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Bild: Flüchtlinge in Polen, Rumänien und Ungarn

«Wir sind bereit zu helfen, wo wir können!»

4. März 2022

Methodist:innen in den Ländern an der Grenze zur Ukraine öffnen ihre Kirchen und Häuser, um Flüchtlingen vorübergehend oder länger einen sicheren Aufenthaltsort zu geben.

«Es war ziemlich klar, dass wir als Kirchengemeinschaft angesichts der Angriffe und schrecklichen Ereignisse in unserem Nachbarland auf jede erdenkliche Weise handeln würden», schreibt der für die Methodistenkirche in Rumänien zuständige Superintendent Rares Calugar. Was er für seine Region formuliert, gilt für die Methodist:innen in den an die Ukraine angrenzenden Ländern generell.

Bei Urs Schweizer, dem Assistenten des für das Gebiet zuständigen Bischofs Patrick Streiff, laufen die Informationen und Berichte über das Engagement der Methodistenkirche in den einzelnen Ländern zusammen.

Geld und Sachspenden

«Zwischen den Methodistenkirchen in der Ostslowakei und in der Westukraine bestehen seit langem Kontakte, die nun genutzt werden, um den Menschen in der Ukraine mit Geld und Sachspenden zu helfen», schildert Schweizer die Situation in der Slowakei.

In die Ukraine zu reisen und wieder zurück sei allerdings schwierig, da auch für Personen mit slowakischer Staatsbürgerschaft die Wartezeit an der Grenze bis zu zwei Tagen betrage. In Bratislava und Michalovce sind erste Flüchtlinge in den Kirchgebäuden der Methodist:innen untergebracht. Sie werden auch mit Lebensmitteln und Hygienartikeln versorgt.

Offene Kirchen und Häuser

Ähnlich öffnen auch in Bulgarien Methodist:innen ihr Kirchen und Häuser für Flüchtlinge, die vorübergehend eine Unterkunft benötigen. Zwar grenzt Bulgarien nicht direkt an die Ukraine. Es gebe aber laut dem methodistischen Superintendenten Daniel Topalski auch dort eine zahlenmässig nicht kleine ukrainische Gemeinschaft. Diese helfe Freunden und Verwandten, die die Ukraine verlassen haben.

Weiter nach Westen

In der methodistischen Kirchgemeinde in Przemysl in Polen, etwa 16 km von der Grenze entfernt, bestehen seit vielen Jahren Kontakte in die Ukraine. Der Kirchenvorstand der Methodistenkirche in Polen prüft derzeit, wie die Räumlichkeiten der Kirche so schnell wie möglich angepasst und verbessert werden können, um Flüchtlinge unterzubringen. «Diese Räume würden höchstwahrscheinlich nur als vorübergehende Unterkunft dienen», sagt Schweizer, »da die meisten Flüchtlinge weiter in den Westen weiterziehen wollen.»

Mahlzeiten und Kleidung

Das Engagement der Methodistenkirche in seinem Land beschreibt der polnische Superintendent Slawomir Rodaszynski in einer E-Mail. «Viele Methodistenkirchen öffnen ihre Gebäude und Kapellen für Flüchtlinge aus der Ukraine. Wir bieten warme Plätze, Essen, Wasser, warme Getränke und Hilfe an.» In der Methodistenkirche in Warschau seien zum Beispiel aktuell etwa 20 Flüchtlinge untergebracht. «Wir kaufen warme Kleidung und Schuhe, insbesondere für Kinder.» Ausserdem würden die Flüchtlinge mit Mahlzeiten versorgt.

Ihre Spende hilft!

Connexio develop, die Organisation für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit der Metho­disten­kirche in der Schweiz unter­stützt Initiativen und Projekte für Flüchtlinge in der Ukraine selbst und in Polen, Rumänien, Ungarn und der Slowakei.

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(Vermerk: «Nothilfe Ukraine»)

Sichere Orte

Auch in 🔗Ungarn und 🔗Rumänien ist die Hilfe angelaufen. In Rumänien bieten die Methodist:innen  nicht nur vorübergehende Aufenthaltsmöglichkeiten. Sie sind darüberhinaus bemüht, den Flüchtlingen, die vorläufig bleiben wollen, Unterkünfte zu vermitteln. «Da viele Familien ohne ihren Vater fliehen müssen, können sie auf diese Weise eine vertrauenswürdige Unterkunft finden», schreibt Superintendent Rares Calugar in einem Newsletter. Das ermögliche, sich neu zu orientieren und auch die Methodist:innen kennenzulernen. «So können sie sich während dieses Prozesses so sicher wie möglich fühlen.»

Spenden ermöglichen Hilfe

Um diese Hilfe auch längerfristig sicherzustellen, sammeln die Hilfswerke der Methodistenkirche in Europa und in den USA Spenden. «Im Bischofsbüro in Zürich versuchen wir, die Hilfsaktionen in den verschiedenen Ländern in dem Sinne zu koordinieren, dass wir den verantwortlichen Kirchenleitern die Mittel zur Verfügung stellen, die sie benötigen», sagt Schweizer.

Bereit für weitere Herausforderungen

«Wir wissen, dass sich die Bedürfnisse in den kommenden Tagen und Wochen weiter verändern werden, wenn neue Familien zu uns stossen», schreibt Superintendent Rares Calugar, «aber wir sind bereit, uns auf den Heiligen Geist zu verlassen und zu helfen, wo wir können, Verbindungen zu anderen Hilfsorganisationen zu knüpfen, wo es nötig ist, und zusammenzuarbeiten, um ein Ort der Zuflucht, Sicherheit und Heilung zu sein.»

S.F. / Quellen: Urs Schweizer, Assistent von Bischof Patrick Streiff, Newsletter von Rares Calugar, Superintendent der Methodistenkirche in Rumänien
Bilder: zVg

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