Bezirk
Bild: Von oben sind zahlreiche Personen zu sehen, die ihre Hände in Richtung von in ihrer Mitte stehenden Gefässen mit Kerzen strecken.

Spiritualität – Ja. Vielfalt – Ja. Offenheit – Ja.

7. Mai 2024

Wenn 35 Frauen und zwei Männer drei Tage lang spontan tanzen, schweigend gemeinsam essen, versuchen, in Harmonie zu singen, sich betend bewegen und sich vom Gebet bewegen lassen, einander in die Augen und sich selbst ins Herz schauen, kreativ malen, schreiben und gestalten – oder es zumindest versuchen – durchatmen, die Seele baumeln und den Geist jauchzen lassen, so ist das – ? Richtig, die alljährliche Pfarrfrauentagung, ‘tschuldigung, neu: Uszyt-Tagig.

Jeden Frühling erneut befreien sich in der EMK-Schweiz die Partnerinnen und Partner für einige Tage von ihren Pfarrpersonen und treffen sich zum Austausch, zur Anteilnahme und zur Weiterbildung. Alle Jahre wieder sind wir dabei dankbar für die grosszügige Unterstützung durch die EMK Schweiz. Alle Jahre wieder wirft sich ein Vorbereitungsteam (2024: Daniela Kohli, Therese Streit, Gaby Stähli, Barbara Zürcher) mächtig ins Zeug und, eben: bereitet vor. Und alle Jahre wieder kommen wir zusammen, neugierig auf fachliche Inputs und freudig die Anteilnahme an der Entwicklung der Kolleginnen und Kollegen erwartend.

Spiritualität ist sehr vielfältig

Anfang April 2024 war die Alpina in Adelboden unsere Gastgeberin. Schweisstreibendes Frühlingswetter bot den meteorologischen Rahmen. Restschnee auf dem Wildstrubel harmonierte mit den Silberhäuptern von einigen der Teilnehmenden. Inhaltlich zog uns das Thema «Offenheit für vielfältige Spiritualität» in seinen Bann. Hier verstand es Sylvia Minder, Pfarrerin auf dem Bezirk Bülach-Oberglatt, uns auf eine Reise durch christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Kulturen und Religionen mitzunehmen. Ihre Ausführungen zum Verständnis von Spiritualität und zur persönlichen Glaubensentwicklung liessen dabei gerade mal knapp erahnen, wie viel mehr zu diesem Thema im gleichnamigen Masterstudiengang an unserer Theologischen Hochschule in Reutlingen vermittelt wird. Durchaus möglich, dass nun die eine oder der andere aus dem Kreis der Teilnehmenden mit diesem berufsbegleitenden Studium liebäugelt.
Take Home Message Nr. 1: Niemand hat keine Spiritualität – aber jede Spiritualität verändert und entwickelt sich. Tönt doch schon mal gut, oder?

Unterschiedliche Formen ausprobieren

Fachvorträge in Ehren, aber was wäre ein EMK-Wochenende ohne Workshops? Und plötzlich liessen sich alle, nun ja, beinahe alle Anwesenden begeistern (!) von Methoden und Ansätzen, unterschiedliche Formen von Spiritualität auszuprobieren, zu hinterfragen und für sich anzupassen oder wieder zu verwerfen. Siehe Eingangstext. Persönliche Spiritualität, sinnlich nicht erfassbar und rational nicht erklärbar, wurde für viele von uns erfahrbar. Das muss nicht immer ein lebensverändernder Moment sein, in Adelboden reichten auch groovige Indoor-Alphornklänge.
Take Home Message Nr. 2: Darum prüfet alle Formen der Spiritualität, die für euch guten aber behaltet.

Viel Zeit für Beziehungspflege

Ein drittes und wohl das wichtigste Element unserer Uszyt-Tagungen darf nicht unerwähnt bleiben: Ruhe und persönlicher Austausch. Lasst mich kurz überschlagrechnen: wenn von total 50 h Tagungszeit deren 12 h für aktive Elemente weggehen, weitere 14 h für guten Schlaf, dann noch 8 h für Essen und andere körperliche Bedürfnisse, so bleiben sage und schreibe 16 h für Beziehungspflege. Beziehung zu dir, zur Nächsten und Beziehung zu Gott.
Take Home Message Nr. 3: Uszyt-Tagig bedeutet eine geballte und bereichernde Ladung Freiheit, auf sich und auf andere zuzugehen.

Zu guter Letzt ein wenig prophetische Lehre: Nach der Uszyt-Tagig ist vor der Uszyt-Tagig.
Take Home Message Nr. 4: All ihr Frauen von Pfarrern und all ihr Männer von Pfarrerinnen in unserer Kirche. Kommet her ihr alle und lasset euch begeistern für die nächste Ausgabe der Uszyt-Tagig vom 21.3.25 – 23.3.25. Wer’s verpasst, verpasst etwas.

Urs Baier (UB)
Foto: zVg, privat

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