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Bild: Aetas bei einem der Programme auf den Philippinen

Als Kirchen Pflege und Schutz des Landes bei Indigenen lernen

14. Februar 2023

Für nachhaltiges Wirtschaften und die Bewältigung ökologischer Krisen spielen das Wissen und die Traditionen indigener Völker eine entscheidende Rolle. Gladys P. Mangiduyos hat für das methodistische Nachrichtenportal UM-News Erfahrungen aus einem Programm der Methodistenkirche auf den Philippinen zusammengetragen.

«Die Einbindung von traditionellem ökologischem Wissen und die Befähigung indigener Völker, als Co-Investoren an naturnahen Lösungen mitzuwirken, sind sowohl für das unternehmerische Handeln in der Natur als auch für die langfristige Gesundheit der Natur von Nutzen», heisst es in der 🔗Zusammenfassung eines für das World Economic Forum verfassten Berichts. Er sucht Wege aufzuzeigen, wie das traditionelle Wissen indigener Völker bei der Bewahrung der Mitwelt helfen kann.

Von den Aetas lernen

Noch ehe die führenden Wirtschaftsvertreter:innen der Welt indigene Völker an vorderster Front in den Kampf gegen den Klimawandel einbanden, arbeiteten philippinische Methodist:innen gemeinsam mit Aetas in Mawacat, einem Bezirk von Floridablance, der Provinz Pampanga im Nordwesten der Philippinen.

«Die Zusammenarbeit mit der Aeta-Gemeinschaft vermittelte uns beeindruckende Erfahrungen und eine lebensnahe Perspektive auf die Widerstandsfähigkeit der indigenen Bevölkerung bei Katastrophen», sagt Phine M. Cedillo, Koordinatorin für Katastrophenmanagement in der Region Manila. «Wir lernen von ihren Geschichten, Praktiken und Erfahrungen.»

Unabhängig und resilient

Die reiche Tradition der Aetas, das überlieferte Wissen und ihre Rituale würden die Aetas in die Lage versetzen, sich anzupassen und mit Veränderungen um sie herum umzugehen. «Ich war erstaunt, dass diese Traditionen und alten Bräuche sie unabhängig und widerstandsfähig gemacht haben», sagt Cedillo. Ohne kontinuierliche Unterstützung, um Kompetenzen aufzubauen und neues Bewustsein zu schaffen, sei ihre Widerstandsfähigkeit jedoch durch die Anfälligkeit aufgrund von Mehrfachrisiken bedroht.

Programm startete 2018

Im Jahr 2018 wurde eine gemeinschaftsbasierte Notfallplanung in allen bischöflichen Gebieten der Philippinischen Methodistenkirche eingeführt. Bei der Umsetzung hat sich gezeigt, welche Rolle indigene Praktiken bei der Bewältigung von Klimafragen spielen können.

«Aufgrund ihrer geografischen Lage im Hochland ist die Gemeinschaft der Aeto anfällig für Taifune, Erdrutsche, Erdbeben und im Sommer auch für Trockenheit, da sie nur vom Wasser aus den Bergen versorgt wird. Während der Regenzeit ist die Gemeinschaft isoliert», sagt Pfarrer Willie Tolentino. Er ist der Vorsitzende der Katastrophenvorsorge der philippinischen Konferenz (Synode) von Pampanga.

Bewahrung des Landes ist zentral

Ein weiterer solcher Prozess mit einer indigenen Gemeinschaft im Barangay Dibut in Aurora folgte. «Die Kultur unserer indigenen Völker», so die für die Region zuständige methodistische Bischöfin Ruby-Nell M. Estrella, «zeigt eine ganzheitliche Art und Weise, wie sie mit den Herausforderungen des Lebens in ihren Gemeinschaften umgehen. Die Pflege und der Schutz des Landes ihrer Vorfahren ist der Kern ihres Daseins. Wir können viel von ihnen lernen».

«Diese inspirierenden Geschichten müssen erzählt werden, damit diese Verfahren in anderen Gemeinschaften nachgeahmt werden.»

Interaktion mit der Umwelt

Ähnlich urteilt auch ihr Kollege, Bischof Israel M. Painit, der für die Region Davao im Südosten des Landes zuständig ist. «Die Kenntnisse, Kompetenzen und Überzeugungen, die von Gesellschaften mit einer langen Geschichte der Interaktion mit ihrer natürlichen Umgebung entwickelt wurden, sind unerlässlich und von grossem Wert.» Für die ländliche und indigene Bevölkerung sei lokales Wissen die Grundlage für Entscheidungen über grundlegende Aspekte des täglichen Lebens.

In der Region Davao gebe es mehr als zehn ethnische Gruppen, die über bewährte Verfahren zur Lösung von Klimaproblemen verfügen. «Wir müssen sie durch unsere Programmen bekannt machen, um eine Grundlage für eine lokal angepasste nachhaltige Entwicklung zu schaffen», sagt Painit. «Das ist unsere Art, unsere Bevölkerung zu ermutigen, sich auf unsere reiche Tradition im Umgang mit der Klimakrise zu besinnen.»

Ressource zur Bewältigung der Klimakrise

Eine weiterer Bischof aus dem Norden der Philippinen unterstreicht diese Einschätzung. Auch Rodel M. Acdal, Bischof der Region Baguio, ist der Ansicht, dass indigene Gemeinschaften eine Vorreiterrolle beim Umweltschutz spielen und daher eine Ressource bei der Bewältigung der Klimakrise seien.

«Es ist unerlässlich, dass wir das traditionelle Wissen, die nachhaltigen Praktiken und Fähigkeiten der indigenen Gemeinschaften schützen, bewahren und fördern, um den Schaden zu mindern.»

Besonders von den Frauen lernen

Romuel S. Flores ein unabhängiger Berater für internationale Katastrophenhilfe für das United Methodist Committee on Relief, das Hilfswerk der weltweiten Methodistenkirche, hebt besonders die Rolle der Frauen hervor. Er habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen in diesen Gemeinschaften eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung und beim Wiederaufbau spielen.

«Es hat sich bestätigt, dass Frauen an vorderster Front stehen», sagt er und beschreibt die gemeinschaftsbasierte Notfallplanung mit indigenen Völkern als sehr ermutigend. «Wir haben viel von ihnen gelernt, vor allem von den Frauen, die ihre Rechte als Ersthelferinnen und ihre Würde geltend machen.»

Flores fordert die Methodist:innen weltweit dazu auf, in Katastrophenvorsorge, Risikominderung und Resilienz für gefährdete Gemeinden zu investieren. «Erheben Sie Ihre Stimme mit Nachruck, um Klimagerechtigkeit und Massnahmen zu fordern!»

Gladys P. Mangiduyos, UMNS / S.F.
Beitragsbild: Während der gemeinschaftsbasierten Notfallplanung arbeiteten Mitglieder der United Methodist Church auf den Philippinen mit den Aetas in Mawacat. (Foto: Willie Tolentino via UMNS)
(Karten: OpenStreetMap Mitwirkende)

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