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Bild: Hände aus Ton

Den Blick schärfen für das, was zählt

29. November 2023

«Endlich leben» war das Motto der «Begegnungstage 55+» der Methodist:innen. Rund 40 Teilnehmer:innen waren der Einladung gefolgt und vom 13. bis 15. November nach Interlaken gereist.

Bei den diesjährigen Begegnungstagen im Artos in Interlaken ging es um die Endlichkeit des Lebens. Eine Gruppe von rund 40 Personen hat sich während drei Tagen mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt. Das Thema beschäftigt viele Menschen nicht zuletzt dann, wenn sie miterleben, wie sich ihr soziales Umfeld lichtet oder sie das eigene Älterwerden akzeptieren müssen.

Stimmiges Ganzes

Der Raum war passend zum Themenkreis stimmungsvoll dekoriert. Pfarrer Andreas Steiner, Pfarrerin Hanna Wilhelm und Pfarrerin Annemarie Roser, die die Begegnungstage leiten, haben Teilnehmer:innen abwechselnd durch die verschiedenen Blickwinkel des Themas geführt. Mit der musikalischen Begleitung von Herbert Huber war auch Gelegenheit zum Singen. Die Musik war ein wichtiger Teil der Gottesdienste und Andachten.

Zuversicht trotz offener Fragen

Im Angesicht der Endlichkeit des Lebens ist eine zentrale Frage, ob und wie es nach dem irdischen Tod weitergehen wird. Ist dann alles fertig: Aus – Ende – Schluss? Oder ist es nur ein Übergang vom irdischen Leben zu einem himmlischen, paradiesischen, ewigen Sein?

An den Begegnungstagen konnten die Teilnehmer:innen diese Frage auch nicht klären, weil es keine Zeugenberichte von Rückkehrer:innen gibt. Personen mit Nahtod-Erfahrung berichten von einem hellen Licht, von Geborgenheit und dass sie eigentlich gar nicht mehr zurück wollten. Der christlicher Glaube gibt Zuversicht, auf einen Übergang in eine andere Welt, in die Gegenwart Gottes.

Persönliche Vorbereitung

Ein weiterer Aspekt ist die persönliche Vorbereitung auf das Sterben: Kennen die nächsten Angehörigen die eigenen Wünsche und Vorstellungen, wenn ich sie nicht mehr selbst um- und durchsetzen kann? Patient:innenverfügung, Vorsorgeauftrag, Testament sind die wichtigsten Punkte.

Es muss aber auch klar sein, wie und wo ich bestattet sein möchte. Die Gedenkfeier nach meinem Tod ist nicht für mich, sondern für die trauernden Angehörigen. Passen meine eigenen Wünsche und die der Hinterbliebenen zueinander?

Save the date
Die nächsten Begegnungstage finden vom 11. bis 13. November 2024 in Interlaken statt.

Offene Fragen

Gibt es noch Dinge, die unbedingt noch in Ordnung gebracht werden müssen, um im Frieden einschlafen zu können? Gibt es Orte, die ich noch besuchen möchte, bevor ich den Löffel abgeben muss? Für alles, Schwieriges und Erbauliches, gibt es die «Löffelliste».

«Die Auseinandersetzung mit dem Tod schärft den Blick für das, was zählt. (Im Leben und im Tod)» stand auf einem Flipchart. Ist das eine Aufforderung, aus dem Hamsterrad auszubrechen? Am nächsten Tag stand da: «Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben».

Armin Jufer / S.F.
Beitragsbild: Der Raum war passend zum Themenkreis stimmungsvoll dekoriert. (Foto: zVg, privat)

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