zu tun ist. Wir haben grosses Glück mit ihr.» Die beiden Pädagoginnen bilden mit der Schulassistentin Andrea Schwarz ein eingespieltes Team.

«Wir gehören zusammen»

Die Coronazeit hat im vergangenen Semester dieser ruhigen und vertrauten gemeinsamen Lernatmosphäre an der Schule ein jähes Ende bereitet. Als die Schulen im Mai wieder geöffnet wurden, wurde die Klasse geteilt, um die Ansteckungsgefahr für die besonders gefährdeten Kinder zu reduzieren. Die Sonderpädagogin Judith Kreiner übersiedelte mit Sumaia, drei weiteren Integrationskindern und der Schulassistentin Andrea Schwarz und in einen freien Raum der Nachmittagsbetreuung. «Es war schön in der kleinen Gruppe zu lernen. Aber ich hoffe, dass wir im Herbst wieder alle gemeinsam in der Klasse sein können«, meint Sumaia. «Ich vermisse meine Freundinnen, und ich möchte bei den anderen sein. Wir gehören zusammen.»

Die Integration gelingt

«Auch die Kinder, die in der Klasse geblieben sind, vermissen ihre vier Mitschüler/innen, die gesondert unterrichtet wurden», erzählt Andrea Schwarz. Die Freude der Kinder auf die Begegnungen ist für die Assistentin eine klare Bestätigung dafür, dass Integration hier gelingt und Kinder mit Behinderung ganz einfach dazugehören.

Eva Rumplmayr, Diakonie Zentrum Spattstrasse / S.F.
Bild: Diakonie Zentrum Spattstrasse

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Diakonie Zentrum Spattstrasse

Seit 1963 leistet die Diakonie Zentrum Spattstrasse in Linz Pionierarbeit im Bereich der Sozial- und Heilpädagogik sowie im Bereich der medizinisch-therapeutischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Not und Krisensituationen. Das bedarfsorientierte Leistungsangebot erstreckt sich von stationären Wohnformen über ambulante Dienste bis hin zur mobilen Begleitung und Betreuung.

Das Diakonie Zentrum Spattstrasse gehört zur Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich.

Schulassistent/innen

Im Schuljahr 2019/2020 beschäftigt das Diakonie Zentrum Spattstrasse 540 Assistent/innen an 340 Schulen im gesamten Bundesland Oberösterreich. Der überwiegende Teil dieser Assistenz wird von Frauen geleistet. Finanziert wird die Assistenz aus Mitteln des Bundeslandes Oberösterreich.

Begleitet werden Schüler/innen an Pflichtschulen und Höheren Schulen mit Mehrfachbehinderung, Cerebralen Bewegungsstörungen, Hör- und Sehbehinderung, Morbus Down, Lernbehinderung, Entwicklungsverzögerung, Autismusspektrumsstörung, ADS / ADHS usw.