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Bild: Distriktstag der Methodisten in Tann

Kirche kann auch anders, oder?

9. Februar 2024

«Kirche neu gedacht. Ideen für die Gesellschaft von heute» war das Thema einer Tagung für Mitarbeiter:innen Mitte Januar. Sie hörten von Beispielen, wo es in der methodistischen Kirche in der Schweiz entsprechende Versuche gibt. Und sie machten sich Gedanken, wie das in ihren Kirchgemeinden aussehen könnte.

Rund 50 Personen aus methodistischen Kirchgemeinden im Nordosten der Schweiz trafen sich am 20. Januar im zürcherischen 🔗Tann-Rüti zu einer Tagung für Mitarbeiter:innen. Dass so viele gekommen sind, freut Ursula Brunner. Sie hat mit anderen zusammen die Tagung vorbereitet. «Ein Ziel dieser Tagung ist jeweils der Austausch untereinander» sagt sie. «Wenn so viele kommen, gibt es auch wirklich einen Austausch.»

Das Thema weckte Interesse

Dass so viele kamen lag zum einen gewiss daran, dass die Verantwortlichen begonnen haben, breiter einzuladen. Aus manchen methodistischen Kirchgemeinden waren dieses Mal ganze Gruppen mit dabei. Ein wichtiger Faktor sei andererseits auch das Thema «Kirche anders» gewesen.

Matthias Fankhauser vom 🔗Bereich «GemeindeEntwicklung» der methodistischen Kirche in der Schweiz brachte den Teilnehmer:innen das Thema näher. 🔗«Kirche anders» umfasst eine Reihe sehr unterschiedlicher Projekte der methodistischen Kirche in der ganzen Schweiz, in denen Kirche in neuen und ungewohnten Formen entsteht.

Kirche in vielen neuen Formen

«Matthias hat uns die Projekte vorgestellt», erzählt Ursula Brunner. «Das sind ja relativ viele!» Von sich selbst habe sie gedacht, dass sie schon wüsste, was «Kirche anders» sei. «Aber da hatte es schon noch Projekte dabei, die nicht so bekannt sind.» Das 🔗«Village mosaïque» in Lausanne war ihr zum Beispiel nicht bekannt oder 🔗das Projekt in Frauenfeld. Anders sei das mit der 🔗«Schlagerfamilie», die habe sie gekannt. «Ich persönlich finde den 🔗‹Zweifelclub› sehr interessant», sagt sie. «Darum kannte ich den.»

Hilfreich fand Ursula Brunner, dass Matthias Fankhauser von dem gesprochen habe, was gelingt, aber auch davon, dass manches eben auch nicht gelinge. Und die Vielfalt der Projekte hat sie beeindruckt: «Es hat ziemlich grosse Projekte dabei, aber auch kleine.»

Herausforderungen anpacken

Ermutigend sei das 🔗Beispiel aus Romanshorn gewesen, von dem einer der dort Verantwortlichen am Nachmittag berichtete. Die methodistische Gemeinde dort hat mit verschiedenen Angeboten auf die Bedürfnisse reagiert, die von Urkainer:innen an sie herangetragen worden waren.

«Das war ein schönes Beispiel dafür, wie etwas einfach aus der Situation heraus entstehen kann», sagt Ursula Brunner. Es brauche Leute, die Mut haben, solche Herausforderungen anzupacken, und die fähig seien, andere Leute mit hinzuzunehmen, die andere Gaben haben. «Das war wirklich ein cooles Beispiel.»

Die richtigen Fragen gestellt

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer:innen in einer Gruppenarbeit gleich selbst überlegen, ob es vielleicht auch in ihrer Kirchgemeinde Projekte geben würde, in denen «Kirche anders» entstehen könnte. Hilfreich fand Ursula Brunner den völlig unerwarteten Arbeitsauftrag für diese Gruppenarbeit: «Die erste Frage war: Wie sieht es am Ende aus?» Die Gruppen entwickelten also ihre Ideen gleichsam vom Ende her.

Matthias Fankhauser sei in die einzelnen Gruppen gekommen, habe zugehört – und habe sehr lösungsorientierte Fragen gestellt. «Bei diesen Gruppengesprächen merkte man: Er hat wirklich Ahnung. Er stellt die richtigen Fragen!» Für ein entsprechendes Projekt wäre es klug, so jemanden als Begleitperson dazuzunehmen.

Rundum gut versorgt

Gefragt nach dem Highlight der Tagung, zögert Ursula Bunner. Die Impulse und Einsichten zu «Kirche anders» gehörten sicher dazu. Doch ganz wertvoll und wichtig waren für sie auch die Zeiten, in denen miteinander geredet wurde. «Begegnungen finde ich immer sehr bereichernd.»

Als Gastgeber:innen hatten Methodist:innen aus Hombrechtikon, Tann-Rüti und Wald im Zürcher Oberland rundum für das leibliche Wohl gesorgt. Die unerwartet hohe Zahl an Teilnehmer:innen habe in der methodistischen Kapelle in Tann fast noch ein wenig für Platzprobleme beim Essen gesorgt. «Aber sie haben das sehr gut gelöst. Und das Essen war sehr fein.»

Bis zum nächsten Mal

Alles in allem sei es ein sehr gelungener Tag gewesen, findet Ursula Brunner. Sie hofft, dass sie bei Einladungen für weitere ähnliche Anlässe davon profitieren können. «Wir haben die Leute schon ein wenig genötigt, dass sie auch das nächste Mal wieder kommen», sagt Ursula Brunner und lacht. «Das nächste Mal können wir hier natürlich anknüpfen und denen, die da waren sagen: ‹Es wäre schön, wenn du wieder kommst!›»

S.F.
Beitragsbild: Auch Distriktsvorsteher Serge Frutiger (r.) war an der Tagung mit dabei. (Foto: Matthias Maurer, privat)

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