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Grafik zur Jahreslosung

Aus Liebe handeln – auch in Krisenzeiten?

2. Januar 2024

«Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe» lautet die von der «Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen» (ÖAB) für das Jahr 2024 festgelegte Jahreslosung. Kann diese Aufforderung aus dem Schlussteil eines vor fast 2000 Jahren geschriebenen Briefes ein Motto für das Jahr 2024 sein?

Verschiedene «Sprachmodelle», auch «Künstliche Intelligenz» genannt, sollten auf diese Frage eine Antwort geben und sagen, inwiefern dieser Vers gerade heute relevant sein kann. Die folgende Besinnung ist aus den Ergebnissen der Anfragen zusammengestellt.

Eine Zusammenfassung am Ende

«Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe» ist die Jahreslosung für das Jahr 2024 aus 1. Korinther 16,14. Die Aufforderung steht am Ende des 1. Korintherbriefes und ist eine Zusammenfassung der Themen, die in diesem Brief behandelt werden. Angesprochen werden eine Vielzahl von Fragen und Problemen, mit denen die christliche Gemeinde in Korinth konfrontiert war. Unter anderem geht es um Spaltungen in der Gemeinde, den Umgang mit geistlichen Gaben, Fragen von Sexualität und Ehe, die Bedeutung des Leibes als Tempel des Heiligen Geistes und die Wichtigkeit der Auferstehung Christi.

Ein ganzes Kapitel «Liebe»

Im Verlauf des Briefes betont Paulus immer wieder die Bedeutung der Liebe. In 1. Korinther 13 beschreibt er ausführlich die Eigenschaften und das Wesen der Liebe. Er betont, dass die Liebe das höchste und wichtigste Gebot ist und dass alle geistlichen Gaben und Handlungen ohne Liebe wertlos sind.

Mitgefühl, Gerechtigkeit, Frieden

Die Aufforderung «Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe» ist so etwas wie ein Fazit des Briefes, eine Zusammenfassung der wichtigsten Botschaft, die Paulus den Korinther:innen vermittelte. Es ist ein Aufruf, in allen Handlungen von Liebe geleitet zu sein. Das bedeutet, andere Menschen mit Respekt und Mitgefühl zu behandeln, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen und sich um die Umwelt zu kümmern.

Das ist nicht immer leicht

Wenn Menschen sich von Liebe leiten lassen, können sie eine positive Einstellung und eine freundliche Atmosphäre schaffen, die sich auf alle um sie herum auswirkt. Doch es ist nicht immer einfach, in Liebe zu handeln. Es gibt viele Situationen, in denen wir uns gereizt, wütend oder verletzt fühlen. In diesen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass Liebe die höchste Form der Kraft ist. Eine Kraft, aus der heraus es möglich wird, auch schwierige Situationen zu bewältigen.

Wütend und hilflos

Doch nun sind Menschen unsere Gesellschaften auch im Westen in jüngster Zeit von den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten aufgerüttelt und erschüttert über das immense Leid. Die Kriege dort beeinflussen nicht nur das Leben der Menschen vor Ort, sondern fordern auch die westlichen Gesellschaften und die globale Gemeinschaft als ganze heraus. Auch Menschen, die nicht direkt betroffen sind, fühlen sich angesichts dieser Not wütend, hilflos oder verzweifelt.

Vor diesem Hintergrund scheint es schwierig, von Liebe und Akzeptanz zu sprechen. Dennoch gibt es einige Dinge zu bedenken.

Wahrnehmen

Erstens bedeutet die Aufforderung, jedem Menschen und jeder Situation mit Liebe zu begegnen, nicht, Grausamkeit oder Ungerechtigkeit, die in der Welt geschehen, zu ignorieren oder zu tolerieren. Es bedeutet vielmehr, einen friedlichen und mitfühlenden Ansatz zu wählen, um Probleme zu lösen und so mitzuhelfen, eine bessere Welt zu schaffen.

Verständnis aufbauen

Zweitens ist es wichtig zu erkennen, dass Liebe und Akzeptanz nicht bedeuten, jede Tat oder jede Handlung gutzuheissen. Es geht eher darum, die Menschlichkeit in anderen zu erkennen und zu versuchen, Verständnis aufzubauen, selbst wenn Meinungen oder Standpunkte uns trennen.

Im Kleinen beginnen

Drittens kann Liebe und Akzeptanz auf individueller Ebene beginnen. Wer sich selbst und andere bedingungslos akzeptiert, die und der kann ein Klima der Toleranz und des Respekts schaffen, das es ermöglicht, mehr Verständnis und Mitgefühl aufzubauen. Dies kann letztendlich zu positiveren Lösungen für Konflikte und Gewalt führen.

Beten – für die Welt und für uns
Himmlischer Vater,
wir bitten dich um Frieden und Versöhnung in der Ukraine und im Nahen Osten. Berühre die Herzen der Machthaberinnen und Machthaber und wecke in ihnen einen Geist des Friedens und der Toleranz. Schenke Weisheit den Diplomatinnen und Politikern, damit sie friedliche Lösungen finden. Stehe den Hilfsorganisationen bei, die in den betroffenen Gebieten arbeiten, und lasse sie deinen Segen und Schutz erfahren.
Hilf auch uns, lieber Gott, dass wir in unserm alltäglichen Leben in Liebe handeln. Gib uns die Kraft, unsere Feinde zu lieben und für sie zu beten. Hilf uns, uns für Gerechtigkeit einzusetzen und unseren Mitmenschen in Not zu dienen. Lass uns zu wahren Zeuginnen und Zeugen deiner Liebe in dieser Welt werden.
Wir legen all unsere Sorgen und Anliegen in deine Hände, und vertrauen darauf, dass du unser Handeln in Liebe segnen wirst.
Amen.

Wichtige Grund-Sätze

Um in schwierigen Situationen in Liebe handeln zu können, können Gedanken wie die folgenden hilfreich sein:

Jeder Mensch ist ein Kind Gottes. Wir sind alle mit Liebe erschaffen und wir alle haben das Potenzial, Liebe zu erfahren und zu geben. Haben Sie Mitgefühl für die Menschen, die in diesen Situationen leiden! Versuchen Sie, sich in ihre Situation hineinzuversetzen und zu verstehen, was sie fühlen! Beten Sie für Frieden und Versöhnung! Bitten Sie Gott, die Situation zu lindern und den Menschen zu helfen, die leiden!

Frieden stiften

Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, sich an die Jahreslosung aus dem 1. Korintherbrief zu erinnern: «Alles bei euch geschehe in Liebe.» Sie ermutigt in Liebe zu handeln, auch die Feinde zu lieben und für sie zu beten, sich für Gerechtigkeit einsetzen und den Mitmenschen in Not zu dienen. Menschen, die so handeln, werden zu Friedenstifter:innen, die einen Unterschied machen und die Welt in einem besseren Ort verwandeln können.

Der Text wurde mit Hilfe von «Künstlicher Intelligenz» erstellt. / S.F.
Beitragsbild generiert mithilfe von Stable Diffusion 2.1 Demo

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Ein «KI-Bild» zur Jahreslosung
Die Bildgeneratoren, die auf «Sprachmodellen» basieren, können nicht einfach zum Text der Jahreslosung eine Grafik erstellen. Das Bild oben ist eines von unterschiedlichen, in denen durch die Texteingabe das «alles in Liebe» in Bezug gesetzt wurde zu gegenwärtigen Herausforderungen: den auch im Text erwähnten Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten, dem Klimawandel. Oft waren die generierten Bilder düster – und vielleicht dennoch nicht hoffnungslos. Der Versuch einer Bildbetrachtung eines KI-Bildes durch einen menschlichen Betrachter.
Ein Dorf oder eine Stadt, die Häuser zum Teil in Trümmern. Die Bäume dürr. Eine staubig braune Strasse. Der Himmel nicht blau, sondern gelb, als würde er brennen. In der Mitte eine gebeugte Gestalt. Ein übergrosses, leuchtend rotes Herz verdeckt ihren Kopf. Ist das ein Ballon. Richtet der die Gestalt auf? Oder hält die Gestalt den Ballon am Boden? Oder trägt sie ihn durch die ansonsten menschenleere Szenerie? Ist es vielleicht gar kein Ballon, sondern eher eine Last? Ist die Gestalt deshalb so gebeugt?
Die zerstörten Häuser erinnern an Bilder aus Kriegs- oder Erdbebengebieten. Die kahlen Bäume – ganz ohne Grün, unter einem brennenden Himmel – erinnern an Bilder von Waldbränden oder durch Dürre gezeichnete Landstriche.
Eine lebensfeindliche, hoffnungslose Welt. Die einsame Gestalt in der Mitte schlurft von einer Ruine zur anderen quer über die Strasse. Gebeugt. Ihr Obergewand hat die Farbe des brennenden Himmels. Ist sie also sichtbar gezeichnet von diesem? Spiegelt sie diesen? Ist sie die Quelle der unnatürlichen Verfärbung? Oder zeigt sich so einfach, dass sie unlösbar verbunden ist mit allem, was um sie herum ist, ein Teil dieser Mitwelt?
Das quadratische Bild würde Harmonie erwarten lassen. Die Strasse, die die Gestalt überquert, verläuft genau auf einen Fluchtpunkt auf der mittleren Linie des Bildes. Das Herz befindet sich in dessen Zentrum. Doch diese harmonische Komposition steht im Gegensatz zum Chaos, das gezeigt wird.
«Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe» – in einer solchen Welt? In einer Welt die gezeichnet ist von Kriegen, Katastrophen, Klimawandel? Die durch Menschenhand zum Unort wird, zur lebensfeindlichen Ruinen- und Wüstenwelt?
Was hat das Herz als Symbol der Liebe in dieser Landschaft verloren? Es verdeckt den Kopf. «Herz über Kopf» (wie 🔗Joris singt)? Vielleicht sogar ersetzt dass riesige Herz den Kopf: Empathie statt Rationalität. – Gleichwie: Was hat die Liebe mit dieser zerstörten Welt zu tun? Was KANN sie darin bewirken? Ausser vielleicht, dass sie sich farblich abhebt…
Doch was ist das? Am rechten Rand des Herzens scheinen das Fenster des Hauses im Hintergrund und die Wand «verbogen». Sie folgen der Form des Herzens. Und ganz leicht scheint das auch auf der gegenüberliegenden Seite so. Vielleicht also kann die Liebe selbst  Erstarrtes in Bewegung bringen, wenn Menschen es wagen, sie hineinzutragen in die Welt des Todes.
Das müssen nicht Heldinnen und Helden sein. Im Gegenteil. Sie selbst brauchen die Liebe als Halt in dieser Welt. Als einen Halt, an dem sie sich aufrichten können. Und sie «erden» zugleich die Liebe, damit sie in Kontakt kommt und in Beziehung bleibt mit dem staubigen Weg, den Trümmern, der Hoffnungslosigkeit. (S.F.)