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Ordination an der JK in Polen

Dankbar in das neue Jahrhundert

4. November 2021

Vom 28. bis 31. Oktober wurde in Warschau nicht nur eine Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) der Methodistenkirche in Polen durchgeführt, sondern auch ein besonderes Jubiläum gefeiert.

Die diesjährige Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) der 🔗Methodistenkirche in Polen stand ganz im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums. Unterschiedliche Feierlichkeiten ermöglichten einen Blick in die bewegte Geschichte der Kirche. Diese war seinerzeit als Folge missionarischer und humanitärer Aktivitäten der us-amerikanischen Bischöflichen Methodistenkirche des Südens entstanden.

Geschichte und Grussworte

In einem Jubiläumsfestakt wurden zahlreiche Vertreter anderer Kirchen begrüsst. Ein Vortrag zur Geschichte der Methodistenkirche in Polen gab einen Überblick mit Bildern der letzten hundert Jahre.

Gäste der Pfingstkirchen, der Altkatholiken, der Baptisten, der reformierten, der lutherischen, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche waren anwesend und überbrachten Grüsse. Auch die Generaldirektorin der Polnischen Bibelgesellschaft gab ihre Segenswünsche weiter. Vom polnischen Staat und dessen Präsidenten Andrzej Duda wurde ein schriftliches Grusswort verlesen und eine polnische Flagge überreicht.

Teil der christlichen Familie

Mehrfach wurde in den Grussworten eine grosse Verbundenheit und auch Freundschaft betont. Persönliche Beziehungen sowie Kontakte zu den Englisch-Sprachschulen der Methodistenkirche, die schon eine lange Tradition haben, wurden ebenfalls unterstrichen. Erwähnt wurden aber auch die gemeinsamen Gebete – und die Freude darüber, dass die Methodistenkirche Teil der christlichen Familie in Polen ist und so die Zahl derer vermehrt, die beten, die Bibel lesen und für die Menschen da sind. Auch wenn an einigen Orten in Polen die Zusammenarbeit unter den Kirchen nicht ganz so herzlich sein mag – an diesem Fest war davon nichts zu spüren.

Fernsehen überträgt Eröffnungsgottesdienst

Der Eröffnungsgottesdienst der Tagung war zugleich auch Ordinationsgottesdienst, in dessen Rahmen drei Pfarrpersonen ordiniert wurden. Die Feier wurde vom polnischen Fernsehen aufgezeichnet. Die Präsenz des Fernsehteams machte etwas davon deutlich, dass die Methodistenkirche in Polen in den Medien gut vertreten ist, obwohl sie eine vergleichsweise kleine Kirche ist. Drei Gottesdienste im Jahr werden im Fernsehen übertragen. Die Radiobeiträge werden jeweils von 80 000 bis 400 000 Menschen gehört.

Kirche vor Herausforderungen

Die Methodistenkirche in Polen hat teilweise Probleme, die auch anderswo anzutreffen sind: Durch Covid-19 konnten viele Anlässe nicht stattfinden. Die Kontakte zu manchen Gemeindemitgliedern sind abgerissen, die Einnahmen gesunken. Insgesamt kämpft die Methodistenkirche auch mit einer Überalterung der Gemeinden, mit Schwierigkeiten, die junge Generation anzusprechen, und mit Generationenkonflikten.

Seit einigen Jahren gibt es in Polen einen Ausschuss für Diakonie, der einen neuen diakonischen Zweig etablieren soll. Einerseits will die Kirche so eine grössere Wirkung in der Gesellschaft erzielen. Andererseits soll dies ermöglichen, auch ausserhalb der Kirche für soziale Projekte Zuschüsse beantragen zu können.

Stellungnahme zur Flüchtlingspolitik

Ein bemerkenswerter Antrag für eine Stellungnahme wurde nach ausführlichen Diskussionen und mit nur wenigen Gegenstimmen angenommen: Angesichts der menschenunwürdigen Situation der Flüchtlinge an der polnisch-weissrussischen Grenze wurde ein 🔗Appell formuliert, die Menschenwürde zu achten und den Menschen zu helfen.

Zukunftsfragen

Bischof Patrick Streiff informierte ausserdem über die 🔗Arbeit auf Ebene der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa. Ein Runder Tisch soll dort mithelfen, angesichts der Situation der weltweiten Methodistenkirche, die zum Thema Homosexualität vor einer Zerreissprobe steht, einen Weg der Einheit zu suchen und zu gehen. Der leitende Superintendent Andrzej Malicki ist als Co-Vorsitzender an den Gesprächen dieses Runden Tisches beteiligt.

Die nächste Tagung der Jährlichen Konferenz ist für den 23. bis 26. Juni 2022 geplant.

Silke Bruckart, Hamburg / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Patrick Streiff, Zürich
Betragsbild: Agata Myślińska

Geändert am 19. November 2021: In die Meldung wurde der Link auf die polnische Fassung der verabschiedeten Stelllungnahme zur Situation an der polnisch-weissrussischen Grenze und die englische Rohübersetzung am Ende der Meldung eingefügt.

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Rohübersetzung des Appells zur Situation an der polnisch-weissrussischen Grenze

Appeal of the United Methodist Church in Poland regarding the crisis on the Polish-Belarusian border

Acting under the authority of the Annual Conference of the United Methodist Church in Poland, meeting in Warsaw on October 28-31, 2021, on taking a stand on the situation on the Polish-Belarusian border and the area under the state of emergency, as the executive body of our highest synodal assembly, we appeal to our fellow believers, as well as to all people of good will, to persevere in common prayer for overcoming the current crisis and, if necessary, in the spirit of the teachings of our Master – Jesus Christ, to provide the necessary assistance to those in need.

As Christians and citizens of the Republic of Poland, we are far from entering into the competencies of state bodies responsible for the protection of the Polish population and our borders. However, we feel responsible for the common good, which is our homeland and the whole world, therefore we cannot remain silent when we see how a part of our country has become a place of humanitarian crisis affecting men, women and children, and among them also the sick and traumatized.

According to the social teaching of our Church, as expressed in the Social Principles, we consider all people to be members of God’s family. Therefore, as Christians for whom the Word of God is the guideline for life, we cannot turn our backs on people in need of help.

The United-Methodist Church in Poland, faithful to the Gospel and to the brotherly love between people that flows from it, asks its members and sympathizers as well as all people of good will to engage in initiatives to support the victims of the humanitarian crisis on the Polish borders and to pray for those whose duty it is to ensure security and peace in our homeland.

Warsaw, November 17, 2021
Council of the United Methodist Church
in the Republic of Poland

Translated with 🔗DeepL from the 🔗Polish original