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Roland Affolter, Co-PRäsident des Vorstands

Vorstand will Entwicklung zu «hybrider Kirche» fördern

17. Juni 2021

Der Vorstand der Methodistenkirche blickte in seinem Bericht im ersten Teil der Tagung der Methodist:innen in Thun zurück auf Erfahrungen während der Corona-Pandemie und nach vorn darauf, wie diese Erfahrungen unter anderem in einer «hybriden Kirche» weitergeführt werden können.

In seinem Bericht an den Schweizer Teil der methodistischen Synode blickt der Vorstand der Methodistenkirche auf Projekte und Prozesse, die trotz oder wegen der Corona-Pandemie entstanden sind.

Innovation während der Pandemie

Konkret werden eher digital ausgerichtete Formate genannt, etwa die im letzten Jahr entstandene TV-Weihnacht der Methodist:innen in Winterthur oder ein Livestream-Gottesdienst der Methodist:innen in Windisch, der gezielt Menschen am Rand der Kirche ansprechen will. Andere Projekte waren auf Präsenz und Begegnung angelegt. So gestalteten die Methodist:innen in Hunzenschwil Ende vergangenen Jahres einen «Weihnachtsweg» und in der Passionszeit diesen Jahres einen «Osterweg».

«Hybride Kirche» fördern

Immer wieder taucht im Bericht das Stichwort «hybride Kirche» auf. Neben kirchlichen Gemeinschafts- und Aktionsformen mit Präsenz vor Ort sollen neue, digitale Formen kirchlicher Gemeinschaft entstehen. Dafür seien finanziell, personell und strukturell neue Schwerpunktsetzungen notwendig. Auf Antrag der Geschäftsleitung der Zentralen Dienste der Methodistenkirche in der Schweiz hat der Vorstand hierfür eine eigene Stelle geschaffen. Auf diese Weise soll der Prozess hin zu einer «hybriden Kirche» gefördert werden.

Unbehagen mit Begriff und Sache

Im kurzen Austausch über dieses Projekt äusserte Pfarrer Sven Büchmeier sein Unbehagen sowohl über die Bezeichnung als auch die Sache einer «hybriden» Kirche. Der auf «Mischwesen» angewandte Begriff mit seinem Ursprung im griechischen Wort «Hybris» lasse sich nicht mit der Kirche verbinden. Zudem sei Kirche die Gemeinschaft von Menschen, die leiblich, physisch gelebt werde und bei der im Abendmahl der Leib Christi geteilt werde. Das lasse sich hybrid nicht machen.

Gibt es einen Zielkonflikt?

Pfarrer Simon Zürcher nahm in seinem Votum Bezug auf ein weiteres Anliegen des Vorstands: Kirchliche Formate sollten in Zukunft weniger «für» und vielmehr «mit» Leuten zusammen entwickelt werden. Seien aber nicht gerade digitale Formate eher auf «Konsumierung» angelegt, fragte Zürcher. Michael Bünger, Geschäftsleiter der Zentralen Dienste der Methodistenkirche in der Schweiz, antwortete mit Verweis auf Erfahrungen, bei denen über digitale Formate Zuschauer:innen inzwischen Teil der Gestaltung sind. Bei allem gehe es darum, Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen. 

S.F.
Beitragsbild: Rolland Affolter, Co-Präsident des Vorstands (Foto: EMK Schweiz / Sigmar Friedrich)

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