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Preisverleihung

Methodistische Projekte gewinnen staatlichen Wettbewerb in Chile

22. Juni 2021

Mit maximaler Punktzahl haben zwei Projekte der Methodistenkirche in Chile Preise eines staatlichen Wettbewerbs gewonnen. Die Freude war gross und die Preisverleihung hat am 10. Juni stattgefunden. Diese Preise sollen auch die Friedensbemühungen der verschiedenen Kulturen im Süden von Chile stärken.

Das chilenische Staatsministerium für soziale Entwicklung und Familie hatte einen Projekt-Wettbewerb ausgeschrieben mit dem Titel «Zugang zu Subvention zur Verbreitung und Förderung der indigenen Kulturen». Zur Methodistenkirche in Chile gehören auch Angehörige der indigenen Bevölkerung der Mapuche. Zudem engagieren sich verschiedene Arbeitsgruppen der Methodistenkirche seit Jahrzehnten für die Anliegen der Mapuche.

Indigene Textil- und Töpferkunst

Gemeinsam mit zwei Mapuche-Dorfgemeinschaften wurde je ein Projekt ausgearbeitet und eingereicht. Das eine Projekt trägt den Titel «Rettung der Textilkunst der Ñimin Mapuche», wobei Ñimin eine traditionelle Webkunst der Mapuche bezeichnet. Workshop-Leiterinnen geben das Wissen um Symbole, die eingewoben werden, und das technische Können an die neue Generation weiter. Das andere Projekt ist eine Töpferwerkstatt und auch hier sollen Workshops angeboten und traditionelle Kulturtechniken neu entdeckt und eingeübt werden.

Teil eines Friedensprojektes

Die beiden Dorfgemeinschaften wurden bei der Projektausarbeitung von der Arbeitsgruppe «Coopera» unterstützt, die zur Methodistenkirche in Chile gehört. Dieses Projektteam besteht aus Fachpersonen aus Psychologie, Theologie, Kultur und Recht. Ihr Ziel ist es, den Frieden und den Dialog zu fördern und an einer Gesellschaft zu bauen, in der sich alle Kulturen respektieren. Denn im Süden von Chile bestehen seit Jahren heftige Konflikte zwischen der Mapuche-Urbevölkerung, den Siedler:innen und dem Staat von Chile. Immer wieder kommt es zum Ausbruch von Gewalt. Streitpunkt ist vor allem, wer Zugang zum Land und zum Wasser hat.

Indigene Kultur achten

Die Mapuche sind oft benachteiligt. Ihre Kultur wurde in der Vergangenheit verdrängt und findet auch in der Gegenwart teilweise wenig Beachtung. Das Wiederbeleben und neu Wertschätzen von überliefertem Wissen und traditionellen Fähigkeiten stärkt die eigene Identität. Die Mapuche-Bevölkerung dabei zu unterstützen ist eine der zentralen Aufgaben von «Coopera».

Preise machen Mut

Die Gewinnerprojekte erhalten vom Staat je 4000 Dollar Preisgeld, die sie für die Umsetzung ihrer Projekte einsetzen dürfen. Ebenso wichtig ist das Zeichen, das damit gesetzt wird.

David Brenner arbeitet als Lateinamerika-Koordinator für Connexio, dem Hilfswerk der Methdistenkirche in der Schweiz, und begleitet die Arbeit der Methodistenkirche in Chile. Er schreibt: «Der Gewinn dieses Projektwettbewerbs ist für mich ein deutliches Zeichen der öffentlichen Wertschätzung einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit der Methodistenkirche im Süden von Chile von und mit den einheimischen Volksgruppen. Diese Arbeit macht mir Mut: Ja, es ist möglich, langsam, aber stetig in vielen kleinen Schritten, Vertrauen herzustellen zwischen Opfern und Gewinnern der Kolonialisierung.»

Nicole Gutknecht, Connexio (Quellen: Jaime Medina Cárdenas; David Brenner)
Bild: Jaime Medina Cárdenas via Connexio

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Langjährige Zusammenarbeit

Connexio, das Hilfswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche, ist seit Jahrzehnten partnerschaftlich mit der Methodistenkirche in Chile verbunden. Connexio unterstützt mit dem Friedensprojekt in Temuco die Arbeit von «Coopera». Der Projektbeitrag im Jahr 2021 beträgt CHF 15 000.-

EMK in der Schweiz, Connexio, Zürich, PC 87-537056-9, IBAN CH52 0900 0000 8753 7056

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