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Pfarrer Christian Hagen

Vom Atheisten zum Pfarrer

25. Februar 2021

Am 10. Februar 2021 ist Christian Hagen gestorben. Er war Pfarrer der Methodistenkirche in der Schweiz.

Christian Hagen wurde am 23.12.1977 geboren und wuchs in Lustenau (Österreich) auf. Nach seiner Schulzeit und dem Abitur (Lehrfach Religion) trat er seine erste Arbeitsstelle in der Textilbranche bei der Stickerei Blatter in Lustenau an. Danach war Christian Hagen ab 2001 Geschäftsführer und Miteigentümer der Qualitext Stickerei in Lustenau. Ab 2007 studierte er nebenberuflich christlichen Philosophie an der Universität Innsbruck. 2009 heiratete er Michaela Koeck. Zwischen 2009 und 2011 absolvierte Christian Hagen dann den Bachelorstudiengang an der Theologischen Hochschule Reutlingen, der Ausbildungsstätte der Methodistenkirche im deutschsprachigen Raum. Ehe er 2012 den Masterstudiengang antrat, machte er ein Praktikum in den methodistischen Kirchgemeinden in Uzwil und Flawil. Nach Abschluss seines Masterstudiums war er von 2014 bis 2021 als Pfarrer in der Methodistenkirche in Herisau tätig.

Christian Hagen war ein offener Denker, der nach einem eindrücklichen Glaubensweg vom Atheisten zum Pfarrer sich immer intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzte. In theologischen, politischen und kirchlichen Fragen war er ein herausfordernder Diskussionspartner. Als leidenschaftlicher Verkündiger und Blogger folgte er seiner Berufung, Gottes Reich zu verkünden und die Menschen zu ermutigen, Jesus von Nazareth nachzufolgen. Er war ein sehr belesener Mensch und ein kompetenter Lehrer, der andere in ihrem Glauben förderte, ermutigte und stärkte. Als fürsorglicher Ehemann und Vater hat er sich bis zuletzt immer wieder Gedanken gemacht, was für seine Frau Michaela und die vier Kinder hilfreich, wichtig und gut ist.

Ende Oktober 2020 wurde bei Christian Hagen Krebs diagnostiziert. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr. Die Familie zog Anfang Februar 2021 wieder nach Österreich um. Am 10. Februar ist Christian Hagen auf der Palliativstation des Landeskrankenhauses Hohenems verstorben.

Mit seinem leidenschaftlichen Glauben hat er zahlreiche Segensspuren im Leben von einzelnen, der methodistischen Gemeinde in Herisau und der Methodistenkirche hinterlassen.