Bezirk
Bild: Pfarrerin Sarah Bach fordert zum Handeln auf

«Ruhig ist unser Herz, bis es Unruhe findet in dir»

28. März 2023

Was kann christlicher Glaube angesichts des Klimawandels leisten? Die methodistische Pfarrerin Sarah Bach gibt darauf eine dreifache Antwort.

«Was ist der christliche Glaube wert, wenn er angesichts der Versauerung der Meere, dem Schwinden der Artenvielfalt, der zunehmenden Wetterextreme oder dem steigenden Meeresspiegel den Menschen nicht Orientierung, Kraft und Hoffnung geben kann?» – In einem Beitrag für die 🔗oeku-Nachrichten hinterfragt die methodistische Pfarrerin Sarah Bach eine Spiritualität, die angesichts des Klimawandels in eine tatenlose Innerlichkeit führt.

Glaubensprüfung

«Je mehr ich mich in den letzten Jahren mit der Thematik des Klimawandels auseinandergesetzt habe, desto mehr merkte ich, dass diese Realitäten, diese Prognosen und Zahlen meinen Glauben auf die Probe stellten», schreibt sie. In dreifacher Hinsicht umreisst sie dann, was christlicher Glaube in Bezug auf die Herausforderungen durch den Klimawandel leisten könne.

Nachhaltige Nächstenliebe

Unter dem Stichwort «Orientierung» reflektiert sie die handlungsleitende, also ethische Dimension des Glaubens. Christliche Ethik erhalte ihre «Grund-Orientierung» vom Gebot, Gott und die oder den Nächste:n zu lieben. «Wenn wir also unsere Nächsten lieben, sollten wir alles daransetzen, ihre Lebensgrundlage zu bewahren.» Nötig sei «ein erneuertes und mutiges Handeln für mehr Nachhaltigkeit in unseren Kirchen», schreibt sie.

Unruhiges Herz

Auch die christliche «Spiritualität» müsse neu verstanden werden. «Zu oft wurde christliche Spiritualität als etwas verstanden, womit wir der Welt entfliehen.» Beispielhaft für diese Form der Spiritualität zitiert sie den römischen Bischof und Kirchenlehrer des 4. und 5. Jahrhunderts, Augustinus von Hippo: «Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.» Nötig sei heute dagegen ein unruhiges Herz, das sich nicht mit leeren Versprechen vorschnell abspeisen lasse. Grundformel einer solchen weltzugewandten und tatkräftigen  Spiritualität wäre dann die Aussage: «Ruhig ist unser Herz, bis es Unruhe findet in dir.»

Kraftvolle Gewissheit

Damit dieses unruhige Herz weiter mutig schlagen könne, brauche es als drittes Element die «christliche Hoffnung». In ihr sei die kraftvolle Gewissheit wirksam, «dass eine andere Welt möglich ist und dass der Tod auch in dieser Welt nicht das letzte Wort hat.»

Ökospiritualität und Praxistipps

Weitere Beiträge in den oeku-Nachrichten befassen sich mit Wandmalereien von Philippe Robert im Bahnhof Biel. Theologe und Biologe Otto Schäfer erkennt darin eine frühe Form der Ökospiritualität. Milena Hartmann, Umweltbeauftragte bei der 🔗oeku, gibt Praxistipps, wie Kirchen ihre Gebäude richtig heizen können.

S.F.
Beitragsbild: Die methodistische Pfarrerin Sarah Bach fordert – auch und gerade Christ:innen – zum Handeln auf. (Foto: zVg, privat)

oeku.Nachrichten 1.2023 (PDF)

Weitere Newsmeldungen

Abonnieren Sie hier unseren Newsletter