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Vorstand des Gemeinschaftsbundes

«Gemeinschaftsbund» in Deutschland gegründet

16. Februar 2021

Am vergangenen Wochenende fand die Gründungsversammlung für den «Gemeinschaftsbund» der Methodistenkirche in Deutschland statt. In ihm sollen Menschen und Gemeinden mit überwiegend konservativer Prägung in sexualethischen Fragen innerhalb der Kirche eine Heimat haben können.

Im hessischen Braunfels (D) wurde mit einem Treffen am 12. und 13. Februar der «Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche» in Deutschland gegründet. Die Gründung eines solchen Bundes ist eines der Ergebnisse einer anderthalbjährigen Beratung des im Mai 2019 für den deutschen Teil der Methodistenkirche gebildeten Runden Tischs. Darin ging es um unterschiedliche Sichtweisen in Fragen der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller.

Teil eines Prozesses

Der im vergangenen November vom Kirchenvorstand der Methodist/innen in Deutschland auf einstimmigen Vorschlag des Runden Tischs gefasste Beschluss sah die Gründung eines Gemeinschaftsbunds vor. Darin sollten Menschen und Gemeinden mit überwiegend konservativer Prägung in sexualethischen Fragen weiterhin innerhalb der Kirche eine Heimat haben können.

Eine sinnvolle Entscheidung

Auf die anstrengenden Beratungen bis zur Entscheidung des Kirchenvorstands nahm Andreas Kraft bei der gottesdienstlichen Eröffnung der Braunfelser Veranstaltung am Freitagabend Bezug. Dieser neue Bund sei «kein Wunschkind», erklärte der Hamburger Pastor und Mitglied des aus drei Personen bestehenden Leitungsteams des Bundes. «Wir sind dankbar für das, was uns Christus geschenkt hat, und das wollen wir gerne weitertragen.» Die getroffene Entscheidung, ein Gefäss anzubieten, in dem konservative Frömmigkeit gelebt werden könne, sei sinnvoll.

Vertrauen wurde geschaffen

Ausdrücklich betonte der Pastor, dass durch die Arbeit des Runden Tischs «viel Vertrauen geschaffen wurde». Es sei ein gutes Miteinander entstanden, aber es seien auf beiden Seiten auch noch Vorbehalte da. Jetzt gehe es darum, im entstandenen Vertrauen die nächsten Schritte zu tun.

Grosse Zustimmung

Der für die Methodistenkirche in Deutschland zuständige Bischof Harald Rückert richtete ein Grusswort an die Gründungsversammlung. Die Gründung des Gemeinschaftsbunds als Teil der Methodistenkirche in Deutschland habe in weiten Teilen der Ökumene viel Aufmerksamkeit erregt und viel Zuspruch gefunden. Auch in der weltweiten Methodistenkirche sei der Prozess aufmerksam registriert worden.

Ein starkes Zeugnis

In der Gesellschaft und auch in der Kirche würde zurzeit eher Spaltung, Abgrenzung und Trennung propagiert, so Rückert weiter. Dies geschehe leider auch in der weltweiten Methodistenkirche. «Wir gehen einen anderen Weg in Deutschland», betonte der Bischof demgegenüber. Er sieht darin ein starkes Zeugnis, das auch für die Gesellschaft bedeutsam sein könne.

Netzwerk von Hauskreisen

Nach der Gründung des Gemeinschaftsbunds stünden die ersten Projekte an, um dem Bund Gestalt zu geben, erklärte Stefan Kraft, Superintendent und Leiter und Sprecher des Gemeinschaftsbunds, im Schlussteil der Gründungsversammlung. Vorrangig nannte er dabei ein als «Projekt 100 Hauskreise» beschriebenes Netzwerk, mit dem Menschen verbunden werden sollten, die die Anliegen des Gemeinschaftsbunds teilen. Ausserdem würden Regionaltage geplant, die Organisation von Gebetsgruppen stehe an und es gehe um die Gewinnung von Mitarbeiter/innen sowie die Entwicklung einer die Arbeit des Bundes unterstützenden Struktur.

Klaus Ulrich Ruof, emk.de / S.F.
Beitragsbild: Klaus Ulrich Ruof, emk.de 
Bildbeschreibeung: Der Vorstand des Gemeinschaftsbunds der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Hintere Reihe: Pastor Andreas Kraft, Superintendent Stefan Kraft, Pastor Steffen Klug; mittlere Reihe: Alexandra Brenner, Pastor Andreas Hertig, Claudia Kittsteiner; vordere Reihe: Dorothea Hinske, Stefan Kehr, Pastor Reiner Dauner. Nicht im Bild: Prof. Dr. Roland Gebauer und Pastor Christian Meischner.

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