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«Ermuntert Leute, Neues zu wagen!»

2. Juni 2021

Kirche wird in Zukunft digital und analog präsent sein. Im ersten Video einer neuen Serie fordert Distriktsvorsteherin Claudia Haslebacher dazu auf, in den Kirchgemeinden neue Formen gezielt zu fördern.

«Wie Menschen leben, hat sich immer wieder gewandelt. Entsprechend haben sich die kirchlichen Formen gewandelt», sagt Claudia Haslebacher, methodistische Pfarrerin und Distriktsvorsteherin, im ersten Video eines neuen Formats. Personen aus dem Vorstand der Methodistenkirche in der Schweiz und Frankreich werden in den Videos dieser Serie aufzeigen, welche Akzentsetzungen und Weichenstellungen für die Zukunft der Methodistenkirche notwendig sind.

Im Wandel

Haslebacher geht im Video aus von der eingangs zitierten zweifachen Beobachtung: Die alltägliche Lebenswelt verändert sich. Sie wird «digitaler». Das habe Auswirkungen für die Kirche. «Als Vorstand sind wir der Überzeugung: Es braucht neue, auch digitale Formen der Kirche.» Neue Formen, die die bestehenden ergänzten, sagt Haslebacher, also eine «hybride Kirche».

Analog und digital

Was ist gemeint mit «hybrider Kirche»? Das sei eine Kirche, die digitale und analoge Formen und Möglichkeiten nutzt. «Wir leben Kirche also physisch am Ort und im virtuellen Raum», erläutert sie. Erste Ansätze in dieser Richtung gebe es bereits. Haslebacher führt Beispiele aus Kirchgemeinden auf: Whatsapp-Bibelgruppen, Livestreams, ZOOM-Andachten – oder das Projekt der «Schlagerfamilie».

Kirche anders gestalten

Doch brauche es darüber hinaus neue Formate, um «auch mit Menschen in Kontakt zu kommen, mit denen wir jetzt noch nicht in Kontakt sind». Die Verantwortlichen in den methodistischen Kirchgemeinden fordert sie daher auf, Grenzänger:innen zu fördern: «Leute, die Kirche anders verstehen und anders gestalten wollen, die neue Vorstellungen von Kirche entwickeln.» Auf diese Weise könnten Leute ausserhalb der Kirchen entdecken, «dass das Evangelium heute für sie aktuell und lebenspendend ist». Die Kirchgemeinden selbst würden durch diese Begegnungen bereichert.

Neues wagen

Es sei gar nicht viel, was dazu jetzt nötig sei, sagt Haselbacher. Sie fordert die Methodist:innen auf: «Haltet die Augen in euren Gemeinden offen: Wo sind Leute, die mit digitalen Formen von Kommunikation und Gemeinschaft experimentieren?» Und pointiert: «Ermuntert Leute, Neues zu wagen!» In konkreten Umsetzungsschritten könnten Personen aus den Bereichen GemeindeEntwicklung oder Kommunikation unterstützen. Ansprechperson sei Lukas Wyser. Er betreut auf der neu geschaffenen Stelle «hybride Kirche» digitale Projekte der Schweizer Methodistenkirche.

«Worauf noch warten», fragt Haselbacher. «Wir haben nichts zu verlieren, können aber neue Menschen erreichen.»

S.F.
Beitragsbild: Screenshot

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«Distrikte»

In der «Jährlichen Konferenz» (Synode) Schweiz-Frankreich-Nordafrika sind methodistische Kirchgemeinden regional als «Distrikte» zusammengefasst. Die kirchliche Arbeit in diesen Distrikten wird von Distriktsvorsteher:innen beaufsichtigt und begleitet. Der Bischof beruft sie für diese Aufgabe. Ihre Amtszeit beträgt in der Regel acht, in Ausnahmefällen bis zu zehn Jahren. Bischof Dr. Patrick Streiff und  die Distriktsvorsteher:innen bilden das Kabinett. Es ist in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kommissionen und Ausschüssen für geistliche Angelegenheiten der Kirche zuständig. Einen Arbeitsschwerpunkt bilden personelle Fragen.

Die Methodistenkirche in der Schweiz und Frankreich ist in folgende vier Distrikte aufgeteilt: Berner Distrikt, Distrikt Nordostschweiz, Distrikt Nordwestschweiz, District francophone

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