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Bild: Die Mitglieder der Jährlichen Konferenz von Albanien, Nordmazedonien und Serbien

Migration – Diakonie – Missionsauftrag

17. April 2024

Methodist:innen aus Serbien, Nordmazedonien und Albanien trafen sich Anfang April zur Tagung ihrer Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament). Die Sprachbarrieren waren hoch. Die Herausforderungen in der kirchlichen Arbeit dagegen sind ähnlich.

Vom 4. bis 7. April fand in Monospitovo (Nordmazedonien) die diesjährige Tagung der Jährlichen Konferenz Serbien-Nordmazedonien-Albanien statt. Wenn sich Konferenzmitglieder aus drei Ländern treffen, wird eine grosse Vielfalt sicht- und erfahrbar. Diese Vielfalt kann als «grosser Mehrwert angesehen werden und bietet viele Chancen», wie es Simone Viljoen aus Österreich formuliert. Sie war als Gastdelegierte der methodistischen Kirche in Österreich an die Tagung eingeladen.

Sprachliche Hürden

Die Vielfalt fordert aber auch heraus. Die Menschen in den drei Ländern sprechen beispielsweise unterschiedliche Sprachen, weshalb ein beträchtlicher Übersetzungsaufwand geleistet werden muss. «Alle Diskussionen, Vorträge und Predigten mussten vom Albanischen, Mazedonischen oder Serbischen ins Englische und anschliessend in alle anderen Sprachen übersetzt werden», so Simone Viljoen. Ihren Beobachtungen zufolge würden die sprachlichen Unterschiede nicht nur die Diskussionen erschweren, sondern sie trügen auch ein Potenzial für Missverständnisse in sich.

Beteiligung ermöglichen

Der methodistische Bischof Stefan Zürcher ist jedoch überzeugt, dass im Vergleich zu den Vorjahren gerade in diesem Bereich auch Fortschritte gemacht worden seien. Das Verständnis für die Situation und die Geduld habe zugenommen. Dass viel in Gruppengesprächen gearbeitet wurde, habe sich gerade auch auf dem Hintergrund der grossen Vielfalt als sehr hilfreich erwiesen. Das habe den einzelnen Personen mehr Möglichkeiten zur Mitbeteiligung geboten, als Gespräche im Plenum es getan hätten.

Migration als Herausforderung

Die Arbeit der Kirche in den drei Ländern hat aber auch Gemeinsamkeiten. Simone Viljoen weist auf ein besonders schwieriges Thema hin: auf jenes der Migration. «Junge Menschen wandern in wohlhabendere EU-Länder ab, um ein Leben mit mehr Möglichkeiten zu führen, als sie es in ihren Heimatländern haben. Das bedeutet, dass es einen grossen Mangel an Menschen gibt, die soziale Aufgaben wie die Pflege älterer Menschen oder die Unterstützung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen wahrnehmen. Die methodistischen Kirchgemeinden können diese Belastung spüren.» Es sei viel darüber gesprochen, aber keine wirkliche Lösung gefunden worden, und es sei weiterhin ein «Thema der Hoffnungslosigkeit».

Diakonie ist sehr wichtig

Gemeinsamkeiten mit Potenzial zur gegenseitigen Ermutigung und Unterstützung sowie zum gegenseitigen Lernen sind aber auch Aktivitäten mit Kindern, Jugendlichen oder Frauen. Ebenso die sozialdiakonischen Initiativen, die sehr gezielte und effektive Hilfe für viele Menschen bereitstellen: die Wochenend-Suppenküche in Vrbas (Serbien) zum Beispiel, das Diakoniezentrum in Pogradec (Albanien), das Zentrum für frühkindliche Förderung in Tirana (Albanien) oder das Miss Stone-Zentrum in Strumica (Nordmazedonien). Es seien Initiativen, «die sehr erfolgreich in ihrer Arbeit sind und leicht expandieren könnten, wenn es genügend Ressourcen gäbe», stellt Simone Viljoen nachdenklich fest. Genau dies, mehr Mittel und Personal zu finden, sei jedoch schwierig.

Gemeinsamer Auftrag

Was eint, ist auch das Fundament der Kirche – und deren Auftrag, der auch gleich als Thema über die Tagung gestellt wurde: «Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern!» Es erwies sich als Thema, das zu engagierten Gesprächen führte, was es in der Gegenwart bedeutet, vom Glauben zu reden, den Glauben zu leben und Menschen zum Glauben zu rufen.

Thementag geplant

Auch Wilfried Nausner, der Superintendent von Albanien, nahm in seinem Bericht darauf Bezug: «Christus beauftragt uns eindeutig, etwas zu tun, was nicht in unserer Hand liegt. Wie sollen wir darauf reagieren, wenn wir nicht tun können, wozu er uns beauftragt? Könnte es sein, dass wir den Geist Gottes entdecken müssen, der bereits an unerwarteten und unwahrscheinlichen Orten am Werk ist?» An der Tagung der Jährlichen Konferenz im Jahr 2025 soll den Fragen von Mission und Evangelisation ein ganzer Thementag gewidmet werden.

Bischof Stefan Zürcher und Superintendent Wilfried Nausner zusammen mit Mitko Konev. (Foto: zVg)

Beauftragt und verabschiedet

Ein weiteres Thema, das die Kirche in allen drei Distrikten beschäftigt, ist die Frage, wie Menschen berufen, befähigt und beauftragt werden können, anderen Menschen zu dienen – auch im vollzeitlichen ordinierten Dienst. Auf diesem Hintergrund war es sehr erfreulich, dass mit Gjergj Lushka und Florian Çela zwei Männer aus Albanien in volle Verbindung mit der Jährlichen Konferenz aufgenommen werden konnten. Sie sollen im September 2024 in Pogradec (Albanien) zu Ältesten ordiniert werden. Und es war ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung, dass Mitko Konev nach jahrzehntelangem Dienst voller Liebe und Hingabe im Miss Stone-Zentrum in Strumica (Nordmazedonien) in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Licht bringen

«Wir lieben, indem wir anderen dienen.» So formulierte es Superintendent Wilfried Nausner. Und er fuhr fort: «Unser Dienst soll Licht in die Dunkelheit dieser Welt bringen. Es geht um ein Leben in Hoffnung und Gebet, um eine Zukunft in der Gemeinschaft mit Gott und um echtes Leben.»

Simone Viljoen, Wien (Österreich) / Bischof Stefan Zürcher, Zürich (Schweiz) / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs, Zürich (Schweiz)
Beitragsbild: Die Mitglieder der Jährlichen Konferenz von Albanien, Nordmazedonien und Serbien. (Foto: zVg)

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