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Methodisten: Nein zu «Kon­versions­therapien»

2. Februar 2022

Politische Vorstösse auf kantonaler und nationaler Ebene wollen «Konversionstherapien» verbieten. Das Kabinett der Methodistenkirche in der Schweiz lehnt in einer Stellungnahme diese «Therapien» und auch entsprechende Angebote seelsorgerlicher Begleitung ab.

Auf kantonaler und Nationaler Ebene sind Vorstösse hängig, die darauf abzielen «Konversionstherapien» zu verbieten. In Medienberichten werden vor allem entsprechende Angebote aus dem Kontext der Freikirchen aufgegriffen. Das 🔗Kabinett der Methodistenkirche in der Schweiz positioniert sich in einer Stellungnahme.

«Konversionstherapien»

Das 🔗Positionspapier umreisst zunächst, was unter «Konversationstherapien» zu verstehen ist. Damit seien «therapeutische Begleitungen gemeint, die die sexuelle Orientierung einer Person verändern oder sogar umpolen wollen.» Die Stellungnahme formuliert die Haltung der Methdositenkirche in der Schweiz: «Die EMK distanziert sich von solchen Praktiken und lehnt diese ab.» Therapien müssten «ergebnisoffen angelegt sein». Sexuelle Orientierung sei «nicht therapeutisch zugänglich», heisst es weiter. «Und Homosxualität ist keine Krankheit.»

 Seelsorgerliche Begleitung

Die Stellungnahme beschränkt sich zugleich nicht auf «Therapien» im engeren Sinn, sondern bezieht explizit auch «die seelsorgerliche Begleitung von Menschen» mit ein, «die mit einer ähnlichen Intention wie Konversionstherapien stattfindet». Auch in einer seelsorgerlichen Begleitung sei zu respektieren, «dass die sexuelle Orientierung von Menschen nicht veränderbar ist.» Diese müssten also «ergebnisoffen durchgeführt» werden.

Anders als das 🔗Positionspapier der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) nimmt die Stellungnahme auch kirchliche Begleitungs- und Beratungsangebote mit ins Visier, die nicht explizit als «Therapie» gelten und entsprechend auch nicht durch berufsethische Richtlinien und Bundesgesetze geregelt werden.

«Komplex und vielschichtig»

Mit der Stellungnahme geht es den Mitgliedern des Kabinetts um eine Verdeutlichung der Haltung der Methodistenkirche gegenüber «Konversionstherapien» und vergleichbaren seelsorgerlichen Begleitungen. «Uns ist jedoch bewusst, dass die Fragen rund um die menschliche Sexualität, Geschlecht und Identität komplex und vielschichtig sind und dass die seelsorgerliche Begleitung gerade in diesen Fragen mit den vorstehenden Hinweisen noch nicht ausreichend beschrieben ist», schreiben die Verantwortlichen weiter. Grundsätzlich müsse jede seelsorgerliche Begleitung «freie Gewissensentscheidung und Eigenverantwortung für Glauben, Hoffen und Lieben stärken.» Auch das Engagement der Methodistenkirche 🔗in Fragen der Prävention unterstreiche dies.

S.F.

Positionspapier des Kabinetts der EMK Schweiz

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Das Kabinett der Methodistenkirche

In der «Jährlichen Konferenz» (Synode) Schweiz-Frankreich-Nordafrika sind methodistische Kirchgemeinden regional als «Distrikte» zusammengefasst. Die kirchliche Arbeit in diesen Distrikten wird von Distriktsvorsteher:innen beaufsichtigt und begleitet. Bischof Patrick Streiff und die Distriktsvorsteher:innen bilden das Kabinett. Es ist in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kommissionen und Ausschüssen für geistliche Angelegenheiten der Kirche zuständig. Einen Arbeitsschwerpunkt bilden personelle Fragen.

Die Methodistenkirche in der Schweiz und Frankreich ist in folgende vier Distrikte aufgeteilt: Distrikt Nordostschweiz, Berner Distrikt, Distrikt Nordwestschweiz, District francophone