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Bild: Superintendenten Calugar und Laszlo zusammen mit Bischof Zürcher

Methodisten in Ungarn und Rumänien neu gemeinsam unterwegs

19. April 2024

Vom 11. bis 14. April fand in Budapest die 92. Tagung der Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) der methodistischen Kirche in Ungarn statt. Es war die letzte dieser Reihe, denn durch die Integration der methodistischen Kirche in Rumänien wird sie künftig einen neuen Namen tragen.

Erstmals hatten 🔗2023 Delegierte der methodistischen Kirche in Rumänien als ausserordentliche Mitglieder an der Tagung der Jährlichen Konferenz in Ungarn teilgenommen. Ein Jahr zuvor war die strukturelle Verbindung der rumänischen methodistischen Kirchgemeinden mit der methodistischen Kirche in Bulgarien nach deren Austritt aus der weltweiten United Methodist Church aufgelöst worden.

In Entscheidung bestätigt

In den vergangenen zwölf Monaten kam es dann zu mehreren hilfreichen und wertvollen Begegnungen: Die Einweihung der Kirche in Comsesti (Rumänien), eine gemeinsame Versammlung der Pfarrer:innen sowie weitere Besuche. Das stärkte den Eindruck, in einer gemeinsamen Aufgabe zu stehen und sich darin gegenseitig unterstützen zu können. «Wir fühlten uns willkommen und in unserer Entscheidung bestätigt, uns dieser Jährlichen Konferenz anzuschliessen», sagte Superintendent Rares Calugar aus Rumänien.

Einstimmig beschlossen

Was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, wurde in einem historischen Schritt in Budapest daher Realität: Der Antrag zur Bildung einer gemeinsamen Jährlichen Konferenz Ungarn-Rumänien wurde einstimmig angenommen. Bischof Stefan Zürcher zeigte sich sehr erfreut über diese Entscheidung und fügte an: «Es zeigte sich einmal mehr, dass Beziehungen und gemeinsame Erfahrungen zentral sind, was Zeit benötigt. Das vergangene Jahr war deshalb für die Reifung dieser Entscheidung sehr wichtig.»

Grenzübergreifend arbeiten

Diese Verbindung öffnet neue Türen der Hoffnung. So sind die Verantwortlichen der methodistischen Kirche in Rumänien schon seit acht Jahren im Kontakt mit drei unabhängigen Kirchgemeinden nahe der rumänisch-ungarischen Grenze. Nun scheint die Zeit reif zu sein, diese Kirchgemeinden in die methodistischen Kirche in Rumänien zu integrieren. Da die zu diesen Kirchgemeinden gehörenden Menschen ungarisch-sprachig sind, bietet sich der methodistischen Kirche in Ungarn die Möglichkeit, diese Integration zu fördern und die Arbeit jenseits der Landesgrenze zu stärken.

Andere unterstützen und begleiten

Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen der methodistischen Kirche in Rumänien und in Ungarn. Beide Länder grenzen an die Ukraine, und so setzen sich Einzelpersonen und Kirchgemeinden sehr stark für Menschen aus und in diesem kriegsgeplagten Land ein. Darüber hinaus gibt es in beiden Ländern ein äusserst vielseitiges sozial-diakonisches Engagement für Menschen unterschiedlicher Generationen. In Ungarn umfasst dieser Dienst mit zwei Schulen und zwei Altersheimen auch grössere Einrichtungen. In beiden Ländern sind die Kirchgemeinden seit Jahren, teils seit Jahrzehnten, mit Angehörigen der Roma-Minderheit unterwegs, leisten Unterstützung und eröffnen neue Perspektiven für die Zukunft.

Den Glauben weitergeben

Ein wichtiges Anliegen der Methodist:innen in beiden Ländern ist die Frage, wie in der heutigen Zeit der christliche Glaube weitergegeben werden kann. So war es kein Zufall, dass der Samstagmorgen mit einem Referat und Gruppengesprächen ganz dem Thema Mission gewidmet war. Das sei ein inspirierendes und gelungenes Arbeiten an einem wichtigen Thema gewesen, das gerne noch etwas länger hätte dauern können, sagte Bischof Stefan Zürcher.

Neu ein religiöser Verein

Die Wichtigkeit des Themas Mission wird auch dadurch unterstrichen, dass die methodistischen Kirche in Rumänien, die bisher als Verein mit sozialer Ausrichtung organisiert war, eine neue Struktur zu entwickeln und einen religiösen Verein zu bilden plant. Das sozialdiakonische Engagement wird wichtig bleiben, durch die neue Struktur soll aber die geistliche Prägung sichtbarer werden.

Als Zeichen des neuen Unterwegsseins wurde schliesslich entschieden, die nächste Tagung der Jährlichen Konferenz im Mai 2025 erstmals in Rumänien durchzuführen.

Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Stefan Zürcher, Zürich (Schweiz)
Beitragsbild: Rares Calugar (l.), Superintendent in Rumänien, und Khaled A. László (r.), Superintendent in Ungarn, zusammen mit Bischof Stefan Zürcher. (Foto: zVg, privat)

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