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«‹Bilderbuch› stand eigentlich nicht auf meiner To-Do-Liste»

Januar 14, 2021

«Der längste Hals der Welt» heisst das jüngst erschienene Kinderbuch von Mirjam Wäfler, Methodistin in Heiligenschwendi. Es handelt von der Giraffe Ramira und ihrem viel zu langen Hals. – Ein Gespräch mit der Autorin.

Mirjam, ein Kinderbuch zu malen und zu schreiben ist nicht gerade naheliegend: Wie bist Du darauf gekommen, so etwas in Angriff zu nehmen?

Geschichten zu erfinden machte mir schon immer Spass – sei es als Lehrerin, in Kinderlagern oder dann später für meine Kinder. Das fiel mir leicht. Auch Bilderbücher begleiten mich schon lange. Ich finde sie super, weil sie so vielschichtig sind und überhaupt nicht nur für Kinder.

Ein Bilderbuch zu machen wäre wohl trotzdem nicht auf meiner To-Do-Liste gestanden, wenn ich nicht Mutter geworden wäre. Die Geschichte von Ramira mit ihrem langen Hals ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte sie für meinen Sohn festhalten. Die Idee, daraus ein Bilderbuch zu gestalten, kam im Gespräch mit meinem Mann. Von da ging es einfach Schritt um Schritt weiter.

Vermutlich gibt es in Thun nicht sehr viele Giraffen. Wie ist die Idee zu dieser Geschichte entstanden?

Tatsächlich bin ich in Thun noch nicht vielen Giraffen begegnet, auch in Glarus nicht, wo wir noch wohnten, als das Ganze seinen Anfang nahm. Die Geschichte entstand ganz spontan, wie so oft, einfach aus dem Bauch heraus.

Inspiriert haben mich zwei Dinge: Eine Giraffe auf einem Kleidli von unserem Sohn und die Frage, warum viele Menschen sich so schwer tun, sich selbst anzunehmen. Ich weiss aus Erfahrung, dass es nicht einfach an den Menschen um uns herum liegt. So oft wir auch von anderen hören, dass sie uns mögen, wie wir sind, und so wichtig das auch ist: Es ist eine wackelige Grundlage für den Selbstwert. Ich bin überzeugt, dass die Frage tiefer geht und darum auch die Antwort bei jemandem, der grösser ist, gesucht werden muss. Bei Ramira ist es der Himmelskönig und bei mir – Jesus.

Für wen könnte dieses Buch genau das Richtige sein?

In erster Linie ist es natürlich für Kinder. Zum Erzählen, Vorlesen oder später zum selber Lesen. Es ist aber auch für alle, die ein Geschenk suchen. Ich finde es schön, das Buch zu verschenken und damit zu sagen: Ich mag dich und ich gehe mit dir auf dem Weg, deine Antworten zu suchen und zu finden. Und nicht zuletzt ist es genau das Richtige für alle Bilderbücher-Liebhaber/innen wie mich.

Hast Du schon ein nächstes Buchprojekt in Planung?

«Der längste Hals der Welt» ist Silvan, unserem ältesten Sohn, gewidmet. Mittlerweile haben wir vier Jungs und ich habe auch noch viele Fragen, die mich beschäftigen, also… es kann gut noch weitergehen.

Tatsächlich arbeite ich an den Bildern für ein zweites Buch, und weitere Geschichten geistern in meinem Kopf herum… Ich bin gespannt, was daraus noch alles wird.

S.F.
Bild: Mirjam Wäfler, zVg

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«Der längste Hals der Welt»

Das Kinderbuch von Mirjam Wäfler erzählt von der Giraffe Ramira. Sie hat einen überaus langen Hals. Das macht ihr Mühe. Doch sie hat schon eine Idee… Eine Geschichte über das Pläneschmieden, Scheitern und Neuanfangen, über Freundschaft und eine Entdeckung, die das Herz zum Leuchten bringt.

Mirjam Wäfler, Der längste Hals der Welt, MOSAICSTONES, 19.80 CHF, ISBN978-3-906959-40-5

 

Mirjam Wäfler

wohnt mit ihrem Mann und ihren vier Jungs in Heiligenschwendi. Wenn sie nicht gerade als Lehrerin arbeitet, geniesst sie die Zeit mit ihrer Familie, die schöne Natur und natürlich gute Bücher.