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Ein Zelt für Menschen auf der Flucht

16. Juni 2021

Mit einem «Zelt im Himmel» machte in Österreich am 11. Juni eine Gruppe von Personen aus Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen auf die fortdauernde Flüchtlingsproblematik an den Grenzen Europas aufmerksam. Initiiert hat die Aktion der methodistische Pfarrer Frank Moritz-Jauk.

Das «Netzwerk für Moria» schlug am 11. Juni ein Zelt auf dem Karmeliterplatz in Graz (AT) auf. Das Zelt wurde als «Zelt im Himmel» oben auf einem fahrbaren Gerüst montiert. Damit sollte die Situation von Flüchtlingen symbolisch dargestellt werden, «die keinen Fuss auf den Boden bringen dürfen, um eine neue Existenz anfangen zu können», erklärte der methodistische Pfarrer Frank Moritz-Jauk, der Initiator der Aktion.

Ein flüchtiges Bild

Das Zelt wurde entsprechend von einem Ort zum nächsten geschoben, wie Flüchtlinge von einem Lager, von einem Land zum nächsten gebracht würden. Im Zelt und am Gerüst installierte Kameras übertrugen das Geschehen auf Bildschirme. «Menschen auf der Flucht sind in Österreich ein flüchtiges Bild», erklärte Moritz-Jauk, «keine fleischgewordene Realität wie in den Mittelmeerländern».

Hilfe in einer Notlage

Es gehe bei der Aktion nicht primär um Flüchtlingspolitik, betont Moritz-Jauk in einer Meldung auf der Website der Methodistenkirche in Österreich, sondern um humanitäre Hilfe in einer Notlage. Die Zustände in den Flüchtlingslagern seien menschenunwürdig. «Hier möchten viele Menschen in Österreich Abhilfe schaffen, indem sie Platz anbieten», sagt Moritz-Jauk und verweist auf die Aktion #WirHabenPlatz. Es gehe um 100 Familien, denen erlaubt werden solle, dass sie nach Österreich kommen.

Handeln können

«Als Christinnen und Christen sind wir dann glaubwürdig, wenn wir unsere Nächsten wahrnehmen und ihnen helfen», ist Moritz-Jauk überzeugt. «Wir haben Platz und können Familien unterbringen und betreuen – ganz konkret. Was zählt, ist ein klein wenig Anstand und Mitgefühl und dass wir vom ‹Können› endlich ins ‹Tun› kommen.»

Meldung emk.at / S.F.
Beitragsbilder: Frank Moritz-Jauk, emk.at

Kurzes Video zur Aktion und vom Making Of

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«Gerechtigkeit auf der Flucht»

Die Arbeitsgemeinschaft interkulturell der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA-RES) hat mit der Unterstützung mehrerer Partnerorganisationen, einen Dokumentarfilm produziert. Er beleuchtet die aktuelle Flüchtlingslage, auch in Bezug auf die Pandemie, aus verschiedenen Perspektiven und lässt Geflüchtete zu Wort kommen. Die Premiere des Films findet am Weltflüchtlingstag, 20. Juni 2021, um 20 Uhr auf Youtube statt. Der Trailer zum Film ist bereits online.