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«An diesem Abend wurde das Wort lebendig»

5. Juni 2021

Während der «Langen Nacht der Kirchen» luden die Methodist:innen in Chur zu einer «Erlebbaren Evangelien-Lesung» ein. Besucher:innen wurden auf vielfältige Weise überrascht und berührt.

Am 28. Mai öffneten schweizweit Kirche ihre Türen und luden ein, Kirche in einer neuen Weise zu erleben. Darunter waren auch einige methodistische Kirchgemeinden. In Chur luden die Methodist:innen ein zu einer «erlebbaren Evangelien-Lesung».
Die Brüder Christian und Beni Hunziker, bekannt als Theaterduo Bruderboot, lasen während sechs Stunden am Stück die vier Evangelien vor.

Teil der Erzählung

Aktiv oder passiv konnten Besucher:innen Teil der Erzählung werden  – für einige wenige Minuten oder stundenlang. Evangelium sollte nicht nur gehört, sondern in verschiedenen Formen erlebt werden. Das Konzept dazu hatten ebenfalls Christian und Beni Hunziker entwickelt. An verschiedenen Stationen waren die Gäste dazu eingeladen, sich einzubringen oder zu reflektieren.

Schreibmaschine

«Was regt dich an? Was geht dir durch den Kopf?» wurden sie an einer Stationgefragt. Ihre Gedanken konnten sie zu Papier bringen. Dazu stand eine alte Schreibmaschine im Raum. Die Besucher:innen konnten in die Tasten hauen – und so ihren Gedanken und Worten Gewicht geben. Zugleich war ihr Tippen ein bewusst geplanter «Störfaktor» für andere Besucher:innen.

Sich’s bequem machen

Für solche zum Beispiel, die sich in einen bequemen Sessel setzen. Verändert das die Wirkung der Worte? Wie fühlt es sich an, die Bibel unter verschiedenen Einflüssen zu hören?

Malen nach Zahlen

Auf einem langen Holzbrett entstand mit «Malen nach Zahlen» nach und nach eine visuelle Botschaft aus der Bibel: «Siehe ich mache alles neu». Malend hören, hörend malen – wie geht das zusammen?

Auge in Auge mit Gott?

Oder wie wäre es, Gott gegenüber zu sitzen wie die Jünger Jesu und ihm ins Angesicht zu schauen? – Besucher:innen konnten sich dazu vor einen Spiegel setzen. Was würde so eine Begegnung Auge in Auge auslösen, konnten sich die Besucher:innen fragen.

Freude bereiten

Viele Besucher:innen staunten nicht schlecht, als sie an einem Korb mit «Fünflibern» vorbeikamen. Hier wurden sie aufgefordert, ein Geldstück herauszunehmen und damit in ihrem Alltag einer anderen Person eine Freude zu machen. «An dieser Stelle waren die Leute mehrheitlich sehr überrascht, dass die Kirche einem etwas schenkt und keine Kollekte erhofft», schildert Pfarrer Daniel Jaberg seine Beobachtungen. Er hofft, dass die Besucher:innen diese Überraschung in bleibender Erinnerung behalten.

Wegzehrung erhalten

Wenn die Besucher:innen die Kirche wieder verliessen, erhielten sie zum Abschied noch einen «Spitzbueb» und eine hoffnungsvolle Botschaft der Bibel mit auf ihren Weg. «Die persönlichen Gespräche und Begegnungen, die erfreuten Gesichter und die entspannte Atmosphäre waren ein untrügliches Zeichen, dass die Menschen berührt, überrascht und der eine oder die andere auch aufgewühlt waren von dem Besuch bei uns», sagt Pfarrer Jaberg. «Wir als Organisationsteam haben gespürt, dass an diesem Abend das ‹Wort› lebendig wurde und hoffentlich weiter in die Welt getragen wird.»

Daniel Jaberg / S.F.
Beitragsbilder: zVg

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