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Bild: Der methodistsiche Bischof Thomas J. Bickerton

Bischöfe sollen den Heilungsprozess der Kirche unterstützen

8. November 2023

Der Präsident des Bischofsrats der United Methodist Church ermutigte seine Kolleg:innen zu Beginn der Herbsttagung des Gremiums, sich nach der schmerzvollen Vergangenheit nun entschlossen dem Auftrag und der weiteren Entwicklung der Kirche zuzuwenden.

Mehr als 100 Bischöfinnen und Bischöfe der United Methodist Church (UMC), der weltweiten methodistischen Kirche, aus Afrika, Asien, Europa und Nordamerika haben sich in Lake Junaluska (North Carolina, USA) vom 6. bis 11. November zur Herbsttagung des Bischofsrats eingefunden. Sie beraten über die weitere Entwicklung der UMC. Ausserdem bereiten sie die im kommenden Jahr tagende 🔗Generalkonferenz, das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche, vor und wählen eine:n neue:n Vorsitzende:n.

Zur Heilung helfen

In seiner 🔗Ansprache im Eröffnungsgottesdienst forderte der derzeitige Präsident des Bischofsrats, Thomas J. Bickerton, seine Bischofskolleg:innen dazu auf, ihre eigene Verwundung und Verwundbarkeit zu nutzen, um der United Methodist Church bei der Heilung zu helfen.

Der Auftrag bleibt

«2023 war ein Jahr, in dem das Klima in der Welt – einer Welt voller Skepsis, Misstrauen, Wut und Angst – unsere Arbeit und Führung auf Schritt und Tritt herausgefordert hat», sagte Bickerton. «Als Bischöfinnen und Bischöfe müssen wir unseren Teil dazu beitragen, dass unser einziges Ziel, Gott und den Nächsten zu lieben, so deutlich dargestellt wird, dass die Menschen es erkennen und sich dadurch verändern.»

Die Erfahrungen des vergangenen Jahres bedeuteten nicht das Ende der UMC oder ihres Auftrags, Menschen in die Nachfolge Jesu zu führen, damit die Welt verändert wird, sagte Bickerton. Er nahm damit Bezug auf die erhebliche Zahl von Einzelpersonen und Kirchgemeinden, die vor allem in den USA entscheiden haben, die UMC zu verlassen. Anfang November waren dies rund 22% der us-amerikanischen Kirchgemeinden.

Eine belastende Zeit

«Wie viele unserer Pastorinnen und Pastoren haben wir uns von Menschen verabschiedet, die wir einst Kolleginnen und Freunde nannten», räumte Bickerton ein. Das sei kräftezehrend gewesen und habe Narben hinterlassen. «Und wenn wir ehrlich sind, gibt es Tage, an denen wir uns fragen, wie lange wir den Weg, den wir gehen, noch gehen können.»

Trotz ihres Schmerzes, so Bickerton, seien die Bischöf:innen der methodistischen Kirche immer noch hier, um die nächsten Schritte zu planen und zu überlegen, wie sie eine kleinere Denomination leiten könnten, in der sich jedoch eine klare Mehrheit der Gemeinden und Einzelpersonen zum Verbleib verpflichtet habe.

Auf die Zukunft ausrichten

Mit Blick auf die im kommenden Jahr in Charlotte (North Carolina, USA) tagende Generalkonferenz mahnte Bickerton, sich für eine Versammlung einzusetzen, die sich stärker darauf konzentriert, wie der gemeinsamen Dienst künftig geschehen soll, als auf den Groll der Vergangenheit.

«Wir können es uns nicht leisten, in eine weitere Generalkonferenz zu gehen, in der es um unsere Streitigkeiten, unsere Meinungsverschiedenheiten und unsere Spaltung geht», sagte er. «Wir können es uns nicht leisten, nach Charlotte zu gehen und weiterhin über Uneinigkeit und Trennung zu reden».

Den Dienst fortsetzen

Er schloss seine Predigt mit der Aufforderung an seine Mitstreiter:innen, den Dienst fortzusetzen. «Ich bete dafür, dass wir unsere Herzen nicht verhärten und stattdessen sinnvolle Wege finden, ein freudiges Lied zu singen, das anerkennt, dass Gott inmitten all dessen, was wir erleben, einen Weg für uns bereiten wird, die Botschaft weiterzutragen und die Geschichte weiterzuführen.»

Wahlen und Beratungen

Während ihrer noch bis zum 11. November dauernden Beratungen werden die Bischöf:innen auch die Wahlen zur Neubesetzung verschiedener Ämter vornehmen. Neben einer Nachfolgerin für Bischof Bickerton als Vorsitzende des Bischofsrats sind noch weitere Ämter neu zu besetzen. Die Bischöfinnen und Bischöfe werden verstorbene Kolleg:innen würdigen. Ausserdem beraten sie über den Fortgang der Arbeit zum Abbau von Rassismus, die Förderung der Jüngerschaft und die Stärkung von Missionsstrategien in der weltweiten methodistischen Kirche.

Die öffentlichen Teile der Sitzung des Bischofsrats werden auf der 🔗Facebook-Seite des Gremiums per Livestream übertragen.

S.F. / Quellen: UM-News von H.Hahn / Newsmeldung des Bischfsrats
Beitragsbild: Bischof Thomas J. Bickerton, Vorsitzender des Bischofsrats, ruft seine Kolleg:innen in seiner Ansprache während des Eröffnungsgottesdienstes dazu auf, die United Methodist Church in eine neue Zukunft zu führen. (Foto: Heather Hahn, UM News.)

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Die Generalkonferenz
Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen moralischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten.
Die nächste Tagung ist vom 23. April bis zum 3. Mai 2024 in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina geplant.