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Flavia Contreras und Roman Gnägi

«Wir konnten eine vertrauensvolle Partnerschaft aufbauen»

19. März 2021

Seit 2017 hat das Ehepaar Flavia Contreras und Roman Gnägi die Arbeit von Connexio in Kambodscha koordiniert. Flavia hat im Landwirtschafts- und Gesundheitsprogramm gearbeitet. Roman hat Projekte und Initiativen der Methodistenkirche beraten. Sie erzählen, was sie eindrücklich finden, was sie der Kirche wünschen und was Karneval und Kambodscha gemeinsam haben.

Was von dem, was ihr umsetzen wolltet ist gut gelungen?

Flavia: Es war möglich, unserer Partnerorganisation zu helfen, Projekte von Gemeinden zu dokumentieren. Viele meiner Vorschläge wurden umgesetzt. Das macht Freude und zeigt, dass wir eine vertrauensvolle Partnerschaft aufbauen konnten.

Roman: Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Finanzkomitee war erfreulich, weil dieses jetzt unabhängig und praktisch ohne Beratung der ausländischen Fachpersonen funktioniert. Das war von Anfang an das Ziel.

Was waren die Highlights, was gefiel euch besonders?

Flavia: In der Coronakrise sind die Menschen zusammengekommen und wir konnten mit den grosszügigen Spenden aus der Schweiz und Frankreich etwas zur Linderung der Not hier in Kambodscha beitragen. Die Reaktion der Kirche in der Schweiz und Frankreich und auch hier im Land war sehr eindrücklich und berührend.

Roman: Ein Highlight war auch das Gefühl, in der Methodistenkirche und an der Bibelschule zu einer Gemeinschaft zu gehören. Wir haben zusammen Ausflüge gemacht und an der Schule Englisch unterrichtet.

Und worauf hättet ihr verzichten können?

Roman: Abgesehen von Covid, hätten wir auch gerne auf einige Uneinigkeiten innerhalb der Partnerorganisationen verzichtet.

Flavia: Entwicklungszusammenarbeit ist oft schwierig und manchmal hat man das Gefühl, Rückschritte zu machen. Aber übers Ganze gesehen sind wir zufrieden, dass wir doch alle an einem Strang gezogen haben.

Flavia, du hast vor dem Einsatz gesagt: «Gutes Essen wird es geben, da bin ich mir sicher.» War es so?

Flavia: Ja, so viele verschiedene Auswahlmöglichkeiten bei dem, was man essen kann, es war ein Traum! Besonders gern habe ich zum Frühstück Reis und grilliertes Schweinefleisch. Ich habe kambodschanisch kochen gelernt.

Roman, Du hast dich auf neue Freundschaften gefreut. Hat sich dieser Wunsch erfüllt?

Roman: Ja, wir hatten wirklich schöne Freundschaften hier. In der Arbeit hatten wir es besonders nett mit den Kollegen und Studierenden von der Bibelschule. Es war super, dass wir unser Büro direkt bei der Schule hatten und oft zusammen essen konnten. Ausserhalb der Arbeit war die grosse Überraschung, dass wir viele Freunde aus Lateinamerika hatten. Dass wir unsere hiesigen Freunde verlassen müssen, ist sicher etwas vom Schwierigsten daran, dass wir jetzt weiterziehen.

Welche eurer sonstigen Erwartungen haben sich erfüllt?

Flavia: Mit den Partnerorganisationen haben wir wirklich gemeinsam gelernt und einander eine Chance gegeben. Wir hatten gehofft, dass das so sein wird und es ist auch so gekommen.

Ihr möchtet weiterziehen nach Afrika. Was werdet ihr vermissen?

Flavia: Ich werde alles sehr vermissen. Alles, ausser dass man auf der Strasse keine Fussgängerwege hat. Ich habe in Kambodscha, so weit weg von Mexiko, ein neues Zuhause gefunden.

Roman: Vor allem die Cafékultur. Dass man sich immer mit Freunden zu einem Café treffen kann und zusammen einen schönen Nachmittag hat.

Was wünscht ihr den Menschen und der Kirche in Kambodscha für die Zukunft?

Flavia: Von ganzem Herzen einfach das Beste. Gesundheit, weil eine Krankheit hier teuer sein kann. Glück und Zufriedenheit, und dass die Gemeinschaft sich gegenseitig unterstützt.

Roman: Für die Kirche besonders auch, dass die junge Generation sehr aktiv wird und sich gut einbringen kann. Es hat ganz viele Jugendliche und Kinder in der Kirche. Die grosse Hoffnung kann sein, dass sie viel Schönes aufbauen.

Bitte ergänzt diese Sätze:

Leben in Kambodscha ist für mich…

Flavia: … ein Karneval, weil immer so viel läuft.

Wenn Kambodscha eine Farbe hätte, wäre dies für mich…

Roman: … ein schönes Abendrot, weil die Sonnenuntergänge hier so oft grossartig sind.

Ich liebe in Kambodscha den Geruch…

Flavia: … von Jasmin, weil es frisch und süss ist und mich einfach glücklich macht.

Was ihr sonst noch sagen wolltet…

Roman: Wir wollen wirklich all den Menschen danken, die das Programm in Kambodscha begleitet haben. Das Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde, war sehr wichtig, und wir hoffen, einen guten Beitrag geleistet zu haben. Es ist toll, wie die Methodistenkirche sich für die Ärmsten einsetzt.

Danke, Roman und Flavia, dass ihr sehr kompetent und feinfühlig unsere Projektpartner begleitet habt. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

Nicole Gutknecht, Connexio
Bild: Thomas Hannimann, Connexio

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Partnerschaft

Connexio, das Netzwerk für Mission und Diakonie der Methodistenkirche in der Schweiz, unterstützt die Arbeit der Methodistenkirche in Kambodscha mit Projektbeiträgen und dem Einsatz der neuen Koordinatorin Socheata Chap.