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Generalkonferenz 2019

Generalkonferenz auf 2024 verschoben

7. März 2022

Die zuständige Kommission für die Generalkonferenz hat entschieden, die Tagung des obersten Leitungsgremiums der weltweiten Methodistenkirche erneut zu verschieben. Grund sind Schwierigkeiten mit der fristgerechten Beschaffung von Visa. Theologisch konservative Gruppierungen haben für den 1. Mai die Gründung einer neuen methodistischen Kirche angekündigt.

Die für den Spätsommer dieses Jahres geplante und 🔗schon zweimal verschobene 🔗Generalkonferenz der weltweiten Methodistenkirche wird erneut verschoben. Weil konkrete Planungen weiterhin mit extremen Unwägbarkeiten und ungleichen Teilnahmemöglichkeiten verbunden seien, wird ein neuer Termin für die Generalkonferenz erst für das Jahr 2024 geplant. Das beschloss die Kommission für die Generalkonferenz bei ihrer Sitzung Ende Februar.

Wartefristen für Visa

Eine von der Kommission für die Generalkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe hatte viele Informationen zusammengetragen. Es ging um eine fundierte Entscheidung zur Durchführbarkeit des weltweit höchsten Gremiums der Methodistenkirche unter Pandemiebedingungen. Laut Informationen des US-Aussenministeriums gebe es bei Visum-Anträgen für die Einreise in die Vereinigten Staaten inzwischen einen riesigen Rückstau, so die Arbeitsgruppe. Für einige Länder und Regionen führe das zu Wartezeiten von über zwei Jahren bis Anträge und Prüfungsverfahren überhaupt bearbeitet würden. Für viele Delegierte von ausserhalb der Vereinigten Staaten seien die Hürden so hoch, dass sie praktisch von einer Teilnahme an der Generalkonferenz ausgeschlossen wären.

Digitale Durchführung nicht möglich

Die Vorsitzende der Kommission, Kim Simpson, sagte, dass über mögliche Alternativen «eine faire, gründliche und aufrichtige Diskussion» geführt worden sei. Die Entscheidung für die Verschiebung um weitere zwei Jahre sei mit der Hoffnung verbunden, dass weltweite Reisen dann wieder möglich seien und für die Delegierten mit grösserer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass «Gesundheit und Sicherheit bei Reisen» wieder gewährleistet seien. Einer von vielen geforderten digitalen Durchführung der Generalkonferenz habe die Auslegung der Ordnung entgegengestanden. Von entscheidender Bedeutung zur Durchführung einer Generalkonferenz sei die persönliche Anwesenheit so vieler Delegierter wie möglich.

Zahlreiche offene Fragen

Ende März tagt die Kommission erneut, um die verschobene Generalkonferenz weiter vorzubereiten. Dazu gehört auch die Festlegung und Bekanntgabe des neuen Tagungsorts und weitere mit der Verschiebung verbundene innerkirchliche Rechtsfragen. Mit der Durchführung im Jahr 2024 verschiebt sich die Konferenz letztlich um ein ganzes Jahrviert, was dem üblichen Tagungsturnus der Generalkonferenz entspricht. Damit verbinden sich viele kirchenjuristische Fragen wie die Verlängerung von Amtszeiten, die Zusammensetzung von Gremien oder Ruhestandsgesuche und Wahlen von Bischöf:innen. — Welche Auswirkungen die Entscheidung für das Bischofsgebiet von Bischof Patrick Streiff und den Bischof selbst haben ist im Moment noch offen. Ursprünglich war für den 16. bis 20. November eine Tagung geplant, auf der die Konsequenzen der Beschlüsse der Generalkonferenz hätten verhandelt werden sollen.

Neue traditionelle Methodistenkirche

Von den Verantwortlichen der in Planung befindlichen «Global Methodist Church» wird die Trennung der Kirche beschleunigt. Am kommenden 1. Mai 2022 soll diese traditionalistisch orientierte, sich weltweit organisierende neue methodistische Kirche gegründet werden. Sie will ein Sammelbecken sein für solche, die eine sich in sexualethischen Fragen öffnende Methodistenkirche verlassen wollen. Für den Fall einer weiteren Verschiebung der Generalkonferenz oder einer Ablehnung des unter einer Mediation zustande gekommenen 🔗«Protokolls zu Versöhnung und Gnade durch Trennung» war dieser Schritt von den führenden Personen schon vorab angekündigt worden. Mit der jetzigen Terminierung wird diese Ankündigung vollzogen. Ein Zeichen für das Ende der Geduld.

Klaus Ulrich Ruof, emk.de / S.F.
Beitragsbild: Kathleen Barry, UMNS

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Generalkonferenz

Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen moralischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten. Die für 2020 vorgesehene 🔗Tagung in Minneapolis (USA) ist inzwischen auf den 2024 verschoben worden. Der neue Tagungsort wird Ende März bekanntgegeben werden.

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