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Methodisten in Ostdeutschland: «Herberge am Klosterwald» bleibt geschlossen

21. Juli 2021

Die Begegnungsstätte «Herberge am Klosterwald» in Bad Klosterlausitz verpasst ihr 40-jähriges Jubiläum und bleibt geschlossen. Der Beherbergungsbetrieb kann nach der Pandemiewelle nicht wieder aufgenommen werden. Damit geht eine eindrucksvolle Geschichte zu Ende, die in schwierigen DDR-Zeiten begann.

Bereits 1974 gab es erste Überlegungen ein «Haus für Kinder» ins Leben zu rufen. Die Idee selbst ging auf Herbert Uhlmann, Pastor der EmK und damaliger Leiter des Kinderwerks der Ostdeutschen Konferenz, zurück. Gegen alle Widerstände, auch aus der Kirche, trieb er das Projekt «Katechetisches Zentrum» voran. Gerhard Förster, sein Nachfolger, führte das Projekt weiter. So bekam die kritisch begleitete «Spinnerei» Hand und Fuß. Der etwas eigenartige Name war der Tatsache geschuldet, dass ein «Haus für Kinder» von den DDR-Behörden kaum geduldet worden wäre.

Grundstück des Theologischen Seminars

Auf dem Grundstück des damaligen Theologischen Seminars standen drei Baubaracken. Sie dienten einst Bauarbeitern am Autobahndreieck Hermsdorfer Kreuz. Das Theologische Seminar sprang als Bauherr ein und stellte den Bauantrag, diese Baracken um- und auszubauen. Nach langem Behörden-Hin-und-Her wurde der Antrag genehmigt. Dass am Ende die Baracken gänzlich verschwunden waren und ein neues Haus entstand, war ein Wunder, das auch der Schlitzohrigkeit der Verantwortlichen zu verdanken war.

«Katechetisches Zentrum John L. Nuelsen»

Unzähliger Kinder- und Familienfreizeiten sowie Treffen verschiedenster Gemeindekreise fanden im «Katechetisches Zentrum John L. Nuelsen» ihr neues Zuhause. Nuelsen war von 1912 bis 1940 als Bischof der Bischöflichen Methodistenkirche und der späteren Methodistenkirche für Mitteleuropa zuständig. Er rief nach dem 1. Weltkrieg die «Kinderhilfe der Methodisten» ins Leben. Im Haus standen dreißig Betten für Kinder und zwei Betten für die Leitung zur Verfügung. Die Verpflegung wurde über die Küche des nahegelegenen Theologischen Seminars bezogen. Weil das Haus barrierefrei gebaut war, fanden auch erste Freizeiten für Menschen mit Behinderungen statt.

Neustart als «Herberge am Klosterwald»

Nach der Wiedervereinigung wurde das Haus für fast zwei Jahre an die neu entstandene Fachklinik Klosterwald vermietet, die Therapie- und Patientenzimmer benötigte. Als «Herberge am Klosterwald» gelang danach der Neustart in Nachbarschaft zur neugebauten «Kirche am Klosterwald» sowie zur Fachklinik. Das brachte viele Begegnungen und auch Synergieeffekte mit sich. Mit der ersten Welle der Pandemie wurde die Herberge im Frühjahr vergangenen Jahres geschlossen. Die eigentlich anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zum vierzigjährigen Bestehen fielen aus. Während der Pandemie wurden die Räume der Herberge für die Klinik als Schleuse für Neuaufnahmen genutzt.

Stilles Ende einer Erfolgsgeschichte

Der 2013 zwischen der Fachklinik und der Ostdeutschen Konferenz geschlossene Betreibervertrag wurde von der Fachklinik in der Zeit der pandemiebedingten Schließung gekündigt. Die Verantwortlichen der Ostdeutschen Konferenz sahen jedoch keine Möglichkeit, das Haus in Eigenregie weiterzuführen. Damit endet in diesem Jahr fast ein wenig still eine Erfolgsgeschichte der EmK. Grob überschlagen konnte die Herberge rund 120.000 Übernachtungen zählen. Sie war vor allem in den 1980er-Jahren ein wichtiger Impuls für die Arbeit mit Kindern der EmK in der DDR. Auch jetzt noch ruft sie in Erinnerung, dass Kirche nicht nur das Mögliche denken, sondern immer wieder auch das Unmögliche träumen muss.

Stephan Ringeis, Beauftragter für Öffentlichkeits- und Rundfunkarbeit der Ostdeutschen Konferenz                                                                                                          Bild: York Schön

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