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Arbeiter demonstrieren gegen Arbeitsrechtsverletzungen

«Wirtschaft braucht Menschenrechte»

Oktober 14, 2020

Der Rat der EKS und die Schweizerische Bischofskonferenz haben in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Unterstützung für die Konzernverantwortungsinitiative bekräftigt.

Die Konzernverantwortungsinitiative (KVI), über die am 29. November in der Schweiz abgestimmt wird, wurde von den vielen Landeskirchen, Verbänden und kirchlichen Hilfswerken schon sehr früh unterstützt. Inzwischen melden sich auch kritische kirchliche Stimmen zur KVI zu Wort. Am 8. Oktober haben der Rat der EKS und die Scheizerische Bischofskonferenz in einer gemeinsamen Stellungnahme unter dem Titel «Wirtschaft braucht Menschenrechte» ihre Unterstützung für die KVI bekräftigt.

Menschenrechte schützen

«Die Anliegen der KVI betreffen grundlegende Fragen der Anerkennung und Durchsetzung der Menschenrechte und von Umweltstandards», heisst es in der Stellungnahme. Dabei habe die KVI besonders Menschenrechtsverletzungen im Blick, von denen vor allem die ärmsten und wehrlosesten Menschen betroffen seien. Sie richte «einen dringenden Appell an die eigene Regierung und die Staatengemeinschaft, entschiedener und kompromissloser für die Geltung und Einhaltung der Menschenrechte an jedem Ort der Welt einzutreten.»

Ihre besondere Berechtigung erhalte die Initiative vor dem Hintergrund, dass die meisten Opfer von Menschenrechtsverletzungen weder über das Wissen noch die Kompetenzen oder Ressourcen verfügten, um sich dagegen zur Wehr setzen und unter den schützenden Menschenrechtsschirm flüchten zu können. «Es wäre doch zynisch, wenn den Menschen zwar gesagt wird, dass sie Rechte haben, aber niemand sie dabei unterstützt, diese auch einfordern zu können« wird Ratsmitglied Pierre-Philippe Blaser in der Medienmitteilung der EKS zitiert.

Die ethische Leitidee der KVI

Die Stellungnahme hebt die ethische Leitidee hinter der Initiative hervor, die durch deren rechtlichen Charakter verdeckt werde. Es gehe um die «rechtsstaatliche und und humanitäre Herkunftskultur, die schweizerische Unternehmen in die Welt tragen. Kein Unternehmen sollte sich mit der Missachtung oder Umgehung von Menschenrechten schmücken oder daraus Profit oder Konkurrenzvorteile schlagen können.»

Die Methodistenkirche ist ebenfalls Mitglied der EKS. In einer Stellungnahme hat der Ausschuss «Kirche und Gesellschaft» die Unterstützung der KVI durch die Methodistenkirche begründet. Auch verschiedene Methodist/innen unterstützen als Einzelpersonen die KVI, darunter Bischof Patrick Streiff, Ulrich Bachmann, Leiter des Hilfswerk der Methodist/innen in der Schweiz, und Distriktsvorsteherin Claudia Haslebacher.

S.F.
Beitragsbild: IndustriALL Global Union, flickr.com, (CC BY-NC-ND 2.0)

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