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Bild: Blick in eine Gruppe frühlicher und dankbarer Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlichen Alters. In der Mitte eine Person, deren Haare in Regenbogenfarben eingefärbt sind.

Generalkonferenz hebt Verbot auf, homosexuelle Personen zu ordinieren

1. Mai 2024

Das Verbot in der Kirchenordnung der methodistischen Kirche, Personen, die offen ihre Homosexualität leben, zu ordinieren, ist Geschichte. Die Generalkonferenz hat die gut 40 Jahre alte Regelung aufgehoben.

Ohne Debatte im Plenum hat die 🔗Generalkonferenz, das oberste Leitungsgremium der weltweiten United Methodist Church (UMC), das bisher geltende Verbot aufgehoben, Personen zu ordinieren, die «bekennende praktizierende Homosexuelle» sind.

Die Delegierten an der Generalkonferenz in Charlotte (USA) stimmten während der Plenarsitzung am Vormittag des 1. Mai dieser Änderung im Rahmen des «Konsenskalenders» zusammen mit einem Paket von 22 weiteren Regelungen zu. Dieses Verfahren ermöglicht es im Verlauf des parlamentarischen Verfahrens mehrere Vorlagen und Beschlussanträge gemeinsam zu verabschieden, ohne dass darüber diskutiert wird. Voraussetzung dafür ist, dass solche Konsensvorlagen vom entsprechenden Ausschuss eine überwältigende Zustimmung erhielten und keine Auswirkungen auf den Haushalt oder die Verfassung haben.

Gegen 10 Uhr Ortszeit war es so weit, dass der Ordnungsparagraf mit der Abstimmung bei einem Verhältnis von 692 zu 51 Stimmen abgeschafft wurde. Die Zustimmung lag bei 93 Prozent. Ein vor Jahren unvorstellbarer Wert!

Das Ergebnis wurde mit Beifall, aber nicht mit überbordendem Jubel aufgenommen. Mit Eintritt in die Pause trafen sich am Übergang zwischen Plenum und Zuschauerbereich Menschen, die ihrer Freude über dieses Ergebnis Ausdruck verliehen. Mit Tränen in den Augen, Umarmungen und ungläubigem Staunen reagierten viele Delegierte und Zuschauer:innen dieses Geschehen. Beeindruckend war die Atmosphäre der Dankbarkeit und Freude.

Für die 🔗Zentralkonferenzen, Kirchenregionen ausserhalb der Vereinigten Staaten, tritt der Beschluss nach zwölf Monaten in Kraft oder nach der nächsten Tagung der jeweiligen Zentralkonferenz.

Für die methodistische Kirche in der Schweiz hat diese Entscheidung keine direkte Auswirkung. Denn die entsprechenden Verbote wurden hier nicht in die geltende Kirchenordnung übernommen. Dennoch ist der Beschluss und die weiteren dazugehörigen Regelungen für die 🔗Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, zu der auch die methodistische Kirche in der Schweiz gehört, sehr bedeutsam. Die Delegierten der  Zentralkonferenz können nun für ihr jeweiliges Gebiet und sogar für die einzelnen Jährlichen Konferenzen (Kirchenparlamente, die ein oder mehrere Länder umfassen) Regelungen treffen, die den sehr unterschiedlichen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Situationen dieser Länder Rechnung tragen. Das bedeutet Gestaltungsmöglichkeiten für Trauungsliturgien und für die Ordination zum pastoralen Dienst. Für Zentralkonferenzen erlangt der jetzt gefasste Beschluss erst Gültigkeit, wenn sie im Rahmen ihrer nächsten Zentralkonferenztagung die jetzt bei der Generalkonferenz gefassten Beschlüsse in Kraft setzen.

Klaus Ulrich Ruof, EmK Deutschland / S.F.
Beitragsbild: Mit Tränen in den Augen und ungläubigem Staunen feiern Delegierte und Zuschauer die Aufhebung des Ordnungsparagrafen, der homosexuellen Personen den ordinierten Dienst in der Kirche verweigerte. Dankbarkeit überwiegt, Überheblichkeit hat keinen Platz. (Foto: Klaus Ulrich Ruof)

Der Beitrag wurde am 2. Mai geändert. Der letzte Absatz war missverständlich formuliert. Darum wurde eine ausführlichere Fassung eingefügt (S.F.)

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Die Generalkonferenz
Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen moralischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten.
🔗Vom 23. April bis zum 3. Mai 2024 tagt die Generalkonferenz in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina.

 

Zentralkonferenz
In Afrika, Europa und auf den Philippinen bilden die Jährlichen Konferenzen (Kirchenparlamente) einer grösseren Region sogenannte Zentralkonferenzen. Die an eine Zentralkonferenz entsandten Delegierten sind zu gleichen Teilen Laien und pastorale Mitglieder. Die Zentralkonferenz bildet eine administrative Einheit, die die gemeinsame Arbeit und Mission koordiniert und auch ihren Bischof oder ihre Bischöfin wählt. Die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika ist Teil der 🔗Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZK MSE). Seit 2022 leitet Bischof Stefan Zürcher (Zürich) die ZK MSE.