Bezirk
Bischof Harald Rueckert bei seiner Predigt

Von der Hoffnung – und den kirchlichen Finanzen

16. September 2021

Am 12. September schloss die Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz (Synode) der Methodistenkirche in Deutschland mit einem Sendungsgottesdienst. Sie stand unter dem Thema «Lebendig hoffen». An der Tagung wurde eine Neuordnung des Finanzsystems beschlossen.

«Lebendig hoffen beginnt damit, sich verunsichern zu lassen», sagte der für die Methodistenkirche in Deutschland zuständige Bischof Harald Rückert in seiner Predigt zum Abschluss der Norddeutschen Jährlichen Konferenz in Hamburg-Wandsbek.

«Unkaputtbare» Hoffnung

Diese Hoffnung lasse die Kirche jedoch nicht zurückkehren in vertraute Gewissheiten, die lange Zeit ihre Gültigkeit hatten. Lebendig zu hoffen, fange damit an, so Rückert, dass «wir uns das Scheitern vieler Versuche eingestehen». Viele Vorstellungen, was denn Kirche sei, orientierten sich an dem, was vor vierzig Jahren «passend und segensreich war – sich für heute und morgen aber als unbrauchbar erwiesen hat.». Man müsse nun einen ersten Schritt gehen, ohne den zweiten und dritten zu kennen. Dafür brauche man «diese Leichtigkeit und Gelassenheit, die aus der ‹unkaputtbaren› Hoffnung des Glaubens entspringt, dass Gott mit uns ist, egal, was kommt», hob Rückert hervor.

Finanzsystem umgestellt

Die Mitglieder der Konferenz haben an ihrer Tagung beschlossen, ihr Finanzsystem umzustellen. Unter dem Stichwort «Systemwechsel» sollen in Zukunft die Immobilien und die Pensionszahlungen in einem eigenen Haushalt zusammengebunden werden. Die fremdvermieteten Immobilen im Wert von etwa 42 Millionen Euro sollen allein dazu dienen, das Geld für die Ruhestandsgehälter aufzubringen. «Die Guthaben der Vergangenheit und die Verpflichtungen der Vergangenheit gehören zusammen», erklärte Superintendent Gabriel Straka diesen Schritt.

Verursacherprinzip

Im Haushalt der Kirche soll dann das Verursacherprinzip gelten. Die Bezirke müssen ihre Arbeit weitgehend selbst finanzieren. Ein Missionsfonds soll dazu dienen, missionarische und soziale Projekte möglich zu machen, die noch nicht kostendeckend arbeiten können.

Für die nächsten drei Jahre gilt eine Übergangszeit, in der die Bezirke sich auf das neue System einstellen können. Weiter ist geplant, die Stellen der Superintendenten von drei auf zwei zu kürzen. Als einen ersten Schritt wird Stefan Kraft neben seiner Aufgabe als Superintendent des Essener Distriktes mit fünfzig Prozent eine Dienstzuweisung für den Bezirk Wuppertal-Barmen übernehmen. Im Kinder- und Jugendwerk sollen die Stellen von drei auf zwei gekürzt werden.

Michael Putzke, emk.de
Beitragsbild: Bischof Harald Rückert predigt in der Christuskirche in Hamburg-Wandsbek. (Foto: Michael Putzke, emk.de)

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