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Bild: Bischof Stefan Zürcher

Freiräume an der Lenk

21. Juni 2023

Mit einem Gottesdienst, der Aussendung neuer Mitarbeiter:innen und vielfältigen Möglichkeiten, «Freiräume» zu entdecken, endete die Jährliche Konferenz (Synode) der Methodist:innen am vergangenen Sonntag, 18. Juni.

Was passiert, wenn eine Gemeinde sich den Freiraum nimmt und die Methodisten-Kirche der Schweiz, Frankreich und Nordafrikas in ihren Raum einlädt? Was passiert, wenn dieser Raum von der wunderschönen Bergwelt von Wildhorn und Wildstrubel eingerahmt wird und von einer heissen Sommer-Sonne beschienen wird? Was passiert, wenn viele Menschen mit einem blauen T-Shirt, das sie als STAFF kennzeichnet, all ihre Kreativität, Musikalität, Muskelkraft, Freundlichkeit, Sorgfalt und Gastfreundschaft und vieles mehr einsetzen? – Dann entsteht ein riesiges methodistisches Fest, bei dem sich Jung und Alt begegnen, Gott loben, sich wohlfühlen, schlemmen, Gottesdienst feiern, in Dienst nehmen lassen und in Dienst gesendet werden.

Lohnende Anreise

So geschah es am letzten Tag der Jährlichen Konferenz (Synode) der methodistischen Kirche an der Lenk im Simmental. Für viele begann der Tag mit einer mehr oder weniger langen Zug-, Bus- oder Autofahrt an einen eher abgelegenen. dafür umso idyllischeren Ort. Niemand musste die Anfahrt bedauern.

Die Lenk präsentierte sich von ihrer besten Seite, was die Natur aber auch die vielen Helfer:innen betraf. Der Freiraum, den sich sie genommen hatten, aus der Jährlichen Konferenz ein Gemeindefest zu machen, ist voll aufgegangen. Passenderweise lautete das Tagesthema des Sonntages «Freiräume entdecken, eröffnen und gestalten». Rund 550 Methodist:innen aus der Schweiz, Frankreich, Belgien und Nordafrika feierten miteinander.

Freiräume im Gottesdienst

Einen ersten Freiraum schufen die Verantwortlichen bereits mit der Anfangszeit des Gottesdienstes: Mit Lobpreis und Musik hatte das methodistische Fest begonnen. Der Übergang von dieser Lobpreiszeit zum Beginn des Gottesdienstes richtete sich nicht nach der Uhr, sondern nach dem Eintreffen der Teilnehmer:innen des verspäteten Zuges. Ein eindrückliches Zeugnis, wofür Freiräume genutzt werden können.

Karina Wampfler und Lukas Wyser (Foto: S.F., EMK Schweiz)

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der einheimischen Lobpreis-Band «Lerch» gestaltet. Mit modernem rockigem Sound begeisterten sie Jung und Alt, wobei auch alte Lieder zum Zuge kamen wie «Du grosser Gott, wenn ich die Welt betrachte». Karina Wampfler und Lukas Wyser führten erfrischend locker durch den Gottesdienst.

Gott schafft neue Räume

In seiner Predigt ging Bischof Stefan Zürcher auf einen Verheissungstext aus der Offenbarung des Johannes ein. Drei Bilder des Sehers im Zusammenhang mit der Verheissung von neuen Räumen nahm er auf:

Gott verheisst einen neuen Himmel und eine neue Erde, wie er auch den Menschen eine neue Lebensmöglichkeit in der Gemeinschaft mit ihm gibt. Was wir jetzt erleben in der ersten Schöpfung, sei bereits ein Vorgeschmack auf diesen neuen Himmels- und Erdenraum. Es lohne sich deshalb, diese erste Schöpfung mit besonderer Sorgfalt zu pflegen und zu erhalten und Gott dafür dankbar zu sein.

Die WG Gottes

Als zweites Bild sieht der Seher Johannes die neue heilige Stadt Jerusalem von Himmel herab auf die Erde kommen. Das sei ein ganz besonderer Raum, den Gott schafft. Er schenke den Menschen den Raum des Himmelreichs. Der Bischof betonte, dass es Gottes Werk und nicht das Werk der Menschen sei, das diesen Raum ermöglicht.

Das dritte Bild ist die Zusage Gottes, dass er in diesem Raum wohnen will, wie in einer WG mit den verschiedensten Menschen. Die Kirche habe die Aufgabe, dieses Wohnen Gottes bei den Menschen überall sichtbar zu machen.

Ausgesandt in neue Räume

Passend zur Predigt wurden in diesem Gottesdienst Pfarrpersonen in die Gemeinden der methodistischen Kirche in der Schweiz, Frankreich und Nordafrika ausgesandt durch die ihnen zugeteilten Dienstzuweisungen. Einige Personen erhielten die Zuweisung in eine neue Aufgabe. So wurden Gabriella Clerc, Sylvie Guenot, Hans-Peter Jost, Michael Kämpf, Monika Schär, Sarah Staub und Rachid als Lokalpfarrpersonen eingesetzt. Salomé Fehr und Ahmid wurden als Pfarrpersonen auf Probe aufgenommen. Cyriane Rohner-Ouvry und Matthias Gertsch wurden zu Ältesten der Kirche ordiniert und als Pfarrpersonen in voller Verbindung aufgenommen.

Cyriane Rohner-Ouvry und Matthias Gertsch  (Foto: S.F. / EMK Schweiz)

Einen Wechsel gab es zudem in der Kirchenleitung, dem Kabinett: Stefan Zolliker hat neu die Dienstzuweisung als Distriktsvorsteher im Distrikt Nordwestschweiz erhalten. Er ersetzt den im letzten Jahr zum neuen Bischof gewählten Stefan Zürcher.

Duftende Köstlichkeiten

Der einen und dem anderen, die am Gottesdienst teilnahmen, knurrte zum Ende des Gottesdienstes der Magen. Das lag vielleicht auch daran, dass der wohlriechende Geschmack vom Pizzaofen, dem Wurststand oder heisser Hamme in die Mehrzweckhalle strömte. Erstaunlich schnell leerte sich der Raum und öffnete sich zum Freiraum draussen, wo die Köstlichkeiten an Schattenplätzen eingenommen wurden.

Diskutieren, zuhören, mitmachen

Freiräume konnten am Nachmittag in weiteren Aktivitäten erkundet werden, zum Beispiel mit dem Rektor der Theologischen Hochschule Reutlingen, mit Gesprächen über «Kirche Anders», einer von Connexio, dem Hilfswerk der Methodist:innen in der Schweiz, organisierten Gesprächsrunde, die den je eigenen Frei-Raum auf einen Prüfstand stellte, oder mit dem Ausschuss für Kirche und Gesellschaft, der die Frage diskutierte, ob der Schutzstatus S nicht für alle Migrant:innen zählen sollte. Parallel dazu lud die Jungschar EMK zu Spiel und Spass mit Pippi Langstrumpf ein.

Jodelfrauengruppe «Echo vom Flösch» (Foto: S.F., EMK Schweiz)

Regionale Klänge und Bilder

In der Mehrzweckhallte lauschten viele Methodist:innen der Jodlerfrauengruppe «Echo vom Flösch» Irene Zahler und Erna Freidig spielten einige Stücke auf ihren Alphörnern. Andrina und David Zimmermann brachten mit Handorgel und Gitarre traditionelle Klänge und Lobpreis zusammen. Mit eindrücklichen Bildern nahm schliesslich Naturfotograf Ernst Zbären die Methodist:innen mit an schöne Orte rund um die Lenk und zeigte ihnen die Vielfalt der Pflanzen und Tiere.

Aussendung durch den Bischof

Zum Schluss wurden alle Anwesenden von Bischof Stefan Zürcher in ihre Räume nach Hause gesandt, um dort Zeug:innen von Gottes neuen Räumen unter den Menschen zu sein. Dazu spendete er den Segen Gottes.

Markus Bach / S.F.
Beitragsbild: Am Konferenzsonntag predigte Bischof Stefan Zürcher über Offb. 21,1-5a. Rund 550 Methodist:innen feierten gemeinsam den Gottesdienst. (Foto: S.F., EMK Schweiz)

Predigt von Bischof Stefan Zürcher (PDF)

Übersichtsseite zur Jährlichen Konferenz

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