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Thomas Wirth (l.) und Jea-Paul Dietrich

Kurzvideos mit News aus dem Kongo verfügbar

1. Juni 2021

Jean-Paul Dietrich arbeitet als Landeskoordinator für Connexio in der Demokratischen Republik Kongo. In einem Interview Anfang Mai berichtete er über die aktuelle Covid-Situation und Konflikte zwischen Rebellengruppen und der Armee – und er erzählt, warum er seine Arbeit trotzdem gerne tut.

Seit knapp 4 Jahren lebt Jean-Paul Dietrich in Lubumbashi, im Süden des Kongo. Im Auftrag von Connexio, dem Hilfswerk der Methodistenkirche in der Schweiz, berät er die dortige Methodistenkirchen bei der Projektplanung und in Strategieprozessen. Im Mai war er auf Heimaturlaub in der Schweiz und beantwortete einige aktuelle Fragen zur Lage im Kongo.

Lieber nicht testen lassen

Wie geht es der Bevölkerung im Kongo mit der Covid-Situation? «Viele Infizierte werden gar nicht erfasst», meint Jean-Paul Dietrich, «und daher werden die offiziellen Zahlen zu niedrig angegeben.» Personen mit Covid-19 würden zu Hause bleiben aus Angst vor einer Internierung in ein Spital mit schlechten Hygienebedingungen. «Und viele lassen sich gar nicht erst testen aus Sorge vor der Quarantäne.» Wenn sie nicht arbeiten können, hätten sie auch kein Einkommen, sagt Dietrich.

Zahlreiche Schwierigkeiten

Eine weitere Herausforderung sind die kriegerischen Auseinandersetzungen, die die Region nicht zur Ruhe kommen lassen. «Immer noch leiden viele Menschen unter bewaffneten Konflikten, vor allem im Osten des Landes», erzählt Dietrich. «Die Sorge ums Überleben, die Sorge um Nahrung sowie die Arbeitslosigkeit treibt die Leute um.» Viele könnten das Schulgeld für ihre Kinder nicht bezahlen. Kürzlich hat die Welternährungs-Organisation mitgeteilt, dass etwa 27 Millionen der 80 Millionen Einwohner:innen in der Demokratischen Republik Kongo von Hunger bedroht seien.

Gebet für Stabilität

«Das Land hat einen grossen Reichtum an Bodenschätzen», sagt Dietrich, «nur sind diese ungleich verteilt.» Gebetsanliegen seien vor allem, dass der Kongo endlich Stabilität finde, politisch und wirtschaftlich. Und dass es den Menschen wieder besser gehe und die jungen Leute, die ausgebildet sind, eine Arbeitsstelle finden.

Soziales Engagement der Kirchen

Die Methodistenkirche und Kirchen anderer Denominationen sind vor Ort sehr aktiv und übernehmen soziale Aufgaben, wo der Staat dies nicht kann. Viele Schulen und Spitäler werden von Kirchen geführt. Eines der grösseren Projekte von Jean-Paul Dietrich ist zurzeit die Beratung bei der Renovation des Spitals in Kapanga, das für ein Einzugsgebiet von etwa 250 000 Personen zuständig ist. Jean-Paul Dietrich bestätigt, dass die Spenden aus der Schweiz und aus Frankreich wirklich den Notleidenden zukommen, und bedankt sich für die breite Unterstützung.

Warum im Kongo arbeiten?

Die Demokratische Republik Kongo ist für viele nicht gerade die Wunschdestination. Jean-Paul Dietrich kennt das Land schon von einem Einsatz für die UNO. Im Interview erzählt er, was ihn an seiner Arbeit und den Projekten fasziniert. Es gäbe tolle Erlebnisse und auch schwierige Momente. Daneben erzählte Jean-Paul Dietrich auch, wie er die latente Spannung im Land empfindet und wie er damit umgeht.

Nicole Gutknecht, Connexio
Beitragsbild:  Thomas Wirth (l.) im Gespräch mit Jean-Paul Dietrich (Photo:Nicole Gutknecht, Connexio)

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Videos anschauen

Das Vides mit dem Interview mit Jean-Paul Dietrich ist zu finden auf der Website von Connexio.

Verfügbar ist eine deutsche und eine französische Fassung.

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