Bezirk
Eine Frau links im Bild und ein MAnn rechts schauen sich an und besprechen etwas.

Diskussionen um die «Strategische Konkretion»

15. Juni 2024

Am Samstagvormittag haben die Delegierten der Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) der Methodist:innen in Gruppen über den letzten Teil des Berichts des Vorstands ausgetauscht. Dabei ging es um eine Schärfung der Strategie.

Grundlage für die Arbeit des Vorstands und die methodistische Kirche in der Schweiz, Frankreich, Belgien und Nordafrika bildet die «strategische Konkretion». Sie gibt die Richtung vor, woraufhin die Kirche unterwegs ist. Der Vorstand hatte sie überarbeitet und lud die Delegierten nun in mehreren Durchgängen ein, in Tischgesprächen die einzelnen Sätze der Strategischen Konkretion in den Kontext der eigenen kirchlichen Arbeit zu übersetzen.

Entwickeln und fördern

Die strategische Konkretion beschreibt der Vorstand in seinem Bericht mit vier Sätzen:
«Neues und Bewährtes fördern und weiterentwickeln»
«Methodistisches Bewusstsein bilden und versöhnte Vielfalt fördern»
«Rahmenbedingungen für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit weiterentwickeln»
«Unsere Ressourcen auftragsorientiert, wirksam und sorgfältig einsetzen»

Was Kirche ausmacht

Im anschliessenden Austausch im Plenum erregte dann vor allem eine Formulierung im Text Anstoss. Der Vorstand hatte den angestrebten Kulturwandel so beschrieben: «Das tun wir MIT diesen Menschen, und nicht FÜR die Menschen.» Pfarrer Sven Büchmeier sah darin ein verfehltes Kirchenverständnis formuliert, weil Kirche eben, mit dem deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer formuliert, nur Kirche sei, wenn sie FÜR die Menschen da ist. Er beantragte entsprechend eine Änderung der Formulierung in: «Das tun wir MIT diesen Men-
schen und sind so FÜR die Menschen da.» Nach einer kurzen Diskussion wurde der Antrag mit einer knappen Mehrheit angenommen.

Unklarheit gab es bei den Delegierten auch darüber, für wen die vorgelegte «strategische Arbeit» denn nun gelte, ob nur für die Arbeit des Vorstands oder auch für die Arbeit in den Kirchgemeinden.

Etwas anderes wäre nötig

Christine Schneider, Delegierte der methodistischen Kirchgemeinde in Embrach, empfand den Verlauf des Austausches als wenig hilfreich und brachte das in ein Votum zum Ausdruck. «Seit vielen Jahren verbringen wir als Konferenz sehr viele Stunden damit, über genau solche Fragen Spielchen zu spielen», sagte sie. Der Vorstand habe gewiss sehr viel Zeit und Energie und Herzblut aufwendet für das Papier. «Und was wir tun? Wir haben eine Strategie und die passen wir jetzt wieder in ein paar Nuancen an. In der Annahme, dass das irgendwas ändert.» Die Situation, in der sich die methodistische Kirche gerade befinde, würde es dagegen erfordern, radikaler zu denken, «out of the box». Das gebe ihr nicht die Energie, zurück in ihre Gemeinde zu gehen und zu sagen: «Jetzt los, Leute!»

Der Gesamtbericht des Vorstands wurde abschliessend angenommen.

S.F.
Beitragsbild: Stefan Schnegg und Distriltdvorsteherin Brigitte Moser führen durch den Teilbericht des Vorstands. (Foto: S.F. / EMK Schweiz)

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