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«Hocheitstorte» aus Kiel

Frischer Wind bei Methodisten in Kiel

19. Oktober 2020

In den Räumen der klein gewordenen deutschen Methodisten­gemeinde in Kiel ist eine neue inter­nationale Gemeinde entstanden. Am 4. Oktober haben sie sich zusammen­­ge­schlossen. Der Zusammen­schluss ist ein Gewinn für beide.

Die «International Kiel Church» ist eine junge Gemeinschaft. Vor drei Jahren zog das Pastorenehepaar Nico und Natacha Chantel nach Kiel, um dort eine internationale christliche Gemeinschaft aufzubauen. Sie hatten mehrere Monate eingeplant, um das neue Umfeld und die dortigen missionarischen Möglichkeiten zu erkunden. Unter anderem besuchten sie dazu verschiedene Kirchgemeinden in Kiel, stellten sich vor und erkundigten sich nach Räumlichkeiten für eine international ausgerichtete kirchliche Arbeit. Die Kieler Methodist/innen erklärten sich sofort bereit, ihre Räume zur Verfügung zu stellen. Bereits im Herbst 2017 startete eine Bibelgruppe. Zu einer internationalen Thanksgiving-Feier im November 2017 wurde vor allem im Umfeld der Universität Kiel eingeladen. Seither feiert die Gemeinde regelmässig englischsprachige Gottesdienste.

Eine junge, internationale Gemeinschaft

Immer mehr Menschen aus allen Teilen der Welt stiessen im Internet auf das Angebot dieser jungen internationalen Gemeinde in Kiel oder wurden von anderen eingeladen. Von Anfang an war eine Weltkarte bei jeder Veranstaltung präsent. Sie füllte sich zunehmend mit Nadeln, mit denen Besucher/innen ihre Herkunftsländer markierten. Inzwischen sind es 67.

Nicht nur die Gemeinde ist jung, auch ihre Besucher/innen sind es. Viele weilen zum Studium oder zur Promotion in Kiel. Aber es haben sich der Gemeinde auch Menschen angeschlossen, die langfristig in Deutschland leben. Darunter sind auch «Einheimische», die in dieser lebendigen Gemeinde ihre geistliche Heimat gefunden haben.

Gemeinsamkeiten besiegeln

Der auf vier bis fünf Jahre angelegte Einsatz des Gründerehepaares Nico und Natacha Chantel war eine Herausforderung für alle Beteiligten. Es war klar, dass sie nach dieser Zeit weiterziehen würden. Ursprünglich sollte die Gemeindegründung gar nicht an eine bestimmte Denomination gebunden werden. Bald schon wurde aber deutlich, dass das Profil der international ausgerichteten «Kiel Church» und der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) sehr gut zueinander passten.

So kam es, dass die junge Gemeinde um Aufnahme in die EMK bat. Die Gemeinden feierten mehrere gemeinsame Gottesdienste. In vielen Gesprächen wurde eine mögliche gemeinsame Zukunft eingehend beraten. Anfang Oktober war es dann soweit: Die deutschsprachige methodistische Gemeinde und die «International Kiel Church» bilden seither gemeinsam den EMK-Bezirk Kiel.

Bemerkenswerte Offenheit

«Ein Kennzeichen der ‹Kiel Church› ist ihre Offenheit für alle Menschen und ihre Leidenschaft für Christus, die sehr authentisch und missionarisch ist, ohne jemandem den christlichen Glauben aufzudrängen», erklärt Hartmut Kraft, der als Pastor den Bezirk Kiel der EMK leitet. Aus ganz unterschiedlichen Traditionen kämen in dieser jungen Gemeinde Menschen zusammen und übten miteinander «Einheit in Vielfalt leben» ein. Es kämen aber auch Leute ganz neu zum Glauben an Jesus Christus, erzählt der von Hamburg aus für den Bezirk Kiel zuständige Pastor.

Ein starker Zusammenhalt sei ebenfalls ein wesentliches Kennzeichen dieser jungen Gemeinde, die von vielen als «grosse Familie» erlebt und beschrieben werde. Keine drei Jahre nach dem Start der internationalen Gemeinde war der Gottesdienstbesuch Anfang des Jahres 2020 auf über sechzig Personen angewachsen. Die Corona-Einschränkungen machten auch der «Kiel Church» zu schaffen. Doch die Dynamik hielt an, obwohl vorübergehend viele Anlässe nur online durchgeführt werden konnten.

Feier mit «Hochzeitstorte»

Die deutsche Gemeinde und ihr Pastor unterstützten die Gemeindegründung in ihren Räumlichkeiten auf vielfältige Weise. Gleichzeitig profitierte die in den letzten Jahren klein gewordene bestehende Gemeinde von der jungen und dynamischen Arbeit der Kiel Church.

Für die Vereinigung hatte die Frauengruppe der internationalen Gemeinde eine riesige Hochzeitstorte vorbereitet. Corona-Vorschriften schränkten die Möglichkeiten des Feierns im Gottesdienst und danach zwar ein, aber sie vermochten die Freude und Dankbarkeit nicht zu trüben.

Klaus Ulrich Ruof, emk.de / S.F.
Beitragsbild:  EMK Kiel (via emk.de)

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