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Den Glauben stärken – aus Liebe handeln

10. September 2021

Vom 2. bis 5. Sep­tem­ber fand in Var­na (Bul­garien) die Ta­gung der Jähr­lichen Kon­ferenz (Sy­node) der Metho­dist:innen in Bul­garien und Ru­mänien statt. Die Heraus­for­derungen für die sozial­diako­nische Ar­beit durch die Corona-Pan­demie und die För­derung von Klein­gruppen präg­ten die Tagung. Über­schat­tet wurde sie durch einen tra­gischen Un­fall we­nige Tage vor der Tagung.

Die Arbeit der Kirche in 🔗Bulgarien und in 🔗Rumänien wurde durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Weder die Kinderlager noch die Treffen des Frauenwerkes in Bulgarien konnten durchgeführt werden. Hart hat Covid-19 auch die Gefangenenseelsorge getroffen, eine wichtige Aufgabe der Methodistenkirche in Bulgarien.

Viefältiges soziales Engegament

Die Kirchgemeinden in Bulgarien und in Rumänien setzen sich für verarmte Menschen, für Kinder aus prekären Verhältnisse, für Obdachlose und Randständige ein. Sie unterstützen diskriminierte Minderheiten wie die Roma. Diese sozialdiakonischen Aktivitäten sind für viele Leute eine wichtige Überlebenshilfe. Dass der Bericht über die sozialdiakonischen Aktivitäten an der Tagung der längste war, widerspiegelt das grosse Engagement der Kirche.

Gemeinschaft fördern

In Bulgarien plant die Methodistenkirche den Aufbau von methodistischen «Klassen». Dabei handelt es sich um Kleingruppen zur Vertiefung des persönlichen Glaubens. Diese Gruppentreffen waren schon vor über 200 Jahren entscheidend für die Entwicklung der methodistischen Bewegung. Fast die Hälfte der Tagungszeit wurde genutzt, um dieses Thema zu vertiefen. Superintendent Daniel Topalski leitete zum Aufbau solcher Klassen an. Bischof Patrick Streiff ergänzte, dass sich in der Anfangszeit die sogenannten Klassen nicht vorwiegend aus Mitgliedern der methodistischen Bewegung zusammengesetzt hätten. Neben einigen erfahrenen Glaubenden hätten vielmehr überwiegend jene Leute daran teilgenommen, die auf der Suche waren und sich nicht als praktizierende Christ:innen verstanden.

Eine grosse Herausforderung

In seinem Bericht nahm der bulgarische Superintendent Daniel Topalski eine zentrale Herausforderung für die Kirche auf: Es ist schwierig, neue Leute für die Ausbildung zur Pastorin oder zum Pastor zu berufen. Ein Grund dafür liege beim geringen zu erwartenden Einkommen. Andererseits sei es für die Kirche schwierig, mehr Einnahmen zu generieren, da viele Kirchenglieder in Armut leben. Bereits heute ist die Methodistenkirche in Bulgarien und in Rumänien von finanzieller Unterstützung aus dem Ausland abhängig. Viele junge Leute, besonders Student:innen, wandern ins Ausland ab und kehren selten zurück. Es müsse deshalb auch geprüft werden, ob Pastor:innen in Zukunft teilzeitlich arbeiten sollen. Bis im kommenden Jahr soll ein Plan vorgelegt werden, wie ein Ausweg gefunden werden kann.

Tragischer Unfall

Überschattet wurde die Tagung der Jährlichen Konferenz durch einen schweren Unfall wenige Tage zuvor. Dabei starben die Frau und eines der beiden Kinder eines sehr engagierten Ehepaares aus Rumänien. Um die Familie zu unterstützen und die Beerdigung vorzubereiten, blieben die rumänischen Mitglieder der Jährliche Konferenz zu Hause. Sie nahmen über Zoom an den Gesprächen teil. Einen emotional bewegenden Moment erlebte die Konferenz zudem auch, als einer der Lokalpastoren aus dem Spitalbett zugeschaltet wurde. Er hatte sich als Folge einer Corona-Infektion einer Amputation unterziehen müssen.

Beauftragung

Die Konferenz endete mit dem Ordinations-Gottesdienst. Bischof Patrick Streiff konnte zwei bulgarische Pfarrer für den Dienst als Älteste in der Kirche ordinieren: Ivaylo Ivanov aus Schumen und Krasimir Madzharov aus Gorno Ezerovo. Die nächste Jährliche Konferenz wird vom 31. März bis 3. April 2022 stattfinden. Auf Einladung der rumänischen Methodist:innen ist geplant, dann die Tagung zum ersten Mal in Rumänien durchzuführen.

Stefan Moll
Beitragsbild: Ivaylo Ivanov und Krasimir Madzharov während der Ordinationsfeier (Foto: Lokalpastor Stoyan Stalev (Bulgarien))

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