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Impfgerechtigkeit weltweit herstellen

23. September 2021

Die europäischen Hilfs- und Missionswerke der Methodisten rufen Kirchen, Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, sich für eine gerechte Verteilung von Impfstoffen, die einen Schutz vor einer ernsthaften Erkrankung an COVID-19 bieten, einzusetzen. Eine Welt ohne COVID-19 Pandemie ist nur dann möglich, wenn alle Menschen Zugang zu den Impfstoffen haben.

Schreiende weltweite Ungerechtigkeit

Die Ungleichheit könnte nicht grösser sein: In den Ländern mit hohen Einkommen sind mittlerweile rund 60% und in den Ländern mit niedrigem Einkommen nur 3% der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. In der Schweiz stehen für jede erwachsene Person 3 Dosen zur Verfügung. In der Demokratischen Republik Kongo sind es gerade mal 0.01 Dosen.

Gerechtigkeit liegt im Interesse aller Menschen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Ziel, bis Mitte 2022 70% der Weltbevölkerung gegen COVID-19 zu impfen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es einen gerechten Zugang zu den Impfstoffen. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass bis Ende 2021 Impfdosen für 70% der Weltbevölkerung von 7.8 Milliarden zur Verfügung stünden. Der Direktor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagt, dass Impfgerechtigkeit keine höhere Wissenschaft und auch keine Wohltätigkeit ist. Sondern eine kluge Entscheidung für die öffentliche Gesundheit und im Interesse aller Menschen liege.

Aufruf zu gerechterem Handeln

Am 17. und 18. September trafen sich die Vertreter der europäischen Missions- und Hilfswerke, die zusammen die Kommission für Mission der Methodistenkirche in Europa (ECOM) bilden. In einem Statement betonen sie, dass ihre Arbeit darin bestehe, die Partnerkirchen, Organisation und Menschen, die von Armut und ungerechten Strukturen am meisten betroffen sind, zu unterstützen und von ihnen zu lernen.

Massive Auswirkungen

Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind für die Menschen im Globalen Süden massiv. Die Entwicklung in den Ländern wurde um Jahre zurückgeworfen. Die Vertreter sind überzeugt, dass Regierungen, Pharmakonzerne, globale und nationale Gesundheitsbehörden konkrete Massnahmen ergreifen müssen, um einen gerechten Zugang zu den Impfstoffen für alle Menschen zu ermöglichen.

Viel zu oft müssen Menschen, die in extremer Armut leben, bei den globalen Gesundheitsprioritäten hintenanstehen. Die Beendigung dieser Ungerechtigkeiten ins längst überfällig. Die Pandemie bietet die Chance, einen anderen, gerechteren Weg einzuschlagen zum Wohle aller Menschen.

Einstehen für sachliche und evidenzbasierte Information

Die Vertreter der Missions- und Hilfswerke rufen die Methodistenkirchen und generell alle Kirchen und Glaubensgemeinschaften und Einzelpersonen dazu auf, zur Verbreitung von sachlicher und evidenzbasierter Information beizutragen und die Verbreitung von Fehlinformationen, die zur Verunsicherung vieler Menschen führt, einzudämmen.

Auch die Kirchen müssen sich dafür einsetzen, das Vertrauen in die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und in die Impfkampagne aufzubauen sowie den Zugang zu den wichtigen Impfstoffen für alle Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, politischer Haltung, wirtschaftlicher und sozialer Situation zu ermöglichen.

Text: Ulrich Bachmann
Beitragsbild: torstensimon auf Pixabay, Pixabay-Lizenz

Aufruf der ECOM im Original (englisch)

 

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Connexio hope und Connexio develop ist Mitglied der Kommission für Mission der Methodistenkirche in Europa. Connexio develop unterstützt die Partnerkirchen in der Bekämpfung der Pandemie und in der Linderung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Bitte unterstützen Sie Connexio develop im Einsatz für eine gerechtere Welt.

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