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Bild: Eine dunkelhäutige Frau mit kurzen, blonden Haaren in einem bunten Oberteil spricht mit leicht ausgebreiteten Händen und einem Lächeln in ein Mikrofon.

Bischofsrat macht ein Angebot zu Gesprächen und zur Versöhnung

15. Mai 2024

Im Anschluss an die Generalkonferenz der weltweiten Methodistenkirche hat die neue Präsidentin des Bischofsrats, Bischöfin Tracy S. Malone, in einem Schreiben die Global Methodist Church aufgerufen, Gespräche über eine gegenseitige Anerkennung aufzunehmen.

Vom 23. April bis zum 3. Mai tagte in Charlotte (USA) die 🔗Generalkonferenz, das oberste Leitungsgremium der weltweiten UMC. Nach der ausserordentlichen Tagung 2019 war dies die erste reguläre Tagung der Generalkonferenz.

Nach der ausserordentlichen Tagung 2019 war es in der UMC weltweit zu intensiven Auseinandersetzungen um Fragen der menschlichen Sexualität gekommen. Dies führte unter anderem in den USA dazu, dass über 7600 Kirchgemeinden aus der UMC ausgetreten sind. Zahlreiche dieser Kirchgemeinden haben sich einer neu gegründeten, theologisch konservativen methodistischen Kirche, der «Global Methodist Church» angeschlossen.

Klares Bekenntnis zur Ökumene

Bischöfin Tracy S. Malone, die seit der Generalkonferenz Präsidentin des Bischofsrats der United Methodist Church ist, ruft nun 🔗in einem Schreiben die Verantwortlichen der Global Methodist Church dazu auf, Gespräche über eine gegenseitige Anerkennung aufzunehmen.

«Die United Methodist Church bekennt sich nachdrücklich zur Ökumene. Um unseren Auftrag, Leib Christi zu sein, zu erfüllen, bietet sie Verfahren an, um volle Kirchengemeinschaft mit anderen christlichen Konfessionen herzustellen.» Von Seiten der Global Methodist Church seien bislang keine entsprechende Gesprächsangebote eingegangen. Mit ihrem Schreiben tut Bischöfin Malone im Namen des Bischofsrats ihrerseits einen ersten Schritt.

Notwendige Rahmenbedingungen

Die Aufnahme von Gesprächen, die zur gegenseitigen Anerkennung führen, sei allerdings – unter anderem durch die entsprechenden Abschnitte der Kirchenordnung – nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Vor allem gehe es dabei um »die gegenseitige Anerkennung, dass jede Konfession ein glaubwürdiger Ausdruck des Dienstes im Namen Jesu Christi ist und die Kennzeichen der einen, heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche trägt.»

«Der Auftrag der Kirche, Menschen in die Nachfolge Jesu Christi zu führen und sie in der Nachfolge zu fördern, wird gestärkt, wenn verschiedene Teile des Leibes Christi in einem gegenseitigen Dienst der Gnade und des Respekts zusammenarbeiten», heisst es in dem Schreiben. «Umgekehrt wird der Auftrag der Kirche durch die Verunglimpfung eines Teils dieses Leibes auf Kosten eines anderen geschädigt.»

Eine ausgestreckte Hand

Dass entsprechende Gespräche auf dieser Grundlage in nächster Zukunft stattfinden werden, scheint unwahrscheinlich. Mitglieder der Global Methodist Church versuchen weiterhin vor allem in den USA, auf den Philippinen und in Afrika, Personen und Kirchgemeinden aus der United Methodist Church zu einem Wechsel zu drängen. Das spiegelt sich auch im Schreiben der Bischöfin wider.

Mit ihrem Schreiben bietet die neue Präsidentin des Bischofsrats als eine der ersten offiziellen Handlungen in ihrem neuen Amt Hand «für zukünftige Gespräche mit der Global Methodist Church, die zu Versöhnung und Heilung führen könnten.» Diese Offenheit sei ein Zeugnis für das Engagement der UMC für Einheit und Frieden.

S.F.
Beitragsbild: Bischöfin Tracy Smith Malone, die neue Vorsitzende des Bischofsrats, spricht auf der abschliessenden Pressekonferenz am 3. Mai nach dem Ende der Generalkonferenz UMC 2024 in Charlotte (USA). (Foto: Paul Jeffrey, UM News)

Englische Originalversion des Schreibens

Deutsche Übersetzung des Schreibens der EmK Deutschland (PDF)

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Die Generalkonferenz
Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen moralischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten.

 

Klärung der Beziehungen zwischen der United Methodist Church und der Global Methodist Church
(Inoffizielle deutsche Übersetzung)
«Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren,
die Gottes Geist euch geschenkt hat.
Der Frieden ist das Band, das euch alle zusammenhält.»
Epheser 4,3 (Deutsche Übersetzung: 🔗BasisBibel)
Wenn wir uns den Aufruf der Heiligen Schrift zur Einheit der Christinnen und Christen vor Augen halten, bedauern wir, dass sich einige dafür entschieden haben, die United Methodist Church zu verlassen. Gleichzeitig müssen wir klarstellen, dass die Global Methodist Church keine offizielle Beziehung zur United Methodist Church hat und von keinem ihrer offiziellen Gremien unterstützt wird. Es wurde kein Antrag auf eine solche Beziehung gestellt, und daher finden auch keine Gespräche statt, um ein gemeinsames Verständnis unserer beiden Körperschaften auszuhandeln.
Die United Methodist Church bekennt sich nachdrücklich zur Ökumene, und um unseren Auftrag, Leib Christi zu sein, zu erfüllen, bietet sie Verfahren an, um volle Kirchengemeinschaft mit anderen christlichen Konfessionen herzustellen. In unserem Kirchenordnung heisst es unter §431.1, dass eine formale «volle Gemeinschaft» zwischen zwei oder mehr christlichen Kirchen besteht, die:
(1) sich gegenseitig als Glieder der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche, des Leibes Christi, anerkennen, wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben und in den historischen Glaubensbekenntnissen der Kirche bekannt wird;
(2) die Rechtmässigkeit der Sakramente der jeweils anderen Kirche anerkennen und einander zur Teilnahme am Abendmahl einladen;
(3) die Echtheit des christlichen Amtes jeder Kirche bekräftigen und
(4) die Gültigkeit der Ämter der jeweils anderen Kirche anerkennen.
Diese Verpflichtung ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung und signalisiert unsere Zuversicht für die künftigen Beziehungen. Im Mittelpunkt dieser Beziehungen steht jedoch die gegenseitige Anerkennung, dass jede Konfession ein glaubwürdiger Ausdruck des Dienstes im Namen Jesu Christi ist und die Kennzeichen der einen, heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche trägt.
Der Auftrag der Kirche, Menschen in die Nachfolge Jesu Christi zu führen und sie in der Nachfolge zu fördern, wird gestärkt, wenn verschiedene Teile des Leibes Christi in einem gegenseitigen Dienst der Gnade und des Respekts zusammenarbeiten. Umgekehrt wird der Auftrag der Kirche durch die Verunglimpfung eines Teils dieses Leibes auf Kosten eines anderen geschädigt. Daher rufen wir die Mitglieder der Global Methodist Church auf, die United Methodist Church formell als authentische und gültige Denomination anzuerkennen und alle Bemühungen einzustellen, Mitglieder der United Methodist Church zu drängen, sich ihrer Gemeinschaft anzuschliessen. In gleicher Weise verpflichten wir uns zu demselben Mass von Respekt und Gnade.
Wir glauben, dass der Dienst der christlichen Nachfolge von uns verlangt, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, die im Namen Jesu Christi, unseres Herrn, zusammenarbeiten, «bis Christus als endgültiger Sieger kommt und wir an seinem himmlischen Festmahl teilnehmen». Um die Integrität dieses Auftrags zu wahren, können wir nicht guten Gewissens mit den Mitgliedern der Global Methodist Church auf das Missionsfeld gehen, solange es kein klares Verständnis dieser gegenseitigen Anerkennung gibt. Wir beten, dass wir dies mit einem Geist der Nächstenliebe tun können, wie wir ihn auch von anderen erwarten.
In unserer Kirchenordnung heisst es: «Alle Mitglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche sind von Christus berufen und gesandt, in gegenseitiger Abhängigkeit miteinander zu leben und zu arbeiten und sich vom Geist in die Wahrheit, die befreit, und die Liebe, die versöhnt, leiten zu lassen.» In diesem Sinne bleiben wir offen und hoffnungsvoll für zukünftige Gespräche mit der Global Methodist Church, die zu Versöhnung und Heilung führen könnten. Diese Offenheit ist ein Zeugnis für unser Engagement für Einheit und Frieden. Dies wird nicht mit Worten und Taten geschehen, die sich gegenseitig untergraben und herabsetzen.
Auch wenn wir diesen Geist der gegenseitigen Anerkennung von der Leitung der Global Methodist Church einfordern, beten wir inständig, dass Gott uns hilft, die United Methodist Church bei der Erfüllung von Christi eigenem Gebet zu führen, dass eines Tages alle, die an ihn glauben, in Einheit und Frieden leben werden.
Im Namen Jesu Christi, unseres Herrn, geschehe dies. Amen.
Bischöfin Tracy S. Malone
Präsidentin des Bischofsrats
The United Methodist Church